| 20:42 Uhr

Taufe in den Wassergärten
Mit allen Wassern gewaschen

Landsweiler-Reden. Beim dritten Tauffest in den Wassergärten Landsweiler-Reden erhielten sieben Babys und Kleinkinder das Sakrament der Taufe. Von Anja Kernig

Mit allen Wassern gewaschen … das sind sie, die alten Seebären, erfahrene Seeleute, die auf den Weltmeeren zu Hause sind und unterwegs den Stürmen trotzen, wobei sie immer wieder und überall ordentlich mit Meereswasser „geduscht“ werden. Einen Beigeschmack hat das Ganze aber doch: Heißt es doch auch, dass jemand, der mit allen Wassern gewaschen ist, nicht unbedingt das Wohl seiner Mitmenschen im Blick hat, sondern seinen eigenen Vorteil. Insofern war es regelrecht mutig, das dritte Tauffest der evangelischen Kirchen Schiffweiler in den Wassergärten Landsweiler-Reden unter dieses Motto zu stellen.


Zünftig läutete Pfarrerin Wiltrud Bauer den Open-Air Gottesdienst ein – mit einer Schiffsglocke.

Überhaupt war alles bestens geplant und vorbereitet bei diesem Fest, welches die Gemeinde Landsweiler-Schiffweiler 2016 ins Leben gerufen hatte und zu der im letzten Jahr die Heiligenwalder stießen. In filmreifer Kulisse, Wasserbecken im Rücken, hinter dem provisorischen Altar die „fließenden“ Wasserwände und obendrüber Sonne satt, hatten sich 150 Gäste eingefunden. Gemeinsam feierte man den großen Tag von Finn (6 Monate) und Leon (1 Jahr), Luca (11 Monate) und Rafael (4 Monate), Mila, Chiara und Lennox (alle 2 Jahre). Während bei den Täuflingen das starke Geschlecht dominierte, lag die Leitung des Gottesdienstes in Frauenhand. Pfarrerin Bauer zur Seite standen Laienpredigerin (Prädikantin) Gitta Ziegler und Pfarrerin Daniela Loster.



Liturgisch drehte sich alles ums Wasser. Mit sieben verschiedenen Arten – darunter Chlorwasser aus dem Freibad, Quellwasser von der Wiese, auf der Wiltrud Bauer ihre Alpakas tränkt, Steine und Erde als Symbol für die Abwesenheit von Wasser in den heißen Regionen dieser Erde sowie belastetes Grubenwasser – wurde das Spektrum und die Bedeutung dieses unseres Lebenselixiers verdeutlicht. Die Eltern der Täuflinge hatten alle „ihr“ Wasser von zuhause mitgebracht, das zu einem gemeinsamen Taufwasser zusammengemixt wurde. Die Zeremonie selbst erfolgte an drei Orten: auf einer der Brücken im Wassergarten, auf einer Wiese am Wasser und, am spektakulärsten, im Mosesgang. Dessen steinerne Wände dienen der Abkühlung des darüber geleiteten 32°C warmen, aus 800 Meter Tiefe gehobenen Grubenwassers, bevor es in den Klinkenbach eingeleitet wird. An diesem dank vertikaler Wasserrinnsale, Algenbewuchs und feucht-glänzender Steinplatten seltsam entrückten Ort erhielt als erster Finn Luca im Kreis seiner Lieben das Sakrament der Taufe.

So ungehalten der Säugling beim Benetzen des Kopfes war, begleitet vom Taufspruch „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20). So begeistert panschte er anschließend mit seinen Fäustchen im mobilen Taufbecken.

Während der sieben Taufen konnten die Gäste Karten mit guten Wünschen für die Täuflinge beschriften und per Luftballon in den blauen Redener Himmel steigen lassen. Gut zwei Stunden dauerte der Gottesdienst, der dank der Kirchenmusiker Dirk Schmidt und Elvira Miller auch ein sehr melodiöser, sangesfreudiger war.

Wobei mit dem Abschlusssegen längst nicht alles vorbei war. Bei Fingerfood und kühlen Getränken klang das gelungene dritte Tauffest auf gute saarländische Art aus.