Michael Friemel moderiert das Bühnen-Programm auf der Sommeralm in Reden

Sommeralm mit Michael Friemel : „Ich mag’s, wenn die Leute mich anschwätzen“

SZ-Besuch bei Michael Friemel an seinem neuen Arbeitsplatz auf Zeit, der SR3-Sommeralm in Reden. Am Freitag ist Almauftrieb.

Sorry, lieber Alm-Ebi a. D., aber so einen schönen Vorgarten hast Du nie gehabt! Fleißige Lieschen strecken ihre Köpfchen nach oben, konkurrieren mit blauem Männertreu und gelber Golderdbeere. „Das do gefallt mir“, sagt Michael Friemel mit einem strahlenden Lächeln und lässt sich vor der Almhütte in den Kunstledersessel nieder. Mmmh, es riecht auch noch so gut nach frischem Rindenmulch, „das habt Ihr ganz bezaubernd gemacht“, lobt Friemel den Bauhof des Landkreises Neunkirchen. Christian Rau ist gerade hoch geeilt, der Chef der Tourismus- und Kulturzentrale (TKN), und nimmt die Anerkennung für die Kollegen gerne entgegen. Eigentlich hätte er unten im Tal in seinem Büro zu tun, aber Peter Hippchen braucht dringend Hilfe. Eine ganze Ladung Holz hat er von der Gehöferschaft Eppelborn auf die Halde gebracht, bestellt vom Maltiz, dem Verein für Naturerfahrung und Waldpädagogik. Waldpädagoge Arnulf Staap ist telefonisch nicht zu erreichen, „und ich will ihm das Holz doch nicht einfach vors Zelt schmeißen“, sagt Hippchen. Der Eppelborner ist zum ersten Mal auf der Halde Reden und ist begeistert: „Is jo hier ouwen e saumäßischer Ausblick“, schwärmt Hippchen. „Das ist unser Saarland“, sagt Michael Friemel mit einer gehörigen Portion Stolz in der Stimme. Nicht die atemberaubende Aussicht bis auf den Schaumbergturm ist gemeint. Es sind die Menschen, die es dem beliebten Radio- und Fernsehmoderator angetan haben. Er mag es, mit ihnen auf Platt zu reden. Wenn sie ihn auf der Straße erkennen und anschwätzen. Lieber noch als auf der Bühne sei er deshalb davor, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.

Na, dann ist der neue Job auf der Sommeralm doch wie für ihn gemacht, oder? Der ideale Nachfolger für Eberhard Schilling, der nach zehn Jahren als Alm-Ebi im vergangenen Jahr seinen Hut genommen hat. „Er weiß genau, ich mag große Menschenmengen“, sagt der „Mike“ über den „Hardy“. Insider kennen die beiden auch als kongeniales Tannenbaum-Duo in der Vorweihnachtszeit. Trotzdem musste Michael Friemel dazu überredet werden, mit dem Radiokollegen Marcel Lütz-Binder als neues Moderatoren-Duo Eberhard Schilling zu ersetzen. Denn der Sommer ist eigentlich für die Frau und die drei Kinder geblockt, die Familienzeit ist dem Tausendsassa mit der 80-Stunden-Woche heilig.

Dank eines vorgezogenen dreiwöchigen Familienurlaubs ist es jetzt okay, dass zur morgendlichen Radiosendung, der Moderation des Wetters im SR-Fernsehen und diversen anderen Aktivitäten auch noch die Sommeralm kommt. Samt Auftrieb an diesem Freitag und Abtrieb am 28. Juli. Eins stellt er jedoch klar: „Es wird keinen Alm-Michi geben.“ Der Alm-Ebi sei Eberhards Duftmarke, da wolle und könne er nicht konkurrieren. Deshalb ist in der Alm-Hütte, die als Alm-Radio-Studio dienen wird, kein Bett aufgebaut. „Ich hab’ Zivildienst gemacht, ich bin ein Heimschläfer“, scherzt Friemel. Unterscheiden wird ihn auch die Arbeitskleidung vom Alm-Ebi, der tagaus, tagein mit Jeans, weißem Hemd und schwarzem Hut über die Halde lief. Nur so viel sei verraten: Das Outfit passt zu einer Bergmannsalm. Im Blaumann, karierten Hemd und adretten Kord-Hütchen wird am Samstagabend übrigens der Scherer Erwin erwartet, als erster Gast im Alm-Radio. Der könnte dann zu Fuß kommen, wohnt er doch im richtigen Leben als Joachim Weyand in Schiffweiler.

Selbst gießen muss SR-Moderator Michael Friemel den Vorgarten der Almhütte natürlich nicht. Dafür sorgt der Landkreis Neunkirchen, Veranstalter der SR3-Sommeralm in Reden. Foto: Heike Jungmann

„Die Vorfreude ist wirklich da“, sagt Michael Friemel und bewundert noch einmal das Männertreu. „Dass der Landkreis Neunkirchen so ein Gärdche für uns angelegt hat. Das ist echt liebenswert.“

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