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Konzert: Küchenlieder und Gassenhauer für die Kirchenrenovierung

Konzert : Küchenlieder und Gassenhauer für die Kirchenrenovierung

Von Andreas Detemple

  „Man muss ja nicht immer nur das Opferkörbchen füllen, man kann ja  auch mal mit einer lustigen Veranstaltung Erlöse für die Renovierungsarbeiten an unser Kirche generieren“, so Imka Marx vom Pfarrgemeinderat der katholischen Kirche in Landsweiler. Die lustige Veranstaltung war in diesem Falle ein großartiges Konzert,  das die Kirchengemeinde am Sonntagabend im vollbesetzten Pfarrsaal präsentierte. Mit ihrem musikalischen Kabarett, „Rotes Licht und weiße Weste – Keusche und unkeusche Lieder“  begeisterten Margret Gampper und Bernd Möhl ihre Besucher. Dabei hatte das Konzert fast Wohnzimmercharakter angesichts zweier großartiger Künstler ohne jegliche Allüren, die die Nähe zu ihrem Publikum suchten und auch fanden.

Seit gut 15 Jahren gastieren Gampper und Möhl gemeinsam. Dies zeigte sich eindrucksvoll sich in der Harmonie der Künstler.  „Ach Gott, was sind die Männer dumm“, hieß es musikalisch zum Auftakt der Veranstaltung. Mit „Kittelscherz un Welljeholz“ führte Margret Gampper gesanglich, am Piano begleitet von Bernd Möhl, in die Welt der Berliner Küchenlieder der 20er Jahre. Dabei punkteten nicht nur die musikalischen Fähigkeiten der Künstlerin, sondern auch ihre schauspielerischen Leistungen. Margret Gampper zeigte sich als großartige Diseuse der 20er Jahre, im Gepäck die kongeniale Muse von Friedrich Hollaender, der viele dieser typischen Berliner Gassenhauer komponierte. Animiert von dem Genre des musikalischen Burlesque wurde Margret Gampper während ihrer Schauspielausbildung durch die Interpretationen von Claire Waldoff, einer Kleinkunst-Künstlerin, die besonders erfolgreich wurde  mit Darbietungen von Chansons, gesungen im Berliner Dialekt. „Von Claire Waldoff war ich einfach begeistert. Tolle Texte und obwohl im Ruhrpott geboren eine großartige Berliner Schnauze.“ Dabei profitiert Margret Gampper von  ihrer fundierten Schauspielausbildung. ihrer mimischen Begabung.   Sie keckert berlinerisch, poltert deutsch-russisch, spricht Schwizzerdütsch, gibt mal die Naive, mal den Vamp, glänzt mit halsbrecherischen Liedtexten bekannter Kompositionen von Friedrich Hollaender, Kurt Tucholsky, Hugo Wiener und Walter Brandin, der für Helen Vita berühmt-berüchtigte Lieder aus dem alten Frankreich übersetzte. Diese noch in den 60er Jahren verbotenen Songs verbreiten heute durch ihre schelmische Art Schmunzeln und Heiterkeit  

Ein Genre, das auch bei den Besuchern im katholischen Pfarrsaal in Landsweiler bestens ankam. Da wurde bei dem einen oder anderen Gassenhauer leise mitgesummt und bei manchem frech-frivolen Text schelmisch gelächelt. Bernd Möhl und Margret Gampper verstanden es vorzüglich, ihr Publikum zu unterhalten.