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Kritik an geplanter Straße auf die Halde Reden auf die Sommeralm

Kostenpflichtiger Inhalt: Kritik an Plänen der IKS zur Halde Reden : „Eine Straße quer über die Alm kommt nicht in Frage“

Landsweiler-Redens Ortsvorsteher Holger Maroldt vermisst Dialogbereitschaft und bringt Schrägaufzug auf die Halde ins Spiel.

Auf eine sachliche Ebene will Holger Maroldt die Diskussion über die Weiterentwicklung der Halde Reden hieven. Der Ortsvorsteher von Landsweiler-Reden, der in unmittelbarer Nähe des Erlebnisstandorts wohnt, würde sich einen offenen Dialog der Verantwortlichen der IKS (Industriekultur Saar) mit den Verantwortlichen in der Gemeinde Schiffweiler und den Bürgerinnen und Bürgern wünschen. Eine große Versammlung sei leider wegen der Corona-Krise auf absehbare Zeit nicht möglich. Die IKS habe seiner Ansicht nach bei der Präsentation ihrer Pläne für eine „Optimierung der infrastrukturellen Erschließung“ Transparenz und Kommunikation vermissen lassen. Wie mehrfach berichtet, hat die IKS im Februar Pläne über die Errichtung einer zweispurigen Pkw-Zufahrt über 600 Meter vom Parkplatz P 7 und eines neuen Multifunktionsplatzes für bis zu 100 Pkw auf dem Haldenplateau vorgestellt. „Wir setzen uns hier seit zehn Jahren vor Ort dafür ein, dass die ursprünglichen Bebauungspläne umgesetzt werden“, betont Maroldt. Dies bedeute: Fußgängerbrücke über die Gleise vom Bahnhof aus, Beleuchtung des Fußgängerwegs und vor allem der Bau einer Transportbahn.

Doch das seit Jahren geplante Personenbeförderungssystem auf die Halde wird nicht gebaut. Das hatte der Aufsichtsrat der IKS im vergangenen August beschlossen. Eine Entscheidung, die Maroldt angesichts der jetzt geplanten Investitionen nicht nachvollziehen kann. Dieses Geld könne sinnvoll für die Entwicklung des Standortes eingesetzt werden, etwa durch ein schienengebundenes Transportsystem. Solche Schrägaufzüge seien bereits auf den unterschiedlichsten Untergründen realisiert worden. Eine österreichische Firma für Transportbahnen habe sogar bereits eine Berechnung für die Halde Reden vorgelegt. Kostenpunkt: 1,6 Millionen Euro. Die Verwendung der Aufzugstechnologie ermögliche einen automatischen Betrieb wie bei einem modernen Gebäudeaufzug. 120 Personen könnten in der Stunde hinauf und 120 Personen hinunter transportiert werden. Eine solche Bahn sei nicht nur ein Transportmittel, sondern eine neue Attraktion. „Denn es ist keineswegs so, dass wir den Fortschritt an der Halde nicht wollen, im Gegenteil“, betont der Ortsvorsteher. Dieser Ansicht seien unter anderem der Ortsrat, die SPD-Fraktion im Gemeinderat Schiffweiler, der Nabu, die Gründerväter der Alm, Anwohner und nicht zuletzt viele Bürgerinnen und Bürger, die die Halde Reden als Ausflugs- und Wanderziel schätzen.

Keine Personen, dafür das anfallende Bergematerial (daher auch der Name Bergehalde) wurden beim Abbau in der Grube Reden per Haldenbahn, sprich Lore transportiert. Das historische Foto wurde von der Ecke der Halde aufgenommen. Dort, wo heute die Bergmannsalm steht. Foto: Haolger Maroldt/Holger Maroldt

Eine kleine Lösung sei ebenfalls vorstellbar, etwa eine Stellfläche auf dem Plateau ausschließlich für Hilfskräfte wie das THW sowie ein Transportweg am Schlammweiher entlang, der bei Veranstaltungen mit mehr Verkehr per Ampel geregelt werden könnte. Aber: Eine Straße quer über die Halde sei weder nachhaltig noch umweltgerecht und konterkariere die Bemühungen zu mehr Klimaschutz. Maroldt bekräftigt: „Uns geht es hier um die Sache.“