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Mehr Kita-Plätze für Schiffweiler
Kita-Neubau kann in Modulen größer werden

Die Kita Stennweiler ist zu klein geworden.  Es  liegt eine sehr lange Warteliste auf freie Plätze vor.
Die Kita Stennweiler ist zu klein geworden. Es liegt eine sehr lange Warteliste auf freie Plätze vor. FOTO: Martina Puhl-Krapf
Schiffweiler. Mit der Mehrheit der SPD hat der Gemeinderat Schiffweiler einen achtzügigen Ausbau der Kita in Stennweiler abgelehnt. Von Heike Jungmann

Das kommt auch nicht alle Tage im Schiffweiler Gemeinderat vor. In der jüngsten Sitzung stimmte die SPD-Fraktion mit ihrer Mehrheit gegen eine Vorlage, die die von Bürgermeister Markus Fuchs (SPD) geführte Verwaltung vorgelegt hatte. CDU, Linke, das Mitglied der Piraten und die FBL stimmten dagegen für den Verwaltungsvorschlag.


Was war passiert? Wie berichtet,  sieht der Haushalt der Gemeinde für das Jahr 2018 einen Großteil der Investitionen für den Bereich der Kinderbetreuung vor. Einig sind sich die Fraktionen, dass die Kindertageseinrichtung in Stennweiler erweitert werden soll. Die Anzahl der Krippenplätze in der Gemeinde Schiffweiler beläuft sich zur Zeit einschließlich der konfessionellen Träger auf 74 Plätze (Landsweiler-Reden und Stennweiler 42, Heiligenwald und Schiffweiler 32).

Die Warteliste auf einen Krippenplatz in der Kita Stennweiler liegt nach Angaben des Hauptamtes bei 42 Anmeldungen, davon sind 13 Kinder nicht aus der Gemeinde Schiffweiler. Die Warteliste auf einen Krippenplatz in der Kita in Landsweiler umfasst 49 Anmeldungen. Eventuell gibt es Doppelanmeldungen. Die Warteliste auf einen Kindergartenplatz in Landsweiler-Reden umfasst bis zum Kindergartenjahr 2020/2021 insgesamt 120 Anmeldungen.



Um die Situation für die Eltern langfristig zu verbessern, wurden zwei Möglichkeiten von einem Architekturbüro analysiert. Der Umbau und insbesondere die notwendige energetische Sanierung des alten Schulgebäudes würde mit mindestens 3,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Hier stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer solchen Investition in die „relativ alte Bausubstanz“. Die von den Architekten vorgeschlagene Alternative ist der Neubau einer Kita im Hofbereich des jetzigen Gebäudekomplexes der Kita. Der jetzt bestehende neuere Gebäudetrakt mit zwei Krippengruppen könnte erhalten bleiben, sodass sich insgesamt ein neuer Kita-Komplex mit bis zu zehn Gruppen ergeben könnte. Die Baukosten für den Neubau werden auf 4 bis 4,5 Millionen Euro geschätzt.

Wie Bürgermeister Fuchs den Ratsmitgliedern berichtete, sprachen sich Vertreter des Kultusministerium (als Zuschussgeber) für die Variante „achtzügiger Neubau im Schulhofbereich Stennweiler“ aus. In diesem Zusammenhang, so steht es in der Sitzungsvorlage der Verwaltung, wurde auch die Möglichkeit eines weiteren Neubaus in zentraler Lage diskutiert, wobei die Nähe zur Ortslage Heiligenwald gewünscht gewesen sei. Die Verwaltung empfahl nun dem Gemeinderat schriftlich, „den Neubau eines achtzügigen Kindergartens im Schulhofbereich der Kita Stennweiler, schnellstmöglich anzugehen. Der alte Krippenkomplex solle zusätzlich erhalten bleiben. Nach Errichtung des Neubaus soll der alte Schulkomplex abgebrochen werden.“ Vor der Abstimmung meldete sich Adolf Baltes für die SPD-Fraktion mit einem Alternativvorschlag zu Wort. Er brachte die Variante ins Spiel, den Neubau in Stennweiler zunächst sechszügig zu bauen mit der Möglichkeit, modulweise auf acht Gruppen zu erweitern.

Der Abriss des alten Komplexes solle erst dann erfolgen, wenn der weitere Neubau fertig sei. Die SPD stellte den Antrag, den Neubau Heiligenwald zügig voranzutreiben. Die CDU zeigte sich angesichts dieses kurzfristig eingereichten Antrags überrascht. CDU-Fraktionsvorsitzender Mathias Jochum fragte, warum man das Projekt in Stennweiler nicht sofort richtig umsetze und dort maximal ausbaue. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum man hier nicht über die Ortsgrenzen hinwegsehe. Zumal die Entfernungen innerhalb der Gemeinde lächerlich gering seien, wie CDU-Mitglied Sabine Martin anführte. Auch Bürgermeister Fuchs räumte ein, dass die Eltern ihre Kinder ohnehin mit dem Auto zur Kita fahren würden.

Erwin Mohns (Die Linke) stellte die Frage in den Raum, was die Gemeinde daran hindere, in Stennweiler gleich acht Gruppen zu bauen. Bernhard Planz (SPD) meinte jedoch, dass dieser Vorschlag ein sehr guter Kompromiss sei, der „unseren Ortsteilen entgegen kommt.“ Schließlich wurde zunächst über den neuen Vorschlag der SPD abgestimmt, der mit deren Mehrheit angenommen wurde. Der ursprüngliche Vorschlag der Verwaltung, über den namentlich abgestimmt wurde, fand zwar die Zustimmung von CDU, Linken, Pirat und FBL, wurde aber letztendlich mit SPD-Mehrheit abgelehnt.