Jetzt bleiben die Füße trocken

Lange glich der Fußweg zum historischen Pumpenhaus am Itzenplitzer Weiher eher einem Trampelpfad – dazu noch einem sehr, sehr feuchten. Dem neuen Weg fehlt nur noch die Deckschicht.

Sichtlich stolz zeigte sich der Förderverein "Historische Grubenanlage Itzenplitz" beim Ortstermin am Pumpenhaus am Itenzplitzer Weiher. Rüdiger Zakrzewski und seine Vorstandskollegen hatten eingeladen, um der Öffentlichkeit den neu angelegten Uferweg zu präsentieren.

"Vor fünfeinhalb Jahren haben wir mit der Sanierung des Pumpenhauses begonnen", so Zakrzewski. Der Boden habe damals noch das Loch für die Pumpen gehabt, mit denen die Dampfmaschinen versorgt wurden. Außerdem sei das Dach "am Wegfliegen" gewesen. Seither hat sich viel getan. Das Dach ist neu, der Boden ohne Loch. Zu Beginn mit null Euro ausgestattet, habe der Verein durch verschiedene Aktionen und großes Engagement über 50 000 Euro an Spendengeldern einwerben und investieren können.

Der Verein sieht sich als begleitender Partner für den Erhalt der ehemaligen Grube Itzenplitz. Das Geld kommt zu 80 Prozent von der RAG-Stiftung. Jeweils zehn Prozent tragen Land und Gemeinde.

Ein wichtiger Schritt, so Zakrzewski, sei die Anlage eines neuen Weges zum Pumpenhaus gewesen. Dieser ist jetzt neu angelegt worden, um ihn trocken zu halten. Laut Architekt Detlef Hoffmann ist der Weg zwischen 1,60 und 2,10 Meter breit. Bei der Hangsicherung entlang des gut 250 Meter langen Weges haben sich die Planer für eine Gabionenwand entschieden. "Die musste wegen des Erddrucks relativ dick werden", so Hoffmann. Laut Bauamtsleiter Hubert Dürk hätte es nur zwei Alternativen gegeben: eine Betonwand oder so genannte L-Steine aus Beton. "Für L-Steine hätte sehr viel mehr Erdaushub bewegt werden müssen und eine Betonfläche hätte einfach nicht ins Bild gepasst", so Dürk.

An der jetzigen Version hatte es laut Architekt Hoffmann anfänglich Kritik gegeben, was die Breite des Weges und die Höhe der im Mittel etwa 1,10 Meter messenden und recht massiv wirkenden Gabionen-Wand anbelangte. Jetzt, da diese hinterfüllt sei, sehe die Sache aber schon ganz anders aus, so die einhellige Meinung.

Rund 160 000 Euro mussten in die Neuanlage des Weges investiert werden. Dieser ist - anders als der Vorgängerpfad - jetzt auch barrierefrei. Wegen seiner Breite passen jetzt sogar zwei Rollstühle aneinander vorbei. Aktuell fehlt noch die Deckschicht. Die wird aus einem feinen und mittleren eingewalzten Split in der Farbe der Gabionenfüllung bestehen, damit sie auch befahrbar ist. Der Hang wird wieder begrünt. Ende November soll der Weg freigegeben werden.

Klaus Gorny, Ortsvorsteher, aber auch Mitglied im Vorstand des Fördervereins, betonte, dass man ohne die Unterstützung der RAG wohl "erst in zehn Jahren so weit gewesen wäre". Am Pumpenhaus gibt es aber trotzdem immer noch Handlungsbedarf. Das Hauptkabel liegt, die Elektroinstallation steht aber noch aus. Außerdem sollen ein Boden, ein neuer Außenputz und das restaurierte Geländer folgen. Ein Schreiner muss marode Balken austauschen. Im Pumpenhaus sollen Hochzeiten stattfinden können, außerdem denkt man an kleine Ausstellungen und Lesungen. Das Interesse sei bereits enorm. Dazu hat der Förderverein weitere Pläne. Laut Rüdiger Zakrzewski soll zum Beispiel eine alte Pinge geöffnet werden, um zu zeigen, "wie die Bauern damals in Löchern nach Kohle gruben". Alles Projekte, für deren Umsetzung der Förderverein auch weiter auf die Unterstützung durch Spender angewiesen ist.

fv-itzenplitz.de

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