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Hundeschwimmen
„Alle meine Hündchen . . .“

Viele Hundebesitzer waren zum Hundeschwimmen mit ihren Vierbeinern ins Freibad nach Landsweiler-Reden gekommen.
Viele Hundebesitzer waren zum Hundeschwimmen mit ihren Vierbeinern ins Freibad nach Landsweiler-Reden gekommen. FOTO: Jörg Jacobi
Landsweiler-Reden. Bei sonnigen 26 Grad hatten gestern etwa 280 Hunde und Halter einen Heidenspaß im Freibad Landsweiler-Reden. Von Anja Kernig

Hunde sind auch nur Menschen: Alex steh am Rand des Nichtschwimmerbeckens und traut sich nicht. Zögerlich streckt der große Schäferhund-Afghanen-Mischling die rechte Pfote ins Wasser. Ach nee, lieber nicht, kann man ihn förmlich denken hören. Als alles gute Zureden nicht fruchtet, hilft Frauchen mit einem Klaps aufs Hinterteil nach. Und siehe da: Schon paddelt der sanfte Riese wie ein junger Gott durchs kühle Nass, Bällchen holen.


Traum! Für ein paar Dutzend Fellnasen war das Freibad Landsweiler-Reden gestern das Hundeparadies auf Erden. Immer vorausgesetzt, es handelt sich um eine Wasserratte wie den fünf Monate alten Skipper. Der gefleckte Husky-Australian Shepherd-Mischling tollte ausgelassen zu Wasser und zu Lande herum und brauchte nicht wie die meisten seiner Artgenossen eine Aufforderung per Stöckchen oder Ball, um tollkühn in die Fluten zu springen. Wer draußen bleiben musste, waren die Hundehalter. „Das Wasser steht schon seit einer ganzen Woche in den Becken“, erklärte Schwimmmeister Oliver Boltz. „Da ist kein Chlor drin und nichts.“ Gut für die Tiere, ein Risiko für den Mensch. Aber Hose hoch krempeln und mit den Füßen rein, war erlaubt.

Angestoßen wurde der Aktionstag wie schon im letzten Jahr von der 2014 gegründeten Privat-Initiative „Hundimfreibad.de“. „Die schreiben uns immer an. Wir stellen nur das Bad zur Verfügung.“ Als kleiner Unkostenbeitrag sind 50 Cent pro Pfote oder Hand zu entrichten. „Sehr schön, dass ihr das macht. Danke sehr“, meint eine Frau im Vorbeigehen und streckt strahlend den Daumen nach oben. Boltz nickt zufrieden.



„Ich bin erstaunt, wie friedlich das abgeht“, kommentiert der Bademeister das entspannte Zusammentreffen kleiner und großer, alter und junger Hunde verschiedenster Rassen – vom Weimaraner bis zur französischen Bulldogge. Letztere, ein kleines schwarzes Kraftpaket namens Gizmo, würde samt seinem heißgeliebten gelben Tennisball gern ins tiefe Wasser springen. „Nein“, meint seine Begleiterin streng, „du hast keine Schwimmweste an.“

Auch wer hygienische Bedenken hat, wird eines Besseren belehrt: Hunde sind saubere Badegäste. Sie verlieren kaum mehr Haare als Menschen und verrichten ihr Geschäft nicht im Wasser. Das bleibt im Übrigen den ganzen Winter im Becken und wird erst vor der neuen Badesaison abgelassen, verrät Boltz. Würde man das jetzt tun, könnte es bei steigendem Grundwasserspiegel in Folge größerer Regenereignisse zum Heben des Bodens und damit zur Bildung von Rissen kommen. Außerdem „wäre die Unfallgefahr zu groß“ ohne Wasser - sowohl, was Rehe oder sonstige Tiere betrifft, die sich hierher verirren, als auch für Kinder und Jugendliche, die gern mal für eine kleine illegale Stippvisite über den Zaun klettern.

Als Alex auf ein Paar abgestellte Sandalen pinkeln will, gibt’s eine Standpauke von Frauchen und gut is. Für ein kleines, hysterisch kleffendes Fellbündel hat es sich dagegen ausgebadet: „Ende der Fahnenstange“, schimpft die Besitzerin konsterniert. „Wir fahren heim.“ Skipper hat gerade  einen Gummi-Leuchtturm stibitzt und wird von Anja Moro auf frischer Tat gestellt. „Diese Aktion ist eine super Idee. Die Hunde haben ihren Spaß.“ Den ganzen Sommer hat Familie Moro das Freibad genutzt, schon als Kind war die gebürtige Landsweilerin hier Stammgast. „Es wäre schade, wenn’s nicht mehr da wäre“, meint die Hundehalterin. Da würde Skipper sicher zustimmen