IKS plant für Erlebnisort Reden Standortmanager und bessere Erschließung

Kostenpflichtiger Inhalt: Halde soll aufgewertet werden : Vermarktung von Reden in Profihände

IKS plant Einrichtung eines Standortmanagers und verbesserte Infrastruktur für den Erlebnisort.

„Noch in diesem Jahr“ soll nach den Worten von Landrat Sören Meng die Einrichtung eines Standortmanagements am Erlebnisort Reden über die Bühne gehen. Die Industriekultur Saar (IKS) plant, wie bereits kurz gemeldet, einen ganzen Maßnahmenkatalog, um den Haldenbereich aufzuwerten. Wie Meng am Donnerstag auf SZ-Anfrage sagte, müsse das Konzept für ein Standortmarketing mit allen Beteiligten sehr gut vorbereitet und die Rahmenbedingungen festgelegt werden. „Das Land ist bereit, sich entsprechend einzubringen“, sagte Meng. Dies sei ein deutlicher Impuls, auch für die Bürger im Kreis, dass am Standort etwas passiert. „Aber auch wir als Landkreis müssen mehr Verantwortung übernehmen, und dies dauerhaft.“ Der von ihm initiierte runde Tisch habe klar gezeigt, wie wichtig allen Akteuren am Standort die Weiterentwicklung sei. Man sei auf einem guten Weg, meinte Meng abschließend.

Die IKS hatte am Tag zuvor mitgeteilt, dass die Vermarktung und inhaltliche Organisation des Erlebnisortes Reden zukünftig professionalisiert werden soll. Wörtlich heißt es: „Die IKS sowie ihre Gesellschafter Saarland und Landkreis Neunkirchen planen daher in 2020 ein professionelles Standortmanagement gemeinsam mit der Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises aufzubauen und hierbei inkludiert auch die touristische Weiterentwicklung des Standortes zu untersuchen.“ Neben der konzeptionellen Entwicklung des Standortmanagements gelte es auch, den dauerhaften Finanzbedarf zu analysieren und die Finanzierung sicherzustellen. Zu den zukünftigen Aufgaben eines Standortmanagements zähle vor allem die Koordination der Aktivitäten am Standort, die Ansiedlung und Entwicklung neuer Veranstaltungsformate und die Vernetzung der bestehenden Angebote mit anderen Attraktionen in der Region.

Eine wichtige Information für die Haldenbesucher: Die IKS hat auch eine Verbesserung der Infrastruktur angekündigt. Drei große Maßnahmen sollen auf ihre technische und wirtschaftliche Machbarkeit „intensiv“ geprüft werden. So ist geplant, auf dem Haldenplateau einen abgegrenzten, multifunktionalen Stellplatz für bis zu 100 Pkws zu errichten. Gerade bei Großevents sind die vorhandenen Abstellflächen für Rettungskräfte hinsichtlich Lage und Sicherheitsaspekten suboptimal. Bei normalem Betrieb können Besucher den Parkplatz nutzen, der im Gegensatz zu den Plätzen am Haldenfuß mit einer „moderaten“ Parkgebühr versehen werden soll. Der Stellplatz soll zudem mit Ladesäulen für E-mobile Fahrzeuge ausgestattet werden.

Immer wieder gefordert wurde, den Verkehr von Fußgängern und Fahrzeugen zu trennen. Mangels Ausweichmöglichkeiten kommt es auf den einspurigen Wegen zu Konfliktsituationen zwischen Fußgängern sowie Zulieferern, Bediensteten und dem Shuttleservice. Deshalb ist geplant, eine etwa 600 Meter lange, zweispurige Pkw-Zufahrt vom Parkplatz 7 (Kreisel Bildstocker Straße) direkt hoch zum neuen Multifunktionsplatz zu bauen. Dadurch würde laut IKS ein illegales Befahren der Halde ausgeschlossen und die Sicherheit der Fußgänger verbessert. Die barrierefreie Erreichbarkeit der Halde für Personen mit Einschränkungen werde durch die Pkw-Zufahrt mit angeschlossenem barrierefreiem Parkplatz ebenso erreicht wie die perspektivische Anbindung an den ÖPNV. Bei Großevents garantiere der neue Weg eine schnelle An- und Abfahrt für Rettungskräfte.

Die dritte Maßnahme soll einen sicheren Auf- und Abstieg auch bei Dunkelheit gewährleisten. Der Aufgang über die Serpentine soll beleuchtet werden. Darüber hinaus werde auf Anregung der Gemeinde Schiffweiler die Beleuchtung eines bestehenden Rundweges, der von Läufern auch in den Abendstunden frequentiert wird, geprüft.

Grundvoraussetzung für die Errichtung von Stellplatz und Pkw-Zufahrt ist die Änderung des bestehenden Bebauungsplanes. Dies obliegt der Gemeinde Schiffweiler. Wie Bürgermeister Markus Fuchs der SZ sagte, wolle er dem Gemeinderat in dieser Frage nicht vorgreifen, aber: „Wenn wir den Standort weiter touristisch entwickeln und nutzen wollen, müssen wir solche Dinge unterstützen.“ Er persönlich verschließe sich den Plänen nicht. Man müsse sich jedoch im Klaren sein, dass sich das Bild der Halde ein bisschen verändern werde. Als Träger öffentlicher Belange würden die Naturschutzbehörden gehört.

Die IKS hat eine Evaluierung der bestehenden Biotop-, Maßnahmenflächen und Vernetzungsstrukturen angekündigt, um deren Entwicklung und die Belange des Artenschutzes bei den Planungen „bestmöglich“ zu berücksichtigen. Der Artenreichtum auf der Halde sei der IKS ebenso wichtig wie ein gesunder Ausgleich zwischen den Interessen der Naherholung und der touristischen Weiterentwicklung der Halde. Daher sollten auch die Einnahmen aus der Parknutzung des Multifunktionsplatzes direkt in Maßnahmen des Arten- und Naturschutzes im Umfeld des Erlebnisortes fließen.

Eingebunden in die Diskussion um die geplanten Maßnahmen waren der Landkreis Neunkirchen, der in Reden die Tourismuszentrale unterhält und die Pächter der Almgastronomie.