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Holzspaten verbirgt sich im ockerfarbenen Lehm

Holzspaten verbirgt sich im ockerfarbenen Lehm

St. Barbara. "Wir hoffen doch sehr, dass er römisch ist." Im roten Baumwoll-Overall steht Grabungsleiterin Gabriele Körlin am Hang unterhalb von St. Barbara. Einige Meter weiter liegt der Eingang zum Stollen Bruss, und tief im Innern befindet sich der überraschende Fund

St. Barbara. "Wir hoffen doch sehr, dass er römisch ist." Im roten Baumwoll-Overall steht Grabungsleiterin Gabriele Körlin am Hang unterhalb von St. Barbara. Einige Meter weiter liegt der Eingang zum Stollen Bruss, und tief im Innern befindet sich der überraschende Fund.An die fünf Kubikmeter Abraum waren mühsam aus dem Stollen geräumt, als die Archäologen vom Deutschen Bergbau-Museums Bochum gegen Ende vergangener Woche fündig wurden - ein verfallener Holzspaten im ockerfarbenen Lehm.

Kühl ist es im Innern. Auf den ersten etwa 25 Metern reicht es noch, den Kopf einzuziehen. Dann taucht rechts ein alter Abbauraum auf. Abgestützt mit bis zu einem Meter langen dicken Holzstämmen. Dahinter wird es deutlich niedriger, stellenweise unter 50 Zentimeter.

Da hindurch robben Nicole Kasparek vom Landesdenkmalamt, Abteilung Bodendenkmal, und ihre zwei Helfer bis zu einer engen Höhlung. Sie zwängen sich um einen alten Spaten, der fast schwarz im lehmigen Abraum steckt. Etwa 80 Zentimeter lang mit einem Blatt von 17 mal 17 Zentimetern.

"Komplett aus Holz", hatte Körlin vor dem Einstieg fast schwärmerisch berichtet. Bereits 2008 war hier ein Spaten gefunden worden. Jedoch mit Eisenblatt, und wie sich später herausstellte, aus der Barockzeit um 1650. Nun wird auf ein Relikt aus römischer Bergbauzeit gehofft.

Mit Frischhaltefolie decken die Experten vom Landesdenkmalamt den Fund ab. Denn das Holz muss feucht bleiben, sonst entstehen Trocknungsrisse. Über die Folie kommen mit Wasser getränkte dünne Gipsbinden. Sie härten rasch aus und geben dem filigranen Fund mehr Halt.

Nicole Kasparek (Mitte) vom Landesdenkmalamt sowie ihre Kollegen Claire Wetz (links) und Ralph Schirra (rechts) bereiten die Bergung des Holzspatens vor, der nur als schmaler schwarzer Streifen im lehmigen Material erkennbar ist. Foto: Johannes A. Bodwing

Nach fast einer Stunde wird mit einem dünnen Draht das lehmige Material unter dem Holzspaten durchtrennt. Dann schieben die drei den freigemachten Fund auf Holzbretter und schaffen ihn ins Freie. Draußen präsentieren die Bergbauarchäologen um Körlin einen weiteren Fund. Ein Eisenblatt wie bei einem Beil, aber noch dick verbacken mit allerlei Geröll. Beide Objekte gehen nach Landsweiler-Reden. Dort werde die weitere Vorgehensweise entschieden, sagt Kasparek. Vor allem, wie das Alter am Besten zu ermitteln sei. Womöglich nächste Woche schon soll der Holzspaten gesäubert und erstmals richtig sichtbar sein.