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Happy Stones in Schiffweiler erleben in Corona-Zeiten

Happy Stones in Schiffweiler : Die bunten Steine locken Kinder ins Freie

Happy Stones bringen Freude in den Alltag. Natascha Guthörl aus Schiffweiler hat die Simpsons auf Steine verewigt.

Damit zu Hause nicht irgendwann die Decke auf den Kopf fällt, haben viele Menschen in den vergangenen Wochen Spaziergänge in Wald und Flur gemacht. Die Chance, dabei einen „happy stone“, einen glücklich machenden Stein zu finden, war relativ hoch. Denn die Idee, Steine zu bemalen und sie in der Natur zu „verstecken“, hat viele Freunde im Saarland gefunden. Buchstäblich den Stein des Anstoßes hat Natascha Guthörl in ihrer Heimatregion rund um Schiffweiler gegeben. Unsere Zeitung hat am 9. Dezember 2019 über ihre Aktion und die dazugehörige Facebook-Seite „HappyStones SWL“ berichtet. Seither haben Natascha und ihre Freunde Hunderte, wenn nicht gar Tausende Steine bemalt, versteckt und selbst gefunden.

Zu Beginn der Corona-Pandemie haben die Administratoren der Facebook-Seite eines festgelegt: Die Happy Stones sind „coronafreie Zone“, sprich Motive wie Mundschutz, Klopapier oder ein gemalter Covid-19-Virus kommt nicht in die Tüte oder vielmehr auf den Stein und dann in die Natur. „Wir fanden das aus Respekt vor den tatsächlich Erkrankten nicht so prickelnd, solche Steine beim Spaziergang zu finden“, erklärt Natascha Guthörl diese Vorgabe. Grundsätzlich sei es schon mehr geworden mit den bemalten Steinen, weil mehr Familien mit Kindern im Wald unterwegs seien. Auch die Facebook-Gruppe sei mittlerweile auf 1000 Mitglieder gewachsen, aber sie sei immer noch familiär und überschaubar. Es gebe nette Kommentare, alle seien recht freundlich zueinander. Eine Mutter etwa habe geschrieben, dass ihr kleiner Sohn nie spazieren gehen wollte, aber nun die Motivation habe, einen schönen Stein zu finden.

Die Comic-Serie „Pawpetrol“ auf Stein: Die sechs heldenhaften Hunde Chase, Marshall, Rocky, Zuma, Rubble und Skye führen Missionen durch. Foto: Natascha Guthörl
Ein weiterer der Happy Stones, der glücklichen Steine. Foto: Natascha Guthörl
Die Steinschlange auf dem Schiffweiler Strietberg war in den vergangenen Tagen immer weiter gewachsen. Sie ist mittlerweile fast ganz aufgelöst. Foto: Hannelore Spieß

Für Aufsehen hat die Steinekette Am Striedt in Schiffweiler gesorgt. Ähnlich wie die von Kindern gemalten Regenbogenbilder der Kinder in den Fenstern der Wohnungen solle diese Mut machen. Wenn andere Mädchen und Jungen dann an den Häusern vorbeigehen, können sie die Regenbogen zählen und wissen, dass auch woanders Kinder zu Hause bleiben müssen. So zeigt auch die Happy-Stone-Kette am Wegesrand, dass die Menschen mit ihren Sorgen nicht allein sind in diesen schwierigen Zeiten der Kontaktbeschränkungen. Bis vor einigen Tagen hat das Happy-Stone-Team auch ein Wochenmotto vorgegeben, das letzte hieß Wasser. „Die Idee wurde aber nicht mehr so angenommen wie zu Beginn, deshalb haben wir das Wochenthema einschlafen lassen“, erklärt die Mutter zweier Kinder. Übrigens: Wer einen ihrer selbst bemalten Steine findet, darf sich glücklich schätzen. Sie sind kleine Kunstwerke. Als das Wochenmotto Comic und Zeichentrickfilme hieß, hat sie 40 Charaktere aus den Simpsons auf Stein gemalt. Homer, Bart, Marge, Lisa und Maggie Simpson, außerdem Snowbell, Barney, Lenny, Carl und wie sie alle heißen. 40 Steine, die sie „schweren Herzens“ ausgelegt habe. „Egal wo ich hingehe, nehme ich immer drei Steine mit.“ Gemalt hat der Stone-Fan drei Wochen lang jeden Abend von sieben, wenn die Kinder im Bett waren bis nachts um 12, ein Uhr. Zig Mal sei sie bereits angesprochen worden, ob sie die Simpson-Steine, die sie übrigens selbst aus einem Keramik ähnlichen Material gießt, damit sie glatt und wetterbeständig sind, noch einmal malen könnte. Darüber freut sich Natscha, aber die Entscheidung ist noch nicht in Stein gemeißelt.