Halde liegt Besuchern am Herzen

Den beiden Almhütten auf der Redener Halde droht wie berichtet das Aus. Die SZ fragte Besucher der Alm, wie sie die Entwicklung beurteilen. Ein gastronomisches Angebot wird auf jeden Fall gewünscht.

. Die Besucher am Erlebnisort Reden machen sich so ihre Gedanken über die Zukunft der Almhütten. Mehrfach haben wir über die Querelen zwischen der landeseigenen Strukturholding Saar (SHS) und der Ottweiler Investorengemeinschaft FunBerg Saar GmbH berichtet, die in der Kündigung zum Ende des Jahres gipfelten. "Schade, schade", sagt Sigrid Kiefer spontan, als wir sie beim Spaziergang mit ihrem Lebensgefährten Jacques Diehl am Fuß der Redener Halde treffen. Sie würde es bedauern, wenn die Almhütten von der Bildfläche verschwinden würden. Beschwerden über die Gastronomie kann sie persönlich nicht nachvollziehen. "Die Küche war immer bestens." Bei einer von ihr besuchten Geburtstagsfeier sei alles "wunderbar" gewesen.

Auch Jacques Diehl kann nicht klagen, "Kaffee und Kuchen haben immer gut geschmeckt". Allerdings sieht er die Entwicklung eher pragmatisch. "Wenn etwas Neues kommt, ist mir der Betreiber eigentlich egal." Wichtig sei, dass überhaupt ein gastronomisches Angebot da sei, denn vor allem bei schönem Wetter wie am Sonntag sei die Halde ein Top-Ausflugsziel. "Der Blick geht weit übers Saarland, die Kinder lassen ihre Drachen steigen - herrlich." Warum es mit den geplanten Investitionen wie Halden- und Rodelbahn bisher nicht geklappt hat, mag der Landsweiler-Redener nicht beurteilen. Da habe es sicher einige Hindernisse gegeben.

Zufrieden ist Siegfried Rieger mit dem Shuttleservice, der für einen Euro angeboten wird. "Ich fahre meistens mit dem Bus hoch, weil ich nicht so gut Luft bekomme", erzählt der Pensionär aus Wemmetsweiler, der gerne mit Hündin Bella hier spazieren geht. Das sei ein toller Service. Auch Marie-Luise Penth, die gerade mit ihrer Schwiegermutter Ingeburg Penth und Hündin Farah die Halde erklommen hat, hat von den Querelen gehört. Die Wemmetsweilerin ist erstaunt, als die Tür der Hütte aufgeht. "Ich dachte, sie hätte schon geschlossen." Mit ihren 83 Jahren hat Ingeburg Penth den Aufstieg erstaunlich gut gemeistert, zum ersten Mal übrigens. Die Sommeralm wäre nichts für sie, "der Rummel liegt mir nicht". Aber an dem ruhigen Herbsttag genießt sie gern die schöne Aussicht. Wie die junge Wiebelskircherin, die gerade an der Almhütte vorbeispaziert. "Ich denke, das wäre ein Verlust, wenn die Hütten wegkämen."

"Noch viel mehr" könnte nach Ansicht von Peter Lambert rund um die Halde passieren. Der Bildstocker würde zum Beispiel gerne mal in den Schacht in der ehemaligen Grube einfahren. Mit seinem Hund Gero kehrt er öfter in der Hütte ein und war auch immer zufrieden. Lambert erinnert allerdings an die Investitionen , die vor gut vier Jahren groß angekündigt worden seien. "Nichts ist davon realisiert worden", kritisiert er. Dabei hat er selbst gerade in Gutach im Schwarzwald erlebt, wie gut eine Rodelbahn von Touristen angenommen wird. Übrigens ist dem Hörensagen nach die Betreiberfirma FunBerg sehr daran interessiert, mit den Almhütten auf der Halde zu verbleiben. Wie dies allerdings zu realisieren wäre, scheint ungewiss. . "Die Frage ‘Wie geht's weiter auf der Alm?' trifft mich allerorten." Doch Christian Rau, der Leiter der Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen (TKN), kann sie derzeit nicht beantworten. Mit Heinz-Peter Klein, dem Standortmanager für den "Erlebnisort Reden ", stehe er zwar in regelmäßigem Kontakt, aber in den Findungsprozess für eine neue Lösung sei man nicht involviert. Rau möchte die Entscheidung der landeseigenen Strukturholding Saar (SHS), die Ottweiler Investorengemeinschaft FunBerg Saar GmbH durch einen neuen Investor zu ersetzen, nicht bewerten. "Das Land wird seine Gründe haben." Für den Tourismus im Landkreis und damit auch für die TKN sei es allerdings wichtig, dass es auf der Halde eine funktionierende Gastronomie gebe. Auch zum Durchführen der Sommeralm wäre dies wünschenswert, betont Rau. Dabei sei erstmal sekundär, wer für diese verantwortlich sei. Allerdings spricht er sich ganz klar dafür aus, am "Alm-Thema" festzuhalten. "Die Sommeralm ist eine eingeführte Marke, der Name hat sich auch im Winter etabliert." Der Chef der TKN ist davon überzeugt, dass das Land bis nächstes Jahr eine Lösung präsentieren kann. Die Bergehalde sei schließlich eines der Sahnestücke am Erlebnisort Reden , eine schnelle Nachfolge absolut wünschenswert.

Als eine "absolut richtige Entscheidung" bezeichnet Eberhard Schilling die Kündigung von FunBerg Saar durch die Strukturholding. Der SR 3-Unterhaltungschef hat als "Alm-Ebi" das Thema "Sommeralm" saarlandweit populär gemacht, SR 3 und der Landkreis Neunkirchen veranstalten seit Jahren den zehntägigen Haldenevent mit großem Erfolg. "Mich hat zwar vorher niemand informiert, aber ich unterstütze die Entwicklung voll", betont Schilling im SZ-Gespräch. Die Firma Schneider habe von Gastronomie "keine Ahnung", wird Schilling sehr deutlich in seiner Kritik. Die Halde sei einer der schönsten Plätze des Saarlandes, gastronomisch könnte sie eine Goldgrube sein, wenn man es richtig mache.

Schiffweilers Bürgermeister Markus Fuchs ist am Mittwochmorgen von Standortmanager Heinz-Peter Klein offiziell über die Kündigung informiert worden. "Die Suche nach professionellen Nachfolgern läuft", berichtete Fuchs, der als Gast im Aufsichtsrat der IKS sitzt, im SZ-Gespräch. Ziel sei eine deutliche Qualitätsverbesserung, denn sowohl ihm als auch den Ratsmitgliedern seien einige Beschwerden über die Gastronomie zu Ohren gekommen. Auch sei der Gemeinderat unzufrieden, dass das angekündigte "große Paket der Investitionen " nie zustande gekommen sei. "Ich bin zuversichtlich, dass es zu einer zufriedenstellenden Lösung kommen wird", meint der Verwaltungschef. Dabei soll der Almcharakter bleiben.