Gondwana: Ärger in Reden zwischen Investor und IKS um Gerüchte zu Schließung

Kostenpflichtiger Inhalt: Erlebnisort Reden : Streit um Gondwana nimmt an Schärfe zu – Debatte um endgültiges Aus

Diplomatie ist nicht die Stärke von Gondwana-Betreiber Matthias Michael Kuhl. Dementsprechend rüde fiel mitunter der Umgangston aus, den er in den zahlreichen öffentlichen Konflikten mit der Landesregierung pflegte.

Das ist noch steigerungsfähig, wie eine seitenlange Stellungnahme belegt, mit der er auf Nachfrage der SZ auf die aktuellen Schließungs-Gerüchte von Gondwana reagiert. Kuhl attackiert die landeseigene Entwicklungsgesellschaft IKS aufs Schärfste, nennt sie „dilettantisch“ und wirft ihr „bräsige Arroganz“, „Wortbruch“ und „pflichtwidriges und verantwortungsloses Verhalten“ vor.

Gondwana-Betreibe4r Matthias Michael Kuhl,. Foto: Becker&Bredel

Auch die Landesregierung – insbesondere die Staatskanzlei – geht er massiv an, weil sie die IKS „trotz Kenntnis der desaströsen Leistungen der IKS-Geschäftsführung“ deren „rechtswidrige und Gondwana schädigende Aktionen“ nicht stoppe.

Neu sind Kuhls Argumente zur Untermauerung dieses Urteils nicht, immer schon hieß es, die IKS habe ihm bewusst falsche Zusagen gemacht, freilich benutzte Kuhl bisher nie juristisch relevante Begriffe wie jetzt, da „treuwidriges Verhalten“ unterstellt und „Eingehungsbetrug“. Auch kennt seine Hinweise auf eine im Redener Masterplan ausgewiesene, aber nie gebaute Fußgängerbrücke zwischen Bahnhof und Standort oder auf darauf, dass Reden durch die Präsentation der im Zechenhaus untergebrachten naturhistorischen Sammlungen des Saarlandes und einer Kooperation mit Gondwana zu einem außerschulischen Lernort für Naturkunde/ Biologie hätte werden sollen.

Und seit Juli weiß man auch, dass Gondwana Invest gerichtlich gegen die der IKS vorgehen will, weil letztere angeblich nicht für eine dauerhaft tragfähige Bodenbefestigung und -sicherung unter seinen Hallen gesorgt habe und deshalb ein „Totalschaden“ drohe.

Dennoch enthalten seine aktuellen Äußerungen das ein oder andere aufschlussreiche Detail. Unter anderem heißt es, die IKS habe verkündet, „dass sie nicht daran denke, Gondwana für die von der IKS begangenen groben Täuschungen und Unterlassungen zu entschädigen, sondern die Entwicklung in Reden abbrechen und Gondwana am liebsten in ein Logistikzentrum verwandeln wolle“.

Diese Darstellung stützt das, was SZ-Recherchen im Umfeld der Lokalpolitik ergaben: Dass die Landesregierung kein Interesse mehr an einer Rettung von Gondwana hat, weil sie an der langfristigen Überlebens- und Zukunftsfähigkeit des als zu wenig innovativen Kuhlschen Urzeit-Park-Modells zweifelt, und dass sie sich ernsthaft mit dem Schließungs-Szenario befasst. Was auch Kuhl tut. In seinem Schlussabsatz heißt es, wenn die Regierung jetzt nicht einschreite, das von der IKS verursachte Bodenproblem nicht beseitige und die Entwicklung des Standortes nicht endlich vornehme, „wird Gondwana schließen müssen und der Standort endgültig verkommen.“

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