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Gemeinderat Schiffweiler gibt Startschuss für barrierefreien Ausbau Halde Reden

Halde Reden soll besser zugänglich werden : Startschuss für barrierefreien Ausbau

Verfahren zum Bau einer Straße zum Haldenplateau in Reden kann eingeleitet werden. Bedenken von SPD und Grünen im Schiffweiler Gemeinderat wegen befürchtetem „Massentourismus“.

Mehrheitlich bei sechs Gegenstimmen hat der Gemeinderat Schiffweiler am Mittwochabend den Weg für eine barrierefreie Erschließung des Erlebnisortes und der Halde Reden geebnet. Der Beschluss war die Voraussetzung, um ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes einzuleiten. Mit der Ausarbeitung eines Konzepts werde nun ein Planungsbüro beauftragt, informierte Bürgermeister Markus Fuchs (SPD) in der Klinkenthalhalle.

Wie berichtet hatten sich der Gemeinderat Schiffweiler und der Kreistag im September 2020 in einer gemeinsamen Sitzung für eine Erschließung unter Einbeziehung der bisherigen Wegeführung ausgesprochen. Frühere Pläne der IKS (Industriekultur Saar), eine zweispurige Straße zu errichten, sind nach heftiger Kritik vom Tisch. Der zu ändernde Bebauungsplan soll den aktuellen Anforderungen angepasst werden, teilt die Verwaltung in ihrer Vorlage mit. Die IKS habe einen entsprechenden Antrag gestellt. Konkret sei vorgesehen, Gefahrensituationen zwischen motorisiertem Verkehr und Fußgängerverkehr abzubauen und eine öffentliche Befahrbarkeit des Haldengipfels zu ermöglichen. Daran anknüpfend soll auch in Ergänzung zum Parkplatz im Norden des Haldenfußes eine Fläche zum Parken für in ihrer Bewegung eingeschränkte Besucher sowie Bedienstete auf der Halde geschaffen werden. Zudem sei eine Beleuchtung der Fußgängerwege vorgesehen. Voraussetzung für die Baumaßnahmen ist eine Umweltprüfung, die auch den Artenschutz einschließt.

Mathias Jochum, Fraktionsvorsitzender der CDU im Gemeinderat, begrüßte es, dass nach dem vielen „Reden über Reden“ jetzt gemeinsam nach Lösungen für eine zukunftsfähige Halde gesucht würde. Diese sollten auch der Gemeinde Schiffweiler wirtschaftlich etwas bringen. Holger Maroldt, Fraktionssprecher der SPD und Ortsvorsteher von Landsweiler-Reden, gab vor der Abstimmung eine Erklärung ab. „Wir wollen kein Spielverderber sein“, sagte er, „aber wir stehen dem Massentourismus auf der Halde kritisch gegenüber.“ Die SPD-Fraktion fordere deshalb, im weiteren laufenden Verfahren folgende Punkte zu berücksichtigen: Die genaue Festlegung der Punkte, an denen die Ampel stehen soll, die Ausschreibung der Gastronomie, die Begrenzung der Parkplätze auf maximal 50, die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzepts, die zeitliche Begrenzung der Straßenregelung und die Einrichtung eines Standortmanagements. Die SPD werde sich der ersten Planung für den Bau einer Straße nicht verweigern. Alternative Beförderungsmittel (Haldenmetro, Shuttle-Service etc) sollten jedoch weiterhin im Blickpunkt sein. Knackpunkt seien nach wie vor die Parkplätze. Komme man da den Forderungen der SPD nicht entgegen, werde sie den nächsten Schritten im Verfahren nicht mehr zustimmen können.

Die Barrierefreiheit sei ein vorgeschobenes Argument, kritisierte Steven Klein von den Grünen. Seine Fraktion lehnte den Beschluss ab, da sie einen Vorschub für Massentourismus leiste. Ungereimtheiten im Konzept sah auch Erwin Mohns von den Linken.