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Kein Motorlärm auf dem Striet
Gemeinderat gegen Rallye auf Naturerlebnisweg

Schiffweiler. Gremium folgt damit einstimmig dem Umweltausschuss. Sozialfonds für Schiffweiler Kinder auf den Weg gebracht. Von Heike Jungmann

„Mit viel Herzblut und Engagement“ sei der Naturerlebnisweg am Strietberg von Schiffweiler Naturschützern, allen voran Günter Kirsch, über Jahre aufgebaut worden. Für Bürgermeister Markus Fuchs ein guter Grund, um zu sagen: „Auf diesem Weg findet keine Rallye statt.“ Ein klares Statement des Verwaltungschefs in der Sitzung des Gemeinderates am Mittwochabend. Die Frage, ob auf einem Teilstück des Naturerlebnisweges die diesjährige Rallye Saar-Ost führen darf, wurde vom Gemeinderat ebenfalls verneint. Damit folgte der Rat dem Umweltausschuss, der am Montag die Durchführung einer Motorsportveranstaltung entlang des Naturerlebnisweges abgelehnt hatte.


In der Februarsitzung hatte der Antrag der CDU-Gemeinderatsfraktion zur Errichtung eines Sozialfonds für benachteiligte Kinder offene Ohren bei allen Fraktionen gefunden. Die Verwaltung war mit der Ausarbeitung eines Konzepts beauftragt worden, wie das von der Kleiderkammer erwirtschaftete Geld für Kinder verwendet werden könnte. Bürgermeister Fuchs schlug nun vor, dass alle Schulen und alle Kindergärten der Gemeinde gleichermaßen mit einem Grundbetrag von jeweils 500 Euro berücksichtigt werden sollen. Die Auszahlung solle in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Außerdem könnte weiteres Geld projektbezogen und nach Bewilligung eines entsprechenden Antrags verteilt werden. „100 Prozent einverstanden“ sei die CDU-Fraktion mit dieser Aufteilung, sagte deren Vorsitzender Mathias Jochum. So sahen dies auch die anderen Fraktionen.

Eine „Initiative Vereinssport“ wollte die Fraktion der Linken mit ihrem Vorstoß starten. Sie beantragte für jedes Kind, das in die Grundschulen der Gemeinde Schiffweiler eingeschult wird, die Kostenübernahme für das erste Beitragsjahr in einem Sportverein der Gemeinde. Die Höhe der Kostenübernahme solle dabei auf 60 Euro im Jahr beschränkt bleiben. Den gesundheitlichen Aspekt und die allgemein gefährdete Vereinsstruktur führte Sandy Stachel als Gründe für den Antrag ihrer Fraktion aus. Jedes fünfte Kind in Deutschland sei zu dick. Neben einer ungesunden Ernährung sei häufig der Mangel an Bewegung eine der Ursachen. Durch die Kostenübernahme würde die Gemeinde Schiffweiler einen sinnvollen Beitrag zur Heranführung der Kinder an den Vereinssport leisten. Der Antrag solle insbesondere finanziell schwachen Familien unbürokratisch die Teilhabe am Vereinssport ermöglichen. Vorbehalte gegenüber diesem Ansinnen äußerte der Bürgermeister. Seines Wissens sei der Zulauf an Grundschülern in den Vereinen der Gemeinde gut, aber viele sprängen mit 12, 13 wieder ab. Überdies könnten sozial schwache Familien einen Antrag beim Landkreis stellen, um über das Teilhabegesetz den Vereinsbeitrag erlassen zu bekommen. Auch Winfried Dietz äußerte für die SPD Bedenken. Den gesundheitlichen Aspekt könne er nachvollziehen. Er wolle jedoch die Vereine nicht aus der Verpflichtung nehmen, sich selbst um Nachwuchs zu kümmern. Sein Vorschlag, sich gemeinsam mit allen Vereinen an einen Tisch zu setzen, fand Zustimmung. Der Antrag der Linken wurde mit den Stimmen von CDU und SPD abgelehnt.



Vertagt wurde die Abstimmung über die Richtlinien zur Vergabe gemeindlicher Sporteinrichtungen. Diese sollen unter Einbindung der Vereine eventuell modifiziert werden. Keine Einwände hatten die Ratsmitglieder gegen die Festlegung des Kaufpreises für die beiden letzten Baugrundstücke „Unter den Blotzen“ in Schiffweiler. Den gestiegenen Bodenrichtwerten trägt man nun Rechnung und verlangt 75 Euro pro Quadratmeter statt 58 wie im Jahr 2010.

Zum Thema Freibad hatte Mathias Jochum eine Anfrage an die Verwaltung. Er wollte wissen, was mit der angekündigten neuen Filteranlage sei und ob die Rutsche in dieser Saison genutzt werden könne. Jochum spielte damit auf Fotos an, die ihm vorlägen, und die die Treppe zur Rutsche „in einem erschreckenden Zustand“ zeigten. Der Einbau einer neuen Filteranlage sei viel aufwändiger als ursprünglich gedacht, informierte Fuchs. Das Gesundheitsamt habe jedoch dem Betrieb der alten vorläufig zugestimmt. Die Rutsche sei zwar nicht mehr „ganz so schön“, aber vom TÜV als sicher befunden. Wie Bauamtsleiter Hubert Dürk am Donnerstag auf SZ-Anfrage sagte, werde die Treppe seit ein paar Tagen wie jedes Jahr auf Vordermann gebracht. Ein Statiker prüfe dabei auch die Sicherheit.