Serie Gärten im Kreis Neunkirchen : Blütenpracht nach fünf Jahren Baustelle

Auch in diesem Jahr öffnen sich am letzten Sonntag im Juni wieder die Gartentüren – Gartenbesitzer bieten Einblicke in ihre grünen Oasen, geben Tipps und laden zum Verweilen ein. In einer Serie werden wir in den kommenden Tagen die Gärten in unserem Landkreis vorstellen. Heute: der Heidegarten der Familie Schell in Stennweiler.

Ob tiefblaue Ochsenzunge, weiße Spinnenlilie oder rote Beerenschnute – die Eule aus Bronze auf dem Baum mitten im Garten der Familie Schell hat alles im Blick. Neugierig schaut der neue Gartenbewohner hinab auf das blühende Paradies, das sich Olga und Michael Schell in den vergangenen Jahrzehnten geschaffen haben. Es blüht und grünt – der Regen und die angenehmen Temperaturen der vergangenen Wochen haben dem Garten sichtlich gut getan. „Einen Totalausfall wie im Jahr 2003, als wir durch die Hitze praktisch alle Heidepflanzen verloren haben und neu beginnen mussten, den gab es vergangenes Jahr zum Glück nicht zu beklagen“, berichtet Olga Schell. Das, so erklärt sie, liegt zum einen daran, dass aus dem einstigen Heidegarten längst eine Mischung geworden ist, die alle Gartenelemente miteinander verknüpft.

„Zum anderen haben wir aber, als das Regenwasser aufgebraucht war, auch immer fleißig gewässert. Denn, auch wenn das ins Geld geht, so ist es immer noch günstiger, als alle Pflanzen eingehen zu lassen“, sagt sie. Neben Wasser spielte im vergangenen Jahr in Schells Garten auch der Schatten eine wichtige Rolle. „Wir haben empfindliche Pflanzen schon mal unter einen Sonnenschirm genommen“, verrät Olga Schell. „Dazu verdanke ich meiner Frau die Bepflanzung mit schattenspendenden Bäumchen und Rosengittern, die auf natürliche Weise dafür sorgen, dass es nicht zu sonnig wird“, ergänzt Michael Schell.

Ganz besonders stolz ist das Paar darauf, in dieser Saison den neuen Wasserlauf mit Vernebler präsentieren zu können. „Das war fünf Jahre eine Baustelle, doch jetzt ist alles endlich fertig“, freut sich Olga Schell. Während die beiden Kinder und der wasserspeiende Drache sofort ins Auge fallen, bleiben die vielen Stunden Arbeit, die Michael Schell in das neue, unterirdische Bewässerungssystem gesteckt hat, verborgen. Ab sofort kann er gerade den Rhododendren viel gezielter Wasser zufügen. Die zeigen sich in diesem Jahr stark zurückgeschnitten, treiben aber allesamt wieder aus. Neben einer Gartenführung, bei der es an jeder Ecke etwas zu sehen gibt, haben die beiden Gartenliebhaber für die Gäste auch immer wertvolle Tipps parat. Stolz ist Olga Schell auf die vielen bienenfreundlichen Pflanzen, wie etwa die blühende Katzenminze oder die Digitalis. Die stehen bei den Schells schon seit vielen Jahren im Garten und sorgen für viele Insekten, aber auch Vögel. „Manchmal kann man Bienen und Hummeln beobachten, wie sie sich im Blütenstaub geradezu baden und dann mit einem weißen Häubchen davonfliegen“, sagt sie. Olga und Michael Schell freuen sich auf zahlreiche Besucher am Sonntag, 30. Juni – Führungen sind aber auch sonst jederzeit nach telefonischer Absprache möglich. „Am meisten wünschen wir uns, dass es diesen Sommer nicht so heiß wird und wir ab und an auch mal einen Regenschauer bekommen, der darf dann natürlich in den Ferien auch immer nur nachts stattfinden“, lacht Olga Schell.

Kontakt: Olga und Michael Schell, Schlanggasse 23, 66578 Stennweiler, Tel: (0 68 24)74 67.

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