Fußball ist seine Nummer 1

Die Saarbrücker Zeitung präsentiert wieder die Serie „Ich lebe gerne in . . .“. Eine Woche lang berichten wir jetzt über Menschen aus Schiffweiler. Heute stellen wir den siebenjährigen Multisportler Jonas vor.

Fußball steht bei Jonas ganz klar auf Platz eins. In seiner persönlichen Rangfolge folgt darauf Schwimmen, Leichtathletik , Badminton. Nicht, dass der Siebenjährige diese Sportarten gerne sieht, er übt sie alle in verschiedenen Vereinen aus. Montags gehe er ins Schwimmen in Illingen, erzählt er auf dem Ottweiler Sportplatz, während eine Horde Gleichaltriger auf dem Rasen ein paar Aufwärmspiele macht, dienstags dann "Fuuuußball" - tatsächlich mit ganz langem u - in Schiffweiler, mittwochs ist er im Badmintontraining in Wiebelskirchen, donnerstags dann wieder beim Fußball und freitags hat er zuerst am Nachmittag Leichtathletik in Ottweiler und danach nochmal Schwimmen. Am Wochenende kickt er mit seinem Team, und auch der ein oder andere Schwimmwettkampf kommt noch dazu.

Jonas Seidel erzählt das mit schönstem Zahnlückenlächeln. Sein Nachmittagsprogramm nach dem Schultag scheint ihn wirklich gar nicht zu stressen. "Ich bin ja nur bis 15 Uhr in der Schule. Die Hausaufgaben haben wir dann schon gemacht. Und dann kann ich daheim noch lernen und danach trainieren." Klingt logisch. Und wenn die Woche noch länger wäre, erzählt er so, als ob er Gedanken lesen könne, würde er gerne noch mehr Sport machen, andere Sportarten dazunehmen. Seinen besten Freund Tim sieht er dabei auch fünf Mal in der Woche, beim Kicken und im Schwimmtraining. Die Welt ist für Jonas also in Ordnung - außer dass sie ein bisschen wenig Tage hat.

Seine Eltern Beate und Janusz Seidel sitzen auf der kleinen Tribüne im Ottweiler Stadion. Es ist empfindlich kalt an diesem Herbsttag, dennoch harren einige Eltern aus und schauen ihrem Nachwuchs beim Training zu. Jonas spielt gerade Fußball in einem Pulk junger Menschen, ist immer in Bewegung, springt aufgeregt hoch, wenn seine Mannschaft eine Chance hat. "Er war schon immer so", sagt Beate Seidel, "er ist mit neun Monaten gelaufen und hat sich damals schon einen Ball geschnappt." Es klingt fast schon ein bisschen resigniert, wenn sie hinzufügt: "Ich weiß nicht, von wem er das hat." Niemand wolle aus ihm einen Spitzensportler machen, das Interesse käme ganz alleine aus ihm heraus. Ihr wäre es lieber, es würde auch mal einen freien Nachmittag geben. Auch seine Lehrerin habe grünes Licht gegeben: In der Schule laufe alles gut, der Junge solle in seiner Freizeit tun, was ihm Spaß mache.

Die Begeisterung des Sohnes gießt auch die Freizeit der Eltern in eine feste Form. Hierhinfahren, dorthin unterwegs sein, ob an Wochentagen oder samstags und sonntags. "Er ist immer auf Achse", sagt der Vater mit einem Lächeln. Janusz Seidel hat allerdings auch Fußball gespielt und trainiert heute die Jugendmannschaft der SG 08 Schiffweiler-Landsweiler-Reden und damit seinen Sohn. Aber als Sportskanone bezeichnet er selbst sich nicht. Sein Sohn hingegen habe einen "Schuss, das ist Wahnsinn".

Dabei sieht man das dem Jungen gar nicht an. Der blonde Knabe ist ein Schlacks. Ein Thomas Müller könnte er mal werden, wenn alles gut geht. Und das würde ihm gefallen. Denn der FC Bayern München ist sein Lieblingsklub. Dort würde er gerne später mal Fußball spielen. Bleibt nur abzuwarten, ob das nicht mit den vielen anderen Sportinteressen kollidiert, die den Schiffweiler Jungen so beschäftigen.