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Förderverein Itzenblitz hat auf Grubenanlage viel vor

Itzenplitz : Förderverein hat auf Grubenanlage viel vor

(red) Der Förderverein „Historische Grubenanlage Itzenplitz“ geht trotz Corona viele Projekte an und um die Premium-Grubenanlage Itzenplitz an, teilt der Verein mit. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht, so der Vorsitzende des Vereins, Rüdiger Zakrzewski, der Erhalt der musealen Fördergerüste auf dem Premium-Grubengelände.

Diese unter Denkmalschutz stehenden „Zuckerstückchen“ im Denkmalbestand des Bergbaus müssen unter allen Umständen erhalten und deshalb dringen saniert werden, sagt er.

Seit 1886 steht das älteste Fördergerüst im saarländisch-lothringischen Kohlerevier und zweitälteste in Deutschland ohne optische Veränderungen auf der Grubenanlage Itzenplitz. Das 13 Meter hohe feingliedrige Fördergerüst in einer Stahlfachwerkkonstruktion wurde von der Neunkircher Stahlbau-Firma Eduard Böcking errichtet.

Von hoher architektonischer Qualität ist auch das dazugehörende Fördermaschinenhaus aus roten und hell glasierten Backsteinen mit einem in Lisenen und Pilaster gegliedertem Satteldach. Diese nicht nur im Saarbergbau einmaligen und gut erhalten Denkmäler zeigen, dass Industrie-Architektur auch schön sein kann. Da der Zahn der Zeit auch an der Stahlkonstruktion und an den Gebäuden nagt, müssen diese so schnell wie möglich restauriert werden. Der Förderverein wird zum Erhalt dieser denkmalgeschützten Relikte eine Informationskampagne starten.

Das zweite Gerüst des Ensembles in Itzenplitz, das aus historischen und optischen Gründen erhalten werden muss, ist ein deutsches Strebengerüst in Vollwandprofil-Bauweise von der Saarbrücker Firma Arnoth und Bäcker aus dem Jahr 1957. Die 160 Mitglieder des Vereins hoffen dabei, so Zakrzewski, auf die Unterstützung des Denkmalamts, die Hilfe der saarländischen Landesregierung und der Landtagsabgeordneten. Ebenso auf die Hilfe von Kreistag, Landrat, der Gemeinde, den Ortsräten und dem Bürgermeister sowie auf eine Sanierungszusage der zuständigen RAG-Stiftung.

Weitere Schwerpunkte sind derzeit für den Verein die „Kunststele“ am Pingenpfad, die im größten Pingen- und Schürfengebiet des Saarlandes hinter der Grube Itzenplitz darauf hinweist, dass in diesen Wäldern der Bergbau an der Saar begann. Das Denkmal soll in Abstimmung mit Kultusministerin, Landrat und Bürgermeister im Frühjahr 2021 eingeweiht werden.