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Fluthilfe Region Neunkirchen war am Samstag in Ahrbrück

Der Landkreis im Einsatz : Helfen über Eins-zu-eins-Kontakt

Die Fluthilfe Region Neunkirchen war am Samstag in Ahrbrück im Ahrtal.

Am Sonntag ist Entspannung angesagt für Bernhard Schäfer. Der Samstag war ein langer Tag für den Initiator der Fluthilfe Region Neunkirchen. Um 10 Uhr, so erzählt Schäfer der SZ am Telefon auf Anfrage,  war der Hilfskonvoi Richtung Ahrbrück im Ahrtal gestartet. An Bord acht Tonnen Hilfsgüter, vor allem Stromaggregate, Kabel, Hochdruckreiniger. Von Vorteil: Da die Schiffweiler Feuerwehr im Flutgebiet Mannschaftswechsel hatte, fuhr deren Mannschaftswagen vorneweg und sorgte so für störungsfreies Durchkommen. Um 13 Uhr waren die Helfer vor Ort. Während der Lkw entladen wurde, machte sich Schäfer mit dem Pritschenwagen auf, die Lage zu erkunden: Wer braucht wo was? „Als dann alles verteilt war, haben wir uns noch in eine Reihe gestellt und Keller leer geschöpft“, erzählt er. Um 18 Uhr war Ende. Die Ansage: Gewitteralarm, alle freiwilligen Helfer müssen raus. Das Gewitter blieb aus. Die Angst vorm nächsten Unwetter bleibt. Das würde um Tage zurückwerfen. Die Helfer waren um 20.30 Uhr wieder zu Hause.

Da wurde erst einmal ausgiebig  geduscht. Denn, so sagt Schäfer, ein großes Problem ist das Entseuchen. „Man steht da in einer Mischung aus Heizöl, Dreck, Fäkalien.“ Vor Ort gibt es warmes Wasser nur an der Duschstation der Schiffweiler Feuerwehr. Trotzdem arbeiten die Leute ohne Pause. „Sobald die weggehen von den Resten ihrer Häuser, brechen sie zusammen“, sagt der Oberbrandmeister. Deshalb gehen Menschen mit Rucksäcken durch den Ort, versorgen mit warmem Essen, mit Frischwasser. „Dann müssen sie nicht zur Station.“ Mit vielen hat Schäfer vor Ort geredet, weiß: „Da ist ein großer Bedarf zur emotionalen Entlastung.“ Dabei denkt er beispielsweise an die Familie, die mit ihrem dreijährigen Kind in der Flutnacht Stunden auf dem Dach des Hauses gesessen hat und auf die Helfer wartete.

Was jetzt gebraucht wird, das sind vor allem Bautrocknungsgeräte, um Schimmel zu verhindern. Und Handwerker. „Da wollen wir Eins-zu-eins-Kontakte herstellen.“ Kommende Woche wollen die Helfer nochmal nach Ahrbrück fahren und sehen, was noch fehlt, welch konkrete Hilfe man noch anbieten kann.

Technisches Gerät, Babysachen, Kindersachen hat die Fluthilfe schon verteilt. Die gut sortierten Kleiderspenden, die nicht mehr gebraucht werden und die noch in Reden lagern, gehen an die Kleiderkammern, die nicht verteilten Lebensmittel an die Tafeln. Und Schäfer geht nach dem Telefonat erst mal joggen. „Um runterzukommen.“