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Erschließungsstraße auf die Redener Alm stößt auf Kritik unter Menschen, die dort regelmäßig unterwegs sind

Erlebnisort Reden : Autostraße auf der Alm? „Das wäre ein Sakrileg“

IKS-Pläne: Schiffweiler Bürgermeister zurückhaltend. Spaziergänger und Verbände dagegen.

Eine zweispurige Erschließungsstraße hoch auf die Redener Alm. Dieser IKS-Plan (Industriekultur Saar) sorgt für große Aufregung in der Gemeinde Schiffweiler. Die Naturschutzverbände haben sich umgehend zu Wort gemeldet, nachdem die Idee öffentlich im Kreistag behandelt und dort auch positiv aufgenommen wurde. Sie wenden sich strikt gegen eine „Alm-Autobahn“. In Leserbriefen äußern viele Leser ihren Unmut. Der Schiffweiler Bürgermeister Markus Fuchs (SPD) möchte sich öffentlich noch nicht positionieren, sagt er gegenüber der SZ. Er wolle dem Gemeinderat in der Angelegenheit nicht vorgreifen. Aber so viel weiß er: In der Kommunalpolitik wird debattiert. Auf der einen Seite der Wunsch, den kompletten Standort weiterzuentwickeln. Auf der anderen die Angst, das schöne Naherholungsgebiet zu verlieren. Er betont, im gültigen Bebauungsplan sei eine solche Straße nicht vorgesehen. Wenn die IKS diese Pläne weiter verfolge, müsse ein Verfahren angeschoben werden, in dem alle beteiligten Träger angehört würden. Eine maßgebliche Rolle dürften dann die Naturschutzbehörden und das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz spielen. Und natürlich der Schiffweiler Gemeinderat, der den Bebauungsplan ändern müsste.

Auf der Alm selbst ist unter den Spaziergängern das Meinungsbild deutlich: Sie wollen den Charakter des Areals gerne so erhalten wissen, wie es ist. Lothar Lambrecht, 68, sagt: „Wir brauchen das nicht. Der Lieferverkehr ist bislang auch hinauf auf die Halde gekommen. Und es gibt den Shuttle.“ Der bringt Menschen den Berg hinauf, die schlecht zu Fuß sind. Seine Frau Marga: „Es parken doch viele Menschen unten auf den Parkplätzen. Die gehen zu Fuß hinauf.“ Stefan Lehberger, 58, kommt aus Quierschied gerne auf die Halde: „Ich finde das nicht in Ordnung. Dann ist das Flair des Geländes weg.“

„Man muss nicht alles zerstören“, meint Wolfgang Koch aus Merchweiler. Er sei sicher nicht gegen Fortschritt, aber die Pläne hält er nicht für gut. Seine Begleiterin fügt hinzu: „Wir kommen dann auch nicht mehr hierher.“ Ein Paar aus Wemmetsweiler, 46 und 49 Jahre alt, stört schon der Shuttle. Mehr Autos? Das sei der falsche Weg für eine Weiterentwicklung des Areals. Das sieht auch Harald Kirsch aus Schiffweiler so. Der 75-Jährige: „Wir haben die Diskussion zu Feinstaub und Treibhausgasen. Und hier ist eine schützenswerte Fauna und Flora angesiedelt. Das wäre ein Sakrileg.“ Sollte eine Straße gebaut werden, geschehe dies rein aus kommerziellen Gründen.

Uwe Ohliger, 64, aus Landsweiler, bringt noch einen anderen Aspekt ins Spiel. Die Parkplätze am Fuße der Halde seien oft vermüllt. Genau dies werde dann auf das Almplateau hinaufgetragen. Wenn ein Parkplatz neben dem Veranstaltungsgelände bei der Almhütte gebaut werde, falle zudem ein natürlicher Platz der Vernässung weg. Das Wasser dort oben sei aber für Tiere wichtig. Die Straßenpläne seien konträr zu allem, was man auf der Halde einst machen wollte. Allerdings sagt er auch: „Die Spaziergänger sind hier alle dagegen. Aber die vielen Besucher, die bei den Events hier feiern wollen, sehen das bestimmt anders.“

In einem offenen Brief an den Schiffweiler Bürgermeister Markus Fuchs und den Gemeinderat melden sich auch Joachim Weyand, Ex-Umweltminister Stefan Mörsdorf, Professor Guido Britz, Ex-Almebi Eberhard Schilling, Ludger Wolf und Ulrich Heintz zu Wort. Sie schreiben: „Mit Unverständnis haben die Gründerväter der Sommeralm auf die Pläne reagiert, die Bergehalde in Landsweiler-Reden mit einer zweispurigen Zufahrtsstraße weiter zu erschließen und auf dem Haldenplateau 100 weitere Parkplätze einzurichten.“