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Ein neues Kapitel in Sachen Open-Air-Kultur

Das Festivalgelände auf der Bergehalde in Landsweiler-Reden. Foto: Schwarz
Das Festivalgelände auf der Bergehalde in Landsweiler-Reden. Foto: Schwarz FOTO: Schwarz
Reden. Das neue Alm-Open-Air in Reden führt an Pfingsten unter anderem Max Giesinger und Wincent Weiss in die Region. Die Fragen stellte Eric Kolling.

Max Giesinger, Wincent Weiss, Glasperlenspiel und Michael Schulte - sie alle treten am 2. Juni auf der Redener Bergehalde im Rahmen des ersten Alm-Open-Airs auf. Mit 15 000 Zuschauern wird gerechnet - auch weil mit dem "Tropical Mountain" (3. Juni) und "La Fiesta" (4. Juni) dann zwei weitere Events auf dem Plateau steigen, auf dem seit Jahren im Sommer auch der SR3-Alm-Ebi Station macht. Was die Fans erwartet und was die Macher außer den Musik-Veranstaltungen auf der Redener Alm planen, verrät Tom Schwarz von der Alm Event Gastro GmbH.


Herr Schwarz, Sie haben das letztjährige "La Fiesta" um das "Alm-Open-Air" und das "Tropical Mountain" auf drei Tage ausgedehnt. Wie entstand diese Idee und inwiefern stand die SR3-Sommer-Alm Pate?

Tom Schwarz: Pate würde ich nicht sagen. Es waren von Anfang an mehrere Events in Planung. Wir haben darauf geachtet, dass unsere Veranstaltungen auf ein anderes Zielpublikum als die Sommeralm ausrichtet sind. Seit vergangener Woche sind die Tickets zum "Alm Open Air" übrigens restlos ausverkauft.



Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie jeweils?

Schwarz: An allen drei Tagen zusammen werden es rund 15000 Besucher sein.

Erst im Juli eröffnen Sie die neue Almhütte. Davor läuft eine Testphase für Konzertveranstaltungen. Worauf werden Sie besonders achten?

Schwarz: Wir möchten den Besuchern auf der Alm etwas besonders bieten, bei den Konzerten und mit der neuen Almgastronomie. In der Testphase befinden wir uns schon länger. Seit vergangenem Sommer betreiben wir mit Erfolg die Schirmbar "Bergmannsalm" in Landsweiler. Wenn wir am 14. Juli die Almhütte eröffnen, wird das Angebot ausgeweitet. Auch Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und so weiter sind in der neuen Hüttengastronomie möglich. Bis zur Eröffnung wird geschaut, ob alles funktioniert und unsere Mitarbeiter arbeiten sich ein. Dies läuft neben den Großveranstaltungen.

Bei der SR3-Sommeralm waren immer Shuttles im Einsatz, weil man nur am Fuße der Halde parken kann. Wie ist Ihr Plan hier - und ist eine Besucherbeschränkung vorgesehen, etwa für den Fall von Sommergewittern, wie es sie bei der Sommeralm auch schon mehrfach gab?

Schwarz: An allen drei Veranstaltungstagen wird es Shuttles zur Alm geben und selbstverständlich wurde ein Sicherheitskonzept mit allen beteiligten Sicherheitsorganen ausgearbeitet. Wir haben auch ein Auge auf das Wetter und hoffen, dass auch der Wettergott ein Almfan ist.

Sie präsentieren beim Alm-Open-Air mit Glasperlenspiel, Wincent Weiss, Max Giesinger und Michael Schulte vier angesagte deutschsprachige Künstler. Warum fiel die Wahl auf die vier, wie kam der Kontakt zustande und inwiefern spielt die Deutschsprachigkeit eine Rolle?

Schwarz: Wir wollten ein Festival mit deutschen Sängern und Songwritern etablieren, da es das in dieser Konstellation noch nicht in unserer Region gibt. Mit Max Giesinger und Wincent Weiss konnten wir zwei Künstler verpflichten, die derzeit absolut angesagt sind. Max ist aus der deutschen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Mit "80 Millionen" lieferte er den EM-Hit 2016 und stieg über Nacht in den deutschen Pop-Olymp auf. Wir sind mächtig stolz, dass seine Verpflichtung geklappt hat. Auch Wincent Weiss hat sich zum Glückgriff entwickelt. Seit seiner Single "Musik sein" ist er zwar kein Unbekannter mehr, aber gerade in den letzten Monaten konnte er durchstarten. Und dass Glasperlenspiel eine dicke Fanbase im Saarland hat, wussten wir.

Es gibt in der Region wenige musikalische Großveranstaltungen, mit dem Halberg-Open-Air fällt künftig noch ein sehr beliebtes weg. Inwiefern halten Sie es für möglich und erstrebenswert, das zu nutzen und ein neues Musikhighlight in der Region zu etablieren?

Schwarz: Das Halberg-Open-Air war jahrelang eine Institution im Saarland. Als kostenloses Radio-Festival ist das mit keinem anderen Festival im Saarland vergleichbar und steht auch in keiner Konkurrenz. Im Gegenteil: Mit ihm verliert das Saarland ein Stück Musikgeschichte. Wir hoffen, dass das letzte Wort da noch nicht gesprochen ist. Dass es im Saarland wenig musikalische Großveranstaltungen gibt, finde ich nicht. Gemessen an der Größe werden im Saarland sehr viele hochwertige Musikevents für unterschiedliche Zielgruppen und Musikrichtungen angeboten. Rocco del Schlacko, Electro Magnetic, Anttattack Festival, Rock Camp, und natürlich unsere Events - um ein paar Beispiele zu nennen. Mit unseren Veranstaltungen wollen wir keinen Ersatz für bestehende Veranstaltungen sein oder schaffen.

Im Bergehalde-Gebiet haben sich trotz Gondwana oder zeitweise der Ausstellung "Das Erbe" viele Belebungs-Erwartungen nicht erfüllt. Wie können Sie das durch Konzerte ändern und was muss an Voraussetzungen dafür erfüllt werden?

Schwarz: Natürlich ist es nicht immer leicht, etwas Neues aus dem Nichts aufzubauen. Aber wir sind da auf einem sehr guten Weg. Events wie die SR 3-Sommeralm oder unsere tragen mit Sicherheit dazu bei. Bis Mitte Juli ist die Stufe eins der "Belebungsumsetzung" mit Erfolg erreicht. Stufe zwei und drei folgen bis 2018. Alle Beteiligten am Erlebnisstandort Reden ziehen an einem Strang, so dass der er auch in Zukunft mit Sicherheit ein touristisches Highlight wird.

Sie hatten davon gesprochen, ein Almhüttendorf für Selbstversorger zu bauen, um Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Halden-Plateau zu schaffen. Wie wahrscheinlich ist es, dass man schon beim Alm-Open-Air 2018 in einem solchen Dorf übernachten kann?

Schwarz: Dazu müssen verschiedene Faktoren passen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, im nächsten Jahr müssen die Besucher des Alm-Open-Air ja irgendwo schlafen. Die Planungen für die Übernachtungsmöglichkeiten und auch für das Alm-Open-Air sowie weitere Events laufen auf Hochtouren.