„Ein herber Schlag für unseren Ort“

„Ein herber Schlag für unseren Ort“

Die Ortsräte von Stennweiler und Landsweiler-Reden tagten gemeinsam. Grund: In beiden Orten wird die Bank1Saar Filialen schließen. In der Diskussion wurde unter anderem kritisch angemerkt, dass gerade die älteren Bürger dabei auf der Strecke blieben.

. Die Niederlassungen der Bank1Saar in Stennweiler und Landsweiler-Reden sollen in nächster Zeit geschlossen werden. Die Gründe für diesen Schritt erklärten Filialdirektor Jörg Woll und Bankdirektor Sven Hoffmann in einer gemeinsamen Sitzung der betroffenen Ortsräte. Das Kundenverhalten habe sich geändert. Durch neue Zugangsmöglichkeiten wie Onlinebanking würden die Filialen weniger frequentiert, die Wirtschaftlichkeit sei nicht mehr gegeben, erläuterte Woll. Um den Standort Schiffweiler zu stärken, habe man sich entschlossen, die Ressourcen dort sowie in der Zweigstelle in Heiligenwald zu bündeln. "Dadurch können wir die Versorgung vor Ort in annehmbarem Rahmen gewährleisten." Weder Geldautomaten noch Kontoauszugsdrucker bleiben an den beiden Standorten. Hoffmann sagte jedoch zu, dass man einen Weg finden werde für diejenigen, denen es nicht möglich sei im Rahmen der täglichen Besorgungen an ihr Geld zu kommen.

Harsche Kritik kam von Paul Eckstein (SPD ). Er beanstandete, dass bei den Maßnahmen gerade die älteren Bürger auf der Strecke bleiben würden. Auch die Ortsvorsteherin von Stennweiler, Christina Baltes, zeigte sich enttäuscht. "Ich weiß nicht, wie ich den Bürgern vermitteln soll, dass unser Ort noch Zukunft hat." Baltes will die Schließung nicht hinnehmen: "Wir werden eine Resolution einreichen."

Ähnlich sah es Detlef Reinhard (SPD ), der die betriebswirtschaftlichen Hürden zwar anerkannte, jedoch im Zuge der steigenden Zentralisierung die Frage stellte: "Was bleibt uns als Ortsräte noch, um die Struktur im Ort zu erhalten?"

Der Ortsvorsteher von Landsweiler-Reden, Holger Maroldt, betrachtete die Filialschließung als "herben Schlag für unseren Ort. Ich kann es zwar sachlich nachvollziehen, dass es unmöglich ist, für zwei oder drei Leute ein solches Gebäude zu erhalten." Dennoch sei die immer stärker auftretende Verstädterung zunehmend ein Problem für die Ortsgemeinschaften.

Die Arbeitsplätze, die durch die Integration der beiden Filialen in die Hauptstelle betroffen sind, sind aber nicht gefährdet, wie Hoffmann betonte: "Den Kunden bleiben die bisherigen Ansprechpartner erhalten." Schwierig könnte sich der Umgang mit den dann ungenutzten Bankgebäude gestalten. Bürgermeister Markus Fuchs : "Ich bitte darum, dass es nicht zu Leerständen kommt. Wir werden gerne bei der Suche nach neuen Belegungen helfen." Hoffmann erklärte, man werde versuchen, das Problem zu lösen: "Beide Objekte sind das Eigentum der Bank, also müssen wir uns damit beschäftigen."

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