Ein Engel für die Bergleute

Schiffweiler. Wenn es nach dem Willen des Schiffweiler Ortsrates geht, wird das Ehrenmal für die Opfer des Grubenunglücks auf der Grube Reden im Jahr 1907 - ein galvanisierter Jugendstil-Engel - in die Denkmalliste aufgenommen. Hans Hermann Woll, stellvertretender Ortsvorsteher, schilderte die Hintergründe für dieses Anliegen

Schiffweiler. Wenn es nach dem Willen des Schiffweiler Ortsrates geht, wird das Ehrenmal für die Opfer des Grubenunglücks auf der Grube Reden im Jahr 1907 - ein galvanisierter Jugendstil-Engel - in die Denkmalliste aufgenommen. Hans Hermann Woll, stellvertretender Ortsvorsteher, schilderte die Hintergründe für dieses Anliegen. Und Erich Noss, Vorsitzender des 2006 gegründeten Fördervereins Engel, wurde Gelegenheit gegeben, vor dem Ortsrat zu schildern, warum der Engel als wichtiger Zeitzeuge angemessen präsentiert werden müsse.Bei dem Unglück vor 102 Jahren, bei dem über 150 Bergleute ihr Leben verloren, wurden auch 25 Schiffweiler Bürger getötet. 1908 wurde der Engel auf Initiative engagierter Bürger und der Kaufmannschaft auf dem Friedhof platziert. Allerdings litt das Ehrenmal unter Witterungseinflüssen und in den 80er Jahren baute man es wegen seines maroden Zustandes ab.Erich Noss "rettete" es vor der Müllhalde, lagerte den korrodierten Engel bei sich ein. Als das 100-Jahr-Gedenken immer näher rückte und Noss feststellte, dass er die Restaurierung nicht selbst durchführen konnte, gründete man den Förderverein, und ließ den Engel für rund 14 000 Euro restaurieren. Im vorigen Jahr wurde er dann wieder auf dem Friedhof aufgestellt (wir berichteten).Damit der Engel auf Dauer an seinem Platz verbleiben kann, dies aber die Friedhofssatzung verbiete, so Woll, sei die Aufnahme in die Denkmalliste wichtig. Denn das Schiffweiler Kunstwerk sei ein Unikat, einer von drei Jugendstil-Engeln im Saarland. Zwei seien in der Neunkircher Marienkirche zu sehen. Nach Auskunft des saarländischen Denkmalamtes stehe man dem Anliegen des Ortsrates und des Fördervereins positiv gegenüber.Woll würdigte private Geldgeber und Banken, die die Restaurierung erst ermöglicht hatten, den ideellen Einsatz von Erich Noss und die handwerklichen Fähigkeiten von Bildhauer-Meister Helmut Biewer. Der habe sein Wissen eingebracht und die notwendigen Arbeiten für eine dauerhafte und sichere Platzierung des Kunstwerkes, in die auch die Mitarbeiter der Neuen Arbeit Saar eingebunden waren, vorgenommen.

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