Ehre für eine, die im Stillen Gutes tut

Ehre für eine, die im Stillen Gutes tut

Trotz ihrer Krankheit, wegen der sie auf einen Rollstuhl angewiesen ist, engagiert sich Christiane Knapp in vielfältiger Weise: für die Katholische Frauengemeinschaft, die Sozialstation und in der Kirchengemeinde.

Das Erste , was beim Treffen mit Christiane Knapp richtig auffällt, ist ihr offenes Lächeln. Nebenbei registriert man auch die fehlenden Teppiche im Wohnzimmer ("da bleibt man immer hängen") oder den Rollstuhl - und schließlich auch ihre Hände. Mit denen gelingt es der 59-Jährigen ("im März werde ich 60, so alt wie der saarländische Rundfunk") kaum noch, Dinge festzuhalten. "Zombiehände" hat ihr siebenjähriger Enkel kürzlich gesagt. Die Gäste schauen sich erschrocken an, aber Christiane Knapp lacht: "Stimmt doch." Es steckt ein wenig Trotz in diesem Lachen, ungebrochene Lebenslust und Mut sowieso. "Ich bin die Frau, die immer lacht." Anders würde sie, die Ortsvorsteher Klaus Gorny heute Abend in seiner Laudatio als "Heiligenwalder Urgestein" vorstellt, ihre Lage auch kaum aushalten. Nach einer Ärzte-Odyssee diagnostizierte man vor zwei Jahren bei ihr ALS: Amyotrophe Lateral-sklerose, eine heimtückische, unheilbare degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, an der auch der britische Wissenschaftler Stephen Hawking leidet.

Was der Verleihung des Herrmann-Frank-Preises beim traditionellen Neujahrsempfang der SPD Heiligenwald ein größeres Gewicht als sonst und leider auch eine gewisse Dringlichkeit verleiht. "Schon überrascht" hat sie diese Ehrung, erzählt Christiane Knapp. "Ich bin ja jedes Jahr dabei gewesen, das waren meist ältere Leute."

Laudator Gorny charakterisiert die Preisträgerin 2017 als "einen Menschen, der sehr oft im Stillen und ohne großes Aufsehen zu erregen, viel Gutes für unser Dorfleben und den sozialen Zusammenhalt getan hat".

Zu nennen sind da als erstes die 20 Jahre, die sich Christiane Knapp schon für die Katholische Frauengemeinschaft (Kfd) einsetzt: "Meine Mutter gab den Vorsitz 1998 an mich ab." Da hatte Gertrud Recktenwald das Amt selbst schon 30 Jahre inne. Ab 1987 leitete Tochter Christiane die Kfd-Gruppe "Junge Frauen und Mütter" und arbeitete im Vorstand mit. Von 1992 bis vergangenes Jahr gehörte sie zum Verwaltungsrat der Gemeinde St. Laurentius, ebenso war die nebenbei als Tagesmutter tätige Preisträgerin Vorstandsmitglied der Ökumenischen Sozialstation. Das beeindruckende Spektrum ihrer Aktivitäten reicht von Verbandsarbeit über das Organisieren der Frauenmesse bis hin zum Durchführen des Totengebetes. Im Bereich der sozialen Arbeit in der Kirchengemeinde sorgte Christiane Knapp unter anderem für die Seniorentreffs, Ausflüge und Wallfahrten, für den Krankenhausbesuchsdienst, die Konzerte mit Liedermacher Siegfried Fitz und auch lange Jahre für die Faschingsfeier am Fetten Donnerstag im Seniorenheim St. Elisabeth.

"Ihre drei Kinder und ihr Mann Hans-Werner, der seine Frau liebevoll betreut, unterstützten Christiane immer in ihrem Wunsch, sich für andere Menschen zu engagieren", dankt Gorny auch der Familie. Besonders beeindruckt habe ihn, dass Christiane Knapp "nicht in Selbstmitleid verfällt". Stattdessen stelle sie sich und ihr Wirken weiter in den Dienst der Allgemeinheit. So lange es gesundheitlich irgendwie geht - und keine Treppenstufen ihrem Rollstuhl den Weg versperren.

Zum Thema:

Hintergrund Im Jahr 2001 hat der SPD-Ortsverein den Hermann-Frank-Bürgerpreis ins Leben gerufen. Verliehen wird er an Bürger aus Heiligenwald für ehrenamtliches Engagement. Die ersten Preisträger waren Edith und Fritz Herz, die jahrelang den Tafelbrunnen pflegten. Zuletzt wurden ausgezeichnet: Jürgen Färber für sein Engagement als Cheforganisator der Bergmannstage und des Weihnachtsmarktes (2012), Monika Weis, Gründerin der Aktion "Großes Herz für kranke Kinder" (2013), Ex-Ortsvorsteher Rüdiger Zakrzewski (2014), Horst Roth, Vorsitzender der Chorvereinigung (2015) und Gustav Rippel, Kommunalpolitiker (2016). nig