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Leserbreif
Die Wehr spielt eine große Rolle

Zum Artikel „Feuer unterm Dach bei Stennweiler Wehr“ (SZ vom 20. November)

Die drohende Schließung der Feuerwehr in Stennweiler kann nicht (nur) wirtschaftlich betrachtet werden, leere Kassen können grundlegend falsche Entscheidungen nicht rechtfertigen. Feuerwehr ist mehr als nur Brandschutz, sie ist gelebtes Sozial-Engagement!


Die Feuerwehr Stennweiler wurde 1908 als Bürgerinitiative gegründet, um das Hab und Gut, aber auch das Leben der Bürger im Brandfall zu schützen und größere Schäden abzuwenden (Nachbarschaftshilfe). In der Feuerwehr engagieren sich Menschen ehrenamtlich und leisten der Allgemeinheit einen wertvollen Dienst, gerade auch, wenn es mal nicht brennt, sie lben Zivilcourage und soziales Engagement vor.

Hierzu gehört beispielsweise neben der besonders wichtigen Jugendarbeit, im Rahmen derer Kinder und Jugendliche lernen, Verantwortung zu übernehmen, im Team zusammenzuarbeiten und das Gemeinwohl den Eigeninteressen überzuordnen, auch die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten.

Dabei ist es offensichtlich von erheblicher Bedeutung, dass auch persönliche Beziehungen bestehen, welche regelmäßig überörtlich abnehmen, Freiwillige in Ortschaften ohne Standort zu gewinnen, ist schwierig. So besteht die Gefahr, dass die Bindung zu den Bürgern noch mehr verloren geht und es künftig immer schwerer wird, auch Freiwillige für dieses doch recht aufwändige und zeitintensive Ehrenamt zu gewinnen. Die Mitgliederzahlen sind laut Sachstandbericht des zuständigen Ministeriums seit 2010 bereits rückläufig.

Im Dorf aber kennt man sich, man kennt die Feuerwehrleute (mein fünfjähriger Sohn hat sich beispielsweise mit der Tochter des örtlichen Oberlöschmeisters verlobt . . . und möchte Feuerwehrmann werden), man trifft sie regelmäßig, tauscht sich aus und fühlt sich verbunden. Die Feuerwehr ist dabei gerade auch in kleineren Dörfern wie Stennweiler ein wesentlicher Teil des örtlichen sozialen und kulturellen Lebens und trägt mit ihren Veranstaltungen wesentlich zur örtlichen Lebensqualität bei.



Kurzfristig mag der Brandschutz auch bei Zusammenlegung der Bezirke grundsätzlich gesichert sein, aber es würde der Grundstein gelegt für ein allmähliches Aussterben eines Dorfes.