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Die Schiffweiler Narren stürmten das Rathaus

Sturm Schiffweiler : Der Fuchs wurde aus seinem Bau gejagt

Die Schiffweiler Narren stürmten das Rathaus und erließen für die närrischen Tage zehn Gebote, die zu befolgen sind.

Da half auch die Verkleidung als furchteinflößender Wikinger nix: Die Faasebooze stürmten das Rathaus, verhafteten Bürgermeister Markus Fuchs und erließen für die närrischen Tage zehn Gebote, die jede Menge Spaß verheißen.

So ganz traute Fuchs dem Frieden offensichtlich von Anfang an nicht, denn die beiden Anführer der Meuterer, Tobias Closs, Sitzungspräsident des KKV, und Martin Spang, Sitzungspräsident der Elleretze, mussten schon einige Anstrengungen unternehmen, damit sich der Hausherr zeigte. Spang: „Bisher konnten wir ihn nicht erblicken, er versucht sich wieder mal zu verdrücken. Er verkriecht sich ja immer in seinem Bau und sagt dann: Ich heiße Fuchs und bin sehr schlau. Er hat sich nämlich verkleidet in einer Damenhaut, aber wir haben ihn gleich durchschaut. Und unverzüglich drohen wir ihm jetzt an: In ein paar Minuten, da bist du dran.“ Auch die Wemmetsweiler Kanoniere Gut Schuss mussten ihre Stutzen einige Male abfeuern, um den Bürgermeister aus dem Bau zu locken. Und der hielt, ganz schlauer Fuchs, seine Ansprache zuerst Mal vorerst vom Fenster im ersten Stock aus.

Unerwarteten Beistand bekam der Noch-Hausherr von zwei „Doppelagenten“ alias Emil Mieger und Reinhard Wagner, den beiden Schiffweiler Sitzungspräsidenten. Wagner: „Wertes Narrenvolk, nun von mir ein guter Rat, ergebt euch, hört auf zu stürmen oder wir schreiten zur Tat. Erklärt eure Kapitulation, macht schnell, seid nicht schüchtern, sonst werden wir im Rathaus langsam wieder nüchtern. Wir verhandeln nicht mehr, Ende und Aus, Ihr könnt noch einmal schunkeln dann geht nach Haus.“

Die Irritation unterm Narrenvolk war entsprechend groß, doch nachdem der Wikinger Fuchs von „leeren, gefüllten Kassen“ sprach, die Stennweiler Ortsvorsteherin Christina Baltes die weiße Fahne geschwenkt hatte, löste Emil Mieger die Scharade auf: „Habt ihr wirklich geglaubt, wir würden euch verraten. Hier stehen wir mit den Mariechen von unseren Garden. Und den Bürgermeister im Schlepptau mit der gefüllten leeren Kass. Unser Plan ist gelungen, wir hatten viel Spaß. Wir würden doch unsere Prinzenpaare niemals verraten. Wir stehen zu euch mit Leib und Seele und unseren Garden.“

Da die Rathauskasse wieder gefüllt ist, Fuchs zeigte dem närrischen Volk stolz die übervolle Schatulle: „Die 500-Euro-Scheine sind die kleinsten Geldscheine, die wir in der Kasse haben“, lud der inzwischen verhaftete Bürgermeister zum weiteren Feiern ins Rathaus und Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr ein.

Angeführt wurde die Stürmung des Rathauses, die von zahlreichen Bürgern begleitet wurde, von den Vereinen KKV, Elleretze und dem HCV Die Flitsch. Vornweg marschierten die Prinzenpaare Prinz Marco I. und Prinzessin Michelle I. von den Elleretzen, das Kinderprinzenpaar vom HCV Die Flitsch, Prinz Johannes I. und Prinzessin Viktoria I. gemeinsamen mit den Prinzengarden der Roten, der Blauen und den Grünen an der Spitze.