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Die Linde vor der evangelischen Kirche Heiligenwald

Naturdenkmal : Zwei Größen im gleichen Alter

Ein Naturdenkmal ist ein natürlich entstandenes Landschaftselement, das unter Naturschutz gestellt ist. In einer Serie wollen wir einige Naturdenkmale im Landkreis Neunkirchen vorstellen. Heute: Die Linde vor der evangelischen Kirche in Heiligenwald.

Das eigentlich eher unscheinbare Gewächs links neben dem heutigen Haupteingang des Gotteshauses in der Karlstraße in Heiligenwald ergänzt das Bauwerk eher, als dass es den Blick auf das schöne Gebäude verstellt. Dennoch fand der Baum Aufnahme in die Liste der Naturdenkmale im Landkreis Neunkirchen. Die Linde ist ähnlich hoch wie der Kirchturm, warum und wann der Baum gepflanzt wurde, ist heute nicht mehr bekannt, man kann nur mutmaßen. Vermutlich wurde die Linde um das Jahr 1906 eingepflanzt, als die Kirche an ihrer westlichen Schmalseite ihren Kirchturm erhielt. Das Jahr 1906 war für die evangelischen Christen in Heiligenwald insgesamt ein wichtiges Jahr. Wohl aus diesem Grund wurde auch die Linde gepflanzt.

Mit der wachsenden Belegschaft der Gruben Itzenplitz und Reden siedelten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer mehr Bergleute in den umliegenden Dörfern an. Damit erhielten auch die einstmals kleinen Kirchengemeinden größeren Zuwachs. Die Bergleute mussten allerdings weit laufen, um an einem Gottesdienst teilnehmen zu können. Auch in Heiligenwald wollten aus diesem Grund die Menschen in den 1860er Jahren eine eigene Kirche. Es war die Preußische Bergbaubehörde, die für die christlichen Bergleute zwischen 1866 und 1868 einen einfachen Betsaal erbauen ließ, den evangelische und römisch-katholische Christen mehr als 256 Jahre sozusagen ökumenisch gemeinsam nutzten. 1887, so ist Chroniken zu entnehmen, bekamen die Katholiken eine eigene Kirche. Und dann, 1906, wurde der inzwischen schon etwas erweiterte einstige Betraum der evangelischen Pfarrei übereignet. Im selbem Jahr kam der Turm hinzu. In den Jahren 1958 und 1959 wurde unter Leitung des Neunkircher Architekten Rupprecht C. Walz der Innenraum modernisiert, eine Empore eingebaut, ein Glasfenster an der Chorrückwand installiert. 1980 wurde die Kirche restauriert, technisch auf den damals neuesten Stand gebracht.