Die Ära Stengel ist zu Ende

Schiffweiler. Kein jubelnder Wahlsieger, kein enttäuschter Verlierer: Es war eine seltsam angespannte Stimmung im Rathaussaal von Schiffweiler, als Günter Waluga als Vertreter der Verwaltung gestern um 18.24 Uhr das Ergebnis der Abwahl verkündete. 4617 Bürger hatten mit Ja gestimmt. Damit ist Bürgermeister Wolfgang Stengel abgewählt. 2109 Bürger hatten gegen eine Abwahl gestimmt

Schiffweiler. Kein jubelnder Wahlsieger, kein enttäuschter Verlierer: Es war eine seltsam angespannte Stimmung im Rathaussaal von Schiffweiler, als Günter Waluga als Vertreter der Verwaltung gestern um 18.24 Uhr das Ergebnis der Abwahl verkündete. 4617 Bürger hatten mit Ja gestimmt. Damit ist Bürgermeister Wolfgang Stengel abgewählt. 2109 Bürger hatten gegen eine Abwahl gestimmt. Nur vereinzelt wurde geklatscht, aus den Mienen der meisten Beobachter konnte man bestenfalls Erleichterung ablesen. So äußerte sich auch der Erste Beigeordnete Markus Fuchs im SZ-Gespräch. "Insbesondere im Ortsteil Heiligenwald war das Ergebnis doch sehr wacklig." (Wir werden noch berichten). Bekanntlich stammt der SPD-Politiker aus Heiligenwald, wo er trotz des Schuldspruchs gegen ihn wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften recht großen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Stengel hat gegen das Urteil Revision eingelegt, weswegen das Disziplinarverfahren gegen ihn ruht, er also nach nicht erfolgter Abwahl weiter Bürgermeister gewesen wäre. Nicht nur für den Ersten Beigeordneten, der seit Jahren die Amtsgeschäfte führt, ein nicht mehr tragbarer Zustand. "Ich habe mir gedacht, dass die Bürger so mündig sind, sich für eine Abwahl zu entscheiden." Der SPD-Fraktionsvorsitzende Winfried Dietz sagte: "Es wäre nicht länger zumutbar gewesen, auf diese Weise die Verwaltung zu führen." Auch sei er froh, dass die Bürger ihre Verantwortung in hohem Maße wahrgenommen hätten. Jetzt beginne die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. "Die Gremien müssen entscheiden, aber ich kann sagen, dass wir mit Markus Fuchs einen hervorragenden Vertreter haben." Ein "Riesenstein" ist dem CDU-Vorsitzenden Mathias Jochum vom Herzen gefallen. "Ich war sehr nervös, aber jetzt haben wir die Aussicht auf einen hauptamtlichen Bürgermeister." Wer der Kandidat für die CDU werde, entschieden die Gremien. Es habe eine klare Regelung gegeben: Keine Kandidatenfrage vor der Abwahl. In Schiffweiler könne man wieder zur Tagesordnung übergehen, meinte Werner Schnur für die FBL. Und Erwin Mohns von den Linken betonte, dass man sich im Vorfeld der Wahl noch keine Gedanken über eine Kandidatur gemacht habe. Am 13. April sei eine Vorstandssitzung des Gemeindeverbandes angesetzt. > Seiten A 1 und B 2: Berichte und Meinung