Der Hoppeditz ist wieder erwacht

Heiligenwald. Es brannte die Hütte, als die Flitscher Hexen als Kannibalen die Bühne stürmten und mit Ober-Menschenfresserin Doris Lumumba elegant über die Bühne tänzelten. Und dann bestätigte sich, dass der Artenschutz inzwischen sogar bei Sitzungspräsidenten angekommen ist

Heiligenwald. Es brannte die Hütte, als die Flitscher Hexen als Kannibalen die Bühne stürmten und mit Ober-Menschenfresserin Doris Lumumba elegant über die Bühne tänzelten. Und dann bestätigte sich, dass der Artenschutz inzwischen sogar bei Sitzungspräsidenten angekommen ist. Denn "de Fudd" alias Reinhard Wagner stellte sich nach lauten Zugabe-Rufen schützend vor die Frauenriege und fragte beschwörend: "Wisst Ihr eigentlich, wie alt die Damen sind?" Die Stimmung schwappte über bei der gemeinsamen Sessionseröffnung aller Karnevalsvereine der Gemeinde Schiffweiler im Heiligenwalder Bürgerhaus. Auch über der Politik entliehene Elferrats-Mitglieder, den schlauen Fuchs, einen Alt-Bürgermeister, zwei Ortsvorsteher und die jüngst zum Oberhaupt des Bergdorfes Stennweiler gekürte Amazone. Die Karnevalisten der fünf Vereine feierten ausgelassen den Start in die fünfte Jahreszeit. Die Büttenredner setzten ihre Pointen, "De Wuuschd" Roland Müller, Meike Feld und Lisa Jochum, Adam und Eva, Manuela und Jörg Baus, Romeo und Julia beim Itzenplitzer Seefest, Isabell Nikolai, Petronella Knorzel, die Tratschweiber Laura Kartes und Bettina Möller sowie der singende Clown Emil Mieger, der auch für den Brandschutz eintrat. Die Garden von Elleretze, Flitsch und KKV und die Tanzmariechen Larissa Busch, Leah Cherine Spengler, Paulina Lang, Anna-Lena Trapp, Rebecca Schmit und Sarah Brück überzeugten mit eleganten und auch sportlich hochwertigen Darbietungen. Lust auf mehr machten sie alle, auch die Gesangsgruppe Annerschd intonierte zu Recht "Das ist Wahnsinn, wir gehen durch die Fastnachts-Hölle". Später Höhepunkt war sicherlich die Inthronisation des neuen Heiligenwalder Prinzenpaares. Die scheidenden Tollitäten entledigten sich zuvor ihrer prächtigen Kleider, mitten auf der Bühne und trotzdem züchtig. Laura I. verwandelte sich wieder in ein Gardemädchen und Sven I. meldete sich zurück als Organisationsleiter. Bei dieser Abschiedsszene, untermalt mit dem immer nächtens gesungenen Lieblingslied des Alt-Bürgermeisters, "This is my way", musste man gar befürchten, dass "de Fudd" in Tränen ausbricht. So sehr hatten ihm die Beiden in ihrer auf zwölf Monate begrenzten Regentschaft imponiert. Dann erwachte der Hoppeditz, und die neuen Tollitäten, diesmal von den Elleretze gestellt, wurden stürmisch begrüßt. Weil sich Seine Tollität Prinz Uwe I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Anja II. das ganze Jahr über in das gesellige Leben am Sachsenkreuz einbringen, halten die Heiligenwalder Narren große Stücke auf sie. Die Antwort, warum sie nun den närrischen Thron bestiegen haben, gab Ihre Lieblichkeit: "Wenn mir das jetzt net mache, brauche mir's nie mehr se mache."