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Dem Geheimnis der Pilze auf der Spur

Dem Geheimnis der Pilze auf der Spur

Landsweiler-Reden. Willi Marchinas ehrenamtliches Engagement kann als Alleinstellungsmerkmal in Bezug auf die diesjährigen Preisträger der Ehrenamtsnadel gewertet werden. Marchinas Steckenpferd ist nicht der Sport oder die Musik, ihn zieht es vielmehr in die Natur im Allgemeinen. Zu den Pilzen im Speziellen

Landsweiler-Reden. Willi Marchinas ehrenamtliches Engagement kann als Alleinstellungsmerkmal in Bezug auf die diesjährigen Preisträger der Ehrenamtsnadel gewertet werden. Marchinas Steckenpferd ist nicht der Sport oder die Musik, ihn zieht es vielmehr in die Natur im Allgemeinen. Zu den Pilzen im Speziellen. Der 1939 geborene gelernte Maurer ist mittlerweile zwar in Rente, aber nach wie vor ein Ansprechpartner für die Auszubildenden seines langjährigen Arbeitgebers. Seine Leidenschaft für Pilze gehe auf die frühste Kindheit zurück. "Mit meinem Opa hat es angefangen", erinnert sich Marchina gegenüber der SZ. Der Großvater hat den damals Sechsjährigen mit in den Wald genommen und ihm die wenigen Pilzsorten, die er zu unterscheiden wusste, gezeigt. Heute verfügt Marchina über eine ganze Fachbuchsammlung und erklärt, dass es allein im Saarland bereits mehr als 2600 verschieden Arten gebe. Mithilfe seiner Mikroskope, diverser Bestimmungsbücher und natürlich seiner jahrzehntelangen Erfahrung entlockt er nicht nur den heimischen Pilzen ihr Geheimnis. Aus dem Hobby wurde schließlich eine Berufung. 1980 habe er in Hornberg eine Prüfung zum Pilzsachkundigen abgelegt. Mit seinem Wissen hält er aber nicht hinter dem Berg. Seit geraumer Zeit bietet er zum Beispiel Exkursionen rund um seine Heimatgemeinde an und führt bei sich Zuhause Pilzberatungen durch. Wer wissen möchte, was einem da beim Pilzesammeln in den Korb gekommen ist, kann sich also jederzeit an den Experten wenden. Zudem steht Willi Marchina interessierten Schulklassen oder Kindergärten saarlandweit jederzeit zur Anreicherung des Sachkunde- oder Biologieunterrichts Rede und Antwort. Kostenlos versteht sich. Der Naturschutzbeauftragte der Gemeinde Schiffweiler wird darüber hinaus in seiner Funktion als Pilzsachverständiger immer wieder von der Giftzentrale der Uniklinik Homburg konsultiert. "Selten Kinder, vielmehr unvorsichtige Erwachsene", so Marchinas private Statistik der Pilzvergiftungsopfer, zu deren Diagnose er sein Fachwissen beigesteuert hat. Sobald es in Landsweiler-Reden ein naturkundliches Museum gebe, würde er seine 300 Pilzarten in Gießharz umfassende Sammlung dieser Einrichtung stiften, so der Angehörige der Deutschen mikrologischen Gesellschaft im SZ-Gespräch. Da eine solche Entwicklung aber noch nicht spruchreif ist, verwahrt er sie noch Zuhause. Er sei ja aber auch "erst 70 geworden." "Mit meinem Opa hat es angefangen."Willi Marchina