Chorvereinigung Heiligenwald ist stolz auf Alois Noss

Singen bis ins hohe Alter : Chorvereinigung Heiligenwald ist stolz auf ihn

Ehrung für Alois Noss für 70-jährige aktive Mitgliedschaft. Neue Sänger sind sehr willkommen.

(bd) Die Chorvereinigung 1921 Heiligenwald nutzte das Frühlingskonzert als Forum, um Alois Noss für 70-jährige aktive Mitgliedschaft zu ehren. Bereits mit 16 Jahren wurde Noss Mitglied und Sänger im „MGV Flora“, der sich 1957 mit dem Gesangverein „Edelweiß“ zusammenschloss. Die beiden Chöre firmierten dann unter dem Namen „Chorvereinigung 1921 Heiligenwald.“

Der Vorsitzende Horst Roth beschrieb den Sänger in seiner Laudatio als einen ausgeglichenen Menschen, der nach seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus dem Chor im Januar 2019 eine schmerzliche Lücke hinterlassen habe. „Bei unserem Jubilar handelt es sich um einen der eifrigsten Sänger, der in den vergangenen 70 Jahren kaum eine Gesangstunde versäumte“, lobte Roth. Die Präsidentin der Saarländischen Chorvereinigung, Marianne Hurth, überbrachte Glückwünsche zum Jubiläum und eine Ehrennadel im Auftrag des Deutschen Chorverbandes. Sie würdigte das Engagement des Jubilars, der bereits in jungen Jahren Singen als Ausgleich zur Arbeit wählte. Sie machte darauf aufmerksam, dass es heute weitaus schwieriger sei, junge Leute für den Chorgesang zu begeistern.

Aufgrund der Altersstruktur und krankheitsbedingt gab es auch bei der Chorvereinigung einige Ausfälle. „So haben wir seit Sommer 2014 insgesamt dreizehn Sänger verloren, die eine große Lücke hinterließen, zumal Nachwuchs nicht zu erwarten ist und somit der Fortbestand unseres Chores gefährdet ist“, fasste Roth zusammen. Allgemein werde kritisiert, dass in Kindergärten und Schulen schon seit Jahrzehnten nicht mehr ausreichend gesungen werde. „Singen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Man hat das Künstlerisch-Kreative immer mehr in der Erziehung zurückgedrängt“, bedauerte er. Die Präsidentin teilte mit, dass dieses Problem erkannt und bereits gegengesteuert werde. Dass die Musik eine wunderbare Kraft besitzt und dass viele Stimmen Klangfülle bedeuten, stellte die Chorvereinigung mit ihren Gesangseinlagen unter der Federführung von Berthold Westrich unter Beweis. Der Chorleiter glänzte außerdem mit einer  Moderation, bei der den Konzertgästen die Musikauswahl vorgestellt wurde. Das Repertoire war vielfältig und reichte vom finnisch-schwedischen Volkslied bis hin zu „Rivers of Babylon.“ Udo-Jürgens-Interpretationen gehörten zum Programm und ganz bekannte Trinklieder wie „Trinkt! Trinkt!“ sowie das Chianti-Lied. Zwischen dem Chorgesang begeisterten immer wieder die Solisten Ekaterina (Sopran) und Harald Kronibus (Bassbariton). Das Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Ehrt die Lieder! Sie sind gleich den guten Taten“ war der Leitgedanke im Programmheft zum ausverkauften Frühlingskonzert, das im Bürgerhaus stattfand. Lang anhaltender Applaus war der Lohn für ein ansprechendes Konzert. „Durch den überwältigenden Applaus sind wir wieder in unserem Gefühl bestärkt worden, auch in Zukunft engagiert mit unserem Chorleiter weiterzuarbeiten. Ihm gebührt dabei ein besonderer Dank für seine vorbildliche Chorleitertätigkeit“, sagte Roth.

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