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Buchvorstellung
Unheilvolle Begegnungen

Maria W. Peter las im Heiligenwalder Bürgerhaus aus ihrem Buch „Die Melodie der Schatten“.
Maria W. Peter las im Heiligenwalder Bürgerhaus aus ihrem Buch „Die Melodie der Schatten“. FOTO: Jörg Jacobi
Heiligenwald. Im Bürgerhaus in Heiligenwald stellte die Autorin Maria W. Peter ihren neuen Roman vor. Von Franziska Hans

Es wurde spannend, atmosphärisch und geheimnisvoll im Bürgerhaus in Heiligenwald. Das war bis auf den letzten Platz besetzt, als Maria W. Peter ihr neues Buch vorstellte. Peter ist in Neunkirchen geboren und wuchs in Schiffweiler auf. Für ihr Werk „Die Festung am Rhein“ erhielt sie im vergangenen Jahr den Literaturpreis „goldener Homer“ für den besten historischen Roman des Jahres (wir berichteten). In Heiligenwald stellte sie jetzt ihren neuen Roman „Die Melodie der Schatten“ vor. Schauplatz der Handlung sind die schottischen Highlands und deren Umgebung im Jahre 1837. Darum geht es: Eine junge Frau gerät in einen Hinterhalt und findet in einem abgelegenen Herrenhaus Zuflucht. Doch sowohl der Hausbesitzer als auch das Haus selbst erscheinen der Frau mehr und mehr unheimlich. Was sie nicht weiß: Dieses Haus, seine Umgebung und die vielen Geheimnisse haben mit ihrer Vergangenheit zu tun.


Durch ihr Studium der Amerikanistik und Anglistik gewann Peter fundierte Einblicke und Erkenntnisse in die amerikanische und britische Kultur in der frühen Neuzeit. So war der Bezug zu Schottland nicht fern. Für dieses Werk wagte sie etwas Neues. „Nach historischen Romanen und Krimis hatte ich Lust auf Neues. Ich wählte einen neuen Schauplatz, passend zum historischen Roman. Meine Intention war es jedoch, den britischen Schauerroman als altes Genre wieder neu aufleben zu lassen“, erzählte Peter. So kreierte sie eine völlig andere Art des Romans: Gruselthematik auf der einen Seite, Historik auf der anderen. Für ihre Recherche arbeitete sie eng mit verschiedenen Historikern aus Deutschland und Schottland zusammen. Aber auch Psychologen, Mediziner und Sprachwissenschaftler waren ihre Ansprechpartner. Die Handlungs- und Denkweisen der Figuren sollten der Zeit entsprechend schlüssig, realistisch und nachvollziehbar sein. Verletzungsbilder, Wundheilungen und Krankheiten sollten medizinisch korrekt beschrieben werden, um für den Leser das Bild dieser Zeit nachzeichnen zu können.

Die Veranstaltung in Heiligenwald wurde durch das Ensemble Voyage musikalisch außerordentlich passend begleitet. Es gab original schottische Gesänge in gälischer Sprache, was in Auszügen auch im vorgestellten Roman vorkommt. Und das bot den Zuschauern letztlich einen doch sehr authentischen Einblick in diese Zeit.