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Neujahrsempfang
Blick voraus in urzeitlicher Umgebung

 Neujahrsempfang vor prähistorischem  Saurierskelett. Bürgermeister Markus Fuchs und seine Gattin Steffi (Bildmitte) begrüßten in Gondwana zum Neujahrsempfang. Eingerahmt von Prinzenpaaren: links das Prinzenpaar von Stennweiler, Rolf I. und Jutta I., rechts das Prinzenpaar der Elleretze, Sebastian I. und Melanie I.1., aus Heiligenwald. Corenell Wegmann sorgte mit seinem Saxofon und Keyboardbegleitung für musikalische Unterhaltung.
Neujahrsempfang vor prähistorischem Saurierskelett. Bürgermeister Markus Fuchs und seine Gattin Steffi (Bildmitte) begrüßten in Gondwana zum Neujahrsempfang. Eingerahmt von Prinzenpaaren: links das Prinzenpaar von Stennweiler, Rolf I. und Jutta I., rechts das Prinzenpaar der Elleretze, Sebastian I. und Melanie I.1., aus Heiligenwald. Corenell Wegmann sorgte mit seinem Saxofon und Keyboardbegleitung für musikalische Unterhaltung. FOTO: Jörg Jacobi
Landsweiler-Reden. Nach Gondwana hattte die Gemeinde Schiffweiler zum Neujahrsempfang eingeladen.

So viel erlauchte Gesellschaft haben die 187 Knochen des Argentinosaurus nur selten: Etwa 200 Gäste – ein bunter Mix aus lokaler Politik, Wirtschaft, Kirche und Ehrenamt – konnten Bürgermeister Markus Fuchs und die Schiffweiler Prinzenpaare Donnerstagabend in der Eingangshalle des Gondwana Praehistoriums willkommen heißen. Hinter ihnen wachte einer der gigantischsten Pflanzenfresser aller Zeiten in Form eines acht Meter hohen und 42 Meter langen, glasfaserverstärkten Kunststoffskeletts.


So steif und dominant der Dinosaurier wirkte, so beschwingt agierten Dirk Schmitt am E-Piano und Cornell Wegmann mit dem Saxophon, die den Abend mit viel jazzigem Esprit bereicherten. Ansonsten gestaltete sich der offizielle Teil als One-Man-Show des Bürgermeisters. In seiner Rede kam Fuchs zunächst auf die Situation der Flüchtlinge zu sprechen – im Vorjahr noch das Top Thema. 2017 gab es „gerade mal drei Zuweisungen an die Gemeinde“, weshalb man die vorausschauend nur für zwei Jahre angemieteten Wohnungen sukzessive kündigen konnte. Wobei die Unterkünfte „wieder hergerichtet werden müssen“.

Fast am Ziel ist man bei der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Leuchten. 2300 Stück werden es schlussendlich sein, „das Einsparpotenzial an Energiekosten liegt nach vorsichtigen Schätzungen bei rund 80 Prozent“. Fortführen werde man 2018 auch den Umbau der Bushaltestellen in einen barrierefreien Zustand sowie Maßnahmen zur Umsetzung der Trinkwasserverordnung. Eines der größten Themen der Gemeinde wird allerdings ein anderes sein: die Schaffung neuer Betreuungsplätze für Kinder. Statt das Obergeschoss der Kita Stennweiler zu nutzen, was aus wirtschaftlichen Gründen verworfen worden war, plane man nun „mit Jugendamt und Kultusministerium einen Neubau“. Wie der Verwaltungschef informierte, sind entsprechende Fördergelder zugesagt. Ähnlich dringender Handlungsbedarf besteht in der Schiffweiler Grundschule Walter Bernstein. „Eine Entlastung und Zukunftslösung für die Grundschule sehen wir nur in einer Erweiterung, das heißt einem Anbau.“ Die Finanzmittel werden sich im Haushalt 2018 finden, kündigte Fuchs an.

Weitere Flächen benötigt man für Gewerbeansiedlungen, da „Klinkenthal“ und „Am Nusskopf“ weitestgehend belegt sind. Mit den Überlegungen sei man noch ganz am Anfang, „wobei ich mir schon vorstellen könnte, ein Gewerbegebiet in dem ehemaligen Kohlelager an der B41 zu verwirklichen“. Völlig unklar sei derzeit auch die Zukunft der Löschbezirke Landsweiler und Stennweiler. Laut Gutachten sind bekanntlich deren Personalstärken kritisch zu betrachten und Gelder besser nicht mehr in die Feuerwehrgerätehäuser zu investieren. „Nun stehen aber Investitionen an und an den Personalstärken hat sich nichts verbessert.“ In enger Abstimmung mit den Betroffenen müsse man deshalb die Frage beantworten, „ob eine Zusammenführung von Löschbezirken der bessere Weg in die nächsten Jahre ist“. Wobei Fuchs explizit darauf hinwies, dass diese Entscheidung keine „sofortige Reduzierung von Löschbezirken“ nach sich ziehe. Vielmehr würde dadurch „ein langjähriger Prozess in Gang gesetzt“.

„Bis Ende des Jahres 2018, so die Zielvorgabe des Landes, soll unser Bundesland flächendeckend mit Breitband versorgt sein. Dies gilt auch für unsere Gemeinde“, kündigte Fuchs an. Wenn der mit Bundes- und Landesmitteln geförderte Ausbau erfolgt ist, werden jedem, Privatnutzer wie auch Gewerbetreibendem, 50 Megabit garantiert. Dass der Schiffweiler Empfang einer der kostengünstigsten des Landkreises gewesen sein dürfte, liegt an den Hausherren Mathias Michael und Alexander Kuhl. Wie schon bei der Neujahrsempfang-Premiere 2016 überließen Vater und Sohn die Museums-Lokation „mietkostenfrei“. Und weil zudem die Gäste ihre Getränke aus eigener Tasche zahlten, bleibt dem Kämmerer zu Jahresbeginn noch eine Verschnaufpause.