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Besondere Menschen im Landkreis Neunkirchen: Jürgen Felix Zeck

Jürgen Felix Zeck : Für viele ist er eine Stütze in der Not

In den sieben Städten und Gemeinden des Landkreises Neunkirchen leben 131 000 Menschen, 64 500 Männer und 66 500 Frauen (Info: Kreis). Und jeder von ihnen ist etwas ganz Besonderes. In dieser Serie stellen wir in lockerer Folge Menschen vor und das, was sie so besonders macht. Heute: Felix Zeck

Täglich geraten Menschen unverschuldet in Not, weil sie Opfer von Straftaten geworden sind. Das Erlebte ist für die Verletzten und ihre Angehörigen ein schwerwiegender Einschnitt in ihren Alltag und ihre Gefühlswelt und führt nicht selten zu einem emotionalen Ausnahmezustand. Wer in dieser Situation Hilfe benötigt, findet diese bei der Organisation „Weisser Ring“ und ihren vielen ehrenamtlichen Helfern.  Leiter der Außenstelle Neunkirchen und stellvertretender Landesvorsitzender Saarland ist Jürgen Felix Zeck.

Der frühere Kriminalbeamte wurde nach seiner Pensionierung von dem gemeinnützigen Verein angesprochen, ob er nicht seine langjährige Arbeit im Umgang mit Opferrecht ehrenamtlich fortführen wolle. Viele Jahre arbeitete Zeck mit Opfern von Sexualstraftaten und dozierte an verschiedenen Hochschulen und dem Bundeskriminalamt über Opferrecht und Umweltkriminalität. Die Unterstützung von Kriminalitätsopfern war ihm immer schon sehr wichtig, sodass er auch Gründungsmitglied vom runden Tisch häuslicher Gewalt wurde. Nachdem er die letzten zehn Jahre seiner beruflichen Laufbahn im Innenministerium zuständig war für Grundsatzfragen der Kriminalitätsbekämpfung, Kriminalprävention und Opferschutz, begann seine Arbeit für den Weissen Ring.

Im Saarland gibt es sechs Außenstellen der Organisation und Jürgen Felix Zeck leitet und koordiniert heute, seit mittlerweile zehn Jahren, die Arbeit im Landkreis Neunkirchen. Hier berät und informiert er Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind und Hilfe suchen, um ihr Leben weiterhin meistern zu können. „Ich bin der Meinung, man muss etwas für die Gemeinschaft tun. Und zwar jeder. Jeder ist verpflichtet. Wir leben in dieser Gemeinschaft und wir können auch nur darin gut leben, wenn wir füreinander da sind“, betont Zeck im Gespräch mit der SZ. Und genau nach dieser Meinung lebt der 70-Jährige auch, denn sein ganzes Leben stand und steht im Zeichen der Hilfe für seine Mitmenschen.

„Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als meine Kinder noch klein waren: Da war es eine Selbstverständlichkeit, dass man sich als Elternsprecher im Kindergarten oder in der Schule zur Verfügung stellt. Und das habe ich getan. Wir haben sogar aus eigenen Mitteln einen neuen Spielplatz gebaut, weil der Kindergarten die Kosten dafür nicht selbst tragen konnte.“ Solche Aktionen liegen dem Schiffweilerer am Herzen, denn da es ihm so gut geht, möchte er denen etwas zurückgeben, denen dies nicht vergönnt ist.

Die Arbeit beim Weissen Ring ist ein 24-Stunden-Job und kann nicht einfach bei Seite geschoben werden, weiß Zeck. Trotzdem findet er immer Zeit dafür, einige Stunden in der Natur zu verbringen und bezeichnet sich selbst als „Waldläufer“.

Jürgen Felix Zeck Foto: Sibille Sandmeyer Foto: Sibille Sandmeyer

„Außerdem bin ich ein Büchernarr und beschäftige mich sehr stark mit der Geschichte von Preußen und insbesondere mit dem napoleonischen Zeitalter. Und Modellbau ist auch etwas, was mich interessiert. Mein Sohn fing irgendwann an, kleine Spielfiguren aus der ‚Herr der Ringe’ zu kaufen und zu bemalen und dann war es meine Aufgabe, die Spielorte für diese Kreaturen zu bauen “, erzählt er. Und das alles macht er mit derselben Freude, wie er seiner Tätigkeit beim Weissen Ring nachgeht.