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Bergmusik an der Saar feiert 200. Geburtstag der Bergkapelle mit Buchprojekt. 

Bergmusik an der Saar : Klingender Teil unserer Kulturgeschichte

Verein Bergmusik an der Saar feiert den 200. Geburtstag der Bergkapelle mit einem Buchprojekt.

Die Bergmusik an der Saar sei ein wichtiger Teil der saarländischen Kulturgeschichte und deren Entwicklung müsse deshalb für die Nachwelt festgehalten werden. Das betonte Hans Georg Schmitt, Vorstandsvorsitzender des Vereins Bergmusik an der Saar, am Sonntag bei einer Buchpräsentation im Verlesesaal Zechenhaus Erlebnisort Reden. Deshalb, so Schmitt, habe der Verein anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Bergkapelle Saar bei Dr. Björn Jakobs ein Buch in Auftrag gegeben, das die Geschichte und Entwicklung der Bergmusik erforschen sollte. Mit der Präsentation des fertigen Werkes „Bergmusik an der Saar – Eine 200-jährige Kulturgeschichte“ startete der Verein ins Jubiläumsjahr. Interviews mit Zeitzeugen und zahlreiche Illustrationen, darunter auch viele bislang noch unveröffentlichte Fotos, lassen die Entwicklung der Bergmusik lebendig werden und gewähren einen faszinierenden Einblick in die Welt der musizierenden und singenden Bergleute. Auf die Frage, wie es mit der Bergmusik an der Saar in den nächsten zehn bis 20 Jahren weitergehen werde, wisse derzeit noch niemand eine Antwort, auch wenn die Finanzierung mittelfristig gesichert sei, so Schmitt.

Die Bedeutung der Bergmusik für das Saarland unterstrich Delf Slotta, Regierungs-Direktor im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes. Auch wenn man sich 2011 im Saarland vom aktiven Steinkohlebergbau verabschiedet habe, spiele die Bergmusik, die im Erlebnisort Reden eine Heimstätte gefunden habe, noch eine wichtige Rolle.

Das Singen unter Tage habe in früheren Jahrhunderten in erster Linie dazu gedient, die ständige Angst in der Dunkelheit zu verdrängen, die unmenschliche Arbeit zu ertragen und gemeinsam das zugedachte Los zu meistern, erläuterte Jakobs, der sich seit 15 Jahren mit der Geschichte und Entwicklung der Blasmusik im Saarland beschäftigt. Bergleute im 16. Jahrhundert haben nach seinen Worten auch nachts gesungen, um Müdigkeit und Schlaf entgegenzuwirken. Solidarität habe in dieser Schicksalsgemeinschaft eine wichtige Rolle gespielt. In Deutschland gebe es mehr als 1000 Bergmannslieder. Bereits 1678 sei das Steigerlied erstmals erklungen, das zur Hymne aller Bergleute, ja des Saarlandes avanciert sei. Politische Dimension habe das Lied 1920 erreicht, als der Komponist Hanns Maria Lux auf dessen Melodie den Text „Deutsch ist die Saar“ verfasste. Auch vor der zweiten Saarabstimmung 1955 kam das Lied nach Dr. Jakobs Worten erneut zum Einsatz. Bergkapellen, die den Musikern häufig einen sozialen Aufstieg ermöglicht hätten, seien wichtig für die Reputation des Unternehmens und den Zusammenhalt der Mitarbeiter gewesen.

Das Brass Quintett der Bergkapelle sorgte für die musikalische Umrahmung der Buchvorstellung. Beim Steigerlied sangen fast alle Gäste mit. „Die Buchvorstellung war sehr kurzweilig und hat interessante Informationen über die Tradition der Bergmannsmusik geboten“, fanden Maria und Ewald Bauer, die aus Lebach-Landsweiler zum Erlebnisort Reden gekommen waren. „Die Veranstaltung hat mir gut gefallen“, lobte auch Wolfram Dech aus Quierschied-Camphausen, der früher selbst im Saarknappenchor gesungen hat.

Das Buch „Bergmusik an der Saar“ ist zum Preis von 25 Euro erhältlich und kann beim Verein Bergmusik an der Saar, Tel. (0 68 21) 74 21 06 3 oder per E-Mail bergmusik-saar@t-online.de bestellt werden