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Speisekarte wird jetzt herbstlich
Nur die Haldenbahn fehlt der Alm noch

Die Bergmannsalm auf der Bergehalde am Erlebnisort Reden ist ein touristischer Magnet.
Die Bergmannsalm auf der Bergehalde am Erlebnisort Reden ist ein touristischer Magnet. FOTO: Sascha Muslijewich
Reden. Seit der Eröffnung im Sommer 2017 haben nach Aussage der Hüttenwirte mehr als 160 000 Gäste ihre Gipfel-Gastronomie auf der Redener Halde besucht. Von Claudia Emmerich

Die Hüttenwirte auf der Bergehalde am Erlebnisort Reden schauen zufrieden zurück – und zuversichtlich nach vorn. Wünsche bleiben aber. Im Sommer 2017 gingen Tom Schwarz und Guido Geiger mit ihrer Bergmannsalm an den Start. Als Pächter der von der Strukturholding Saar (SHS) vorfinanzierten „Alm“. Bis jetzt zum Ende der Sommersaison 2018 haben sie sich über insgesamt mehr als 160 000 Besucher gefreut, wie die beiden beim Gespräch mit unserer Zeitung bilanzieren: „Damit hätten wir nicht gerechnet.“ In diesem Sommer sei es schon fast zu heiß gewesen, sagt Geiger. Aber klar: „Alles ist besser als Regen.“


Die gute Entwicklung beim Besucherzuspruch habe sich auch auf die Mitarbeiterzahl ausgewirkt: „Wir beschäftigen mittlerweile über 20 Festangestellte, haben vier Auszubildende und arbeiten mit mehr als 50 Aushilfen zusammen.“ Auch „Kinderkrankheiten“ seien auskuriert: So ersetzt beispielsweise eine kleine Karte an Tagen mit Hochbetrieb die große Karte, „weil die dann nicht mehr zu schaffen war“. Und im Biergarten gibt es teilweise bei den Getränken Selbstbedienung, „weil das beschleunigt“. Im Juli feierten sie auf der Sonnenterrasse die erste Trauung in luftiger Höhe mit Traumausblick (wir berichteten). Es blieb nicht bei einem Ja-Wort. „Drei standesamtliche und zwei freie Trauungen haben wir bis jetzt schon gehabt“, erzählen die Wirte. Die Zahl der Hochzeitsfeiern können sie kaum hochrechnen. Sie sind gelb vermerkt im Belegungsplan und es gibt jede Menge dieser gelben Felder. Vor kurzem haben sie ein Mega-Fest einer Firma gestemmt, berichtet Geiger mit Stolz: 4000 Leute wollten bewirtet sein. Da waren die Hütten mit Biergarten am Ende, sie stellten Zelte auf die Eventfläche: „Hat super geklappt.“ Die ganz großen Veranstaltungen auf der Halde in diesem Jahr wie SR3-Sommeralm oder Alm Open Air an Pfingsten sind vorbei. Neuauflage 2019. Doch die Bergmannsalm lockt weiter als Ganzjahresbetrieb. Die Speisekarte wird jetzt herbstlich angepasst, etwa mit Wildgerichten. Das Jahr beenden sie wieder mit einem Silvester-Dinner.

Einen Wunsch nehmen die Hüttenwirte mit ins neue Jahr. Denn die Bergmannsalm muss weiter auf die Haldenbahn warten. Ein schon lange verfolgtes Projekt, um Menschen rauf- und runter zu bringen. Vor einem Jahr noch bei der Eröffnung hatte es die politische Aussage gegeben, ab Sommer 2018 müsse niemand mehr zu Fuß hoch (die SZ berichtete). Hat nicht geklappt. Bernd Therre sitzt beim Bilanz-Gespräch mit am Tisch. Und der SHS-Geschäftsführer kann immer noch nicht so konkret werden, wie er sicher möchte. „Wir streben die Haldenbahn für 2019 an“, formuliert er vorsichtig offen. Die Ausschreibung der Bahn erfolge europaweit, die Unterlagen seien jetzt noch mal überarbeitet worden: „Es gibt eine durchgehende Bahn von Berg- zu Tal-Station, ein Zwischenhalt wurde verworfen.“ Die vorbereitenden Prüfungen seien abgeschlossen – Untergrund, Brandschutz oder Lärmschutz, so Therre: „Doch erst wenn entschieden ist, welche Bahn kommt, können wir auch die Fundamentierung machen.“ Auch die Lieferzeit sei ein offener Faktor. Somit bleibt der Zeitplan zum jetzigen Zeitpunkt unpräzise.



Die Haldenbahn wollen alle. Die Besucherströme verteilen sich nicht, sondern konzentrieren sich auf Sonn- und Feiertage, auf Events, verdichtet also auf bestimmte Stunden. Und da stoßen Shuttleservice/Sammeltaxi an die Grenzen. Überhaupt arbeiten sie am Wegesystem. Therre: „Wir wollen die Wegeführung optimieren, das ist schon angesteuert.“ Fußgänger, Radfahrer, Autos – sie sollen entspannter aneinander vorbeikommen. „Wenn Fußgänger beim Rauf- oder Runterlaufen ein paar Mal ausweichen müssen, nervt das“, wissen die Leute von der SHS und hören auch die Hüttenwirte.