Arbeit am Werkverzeichnis beginnt

Knapp sieben Monate ist es her, dass die Förderstiftung Walter Bernstein angekündigt hat, ein Werkverzeichnis des 1981 in Schiffweiler verstorbenen Künstlers erstellen zu wollen. Jetzt wird die Sache konkret.

40 000 Euro - das ist die Summe, die zur Verfügung steht, wenn es darum geht, das Walter-Bernstein-Werkverzeichnis zu erstellen. Um diese Förderung hatten die Landtagsmitglieder Tobias Hans und Günter Waluga in Saarbrücken geworben und sie für die Stiftung auch bekommen.

Laut Roman Uwer, dem Vorsitzenden des Stiftungsrates, wird es jetzt konkret. Er hat am Montag zusammen mit Mitgliedern des Stiftungsrates und der Bernsteinfreunde mehrere "Großprojekte der Stiftung" in Reden vorgestellt.

"Wir freuen uns, dass wir heute starten können", so Uwer. Den Auftrag für die Erstellung des Werkverzeichnisses haben Profis aus Saarbrücken bekommen. Die Recherche und Inventarisierung werden Sigrid Ruby, Professorin und Leiterin des Instituts für Kunstgeschichte, und ihre Mitarbeiterin und Galerie-Inhaberin Ingeborg Besch übernehmen. Sigrid Ruby freute sich, dass ihr Institut den Zuschlag bekommen hat. Ein Werkverzeichnis zu erstellen sei "eine Kernaufgabe der Kunstgeschichte, die eine fachlich fundierte Expertise" erfordere. Sie rechne mit einer Bearbeitungszeit von rund 24 Monaten.

Laut Ingeborg Besch handelt es sich beim Erstellen eines Werkverzeichnisses um eine "sehr handwerkliche Tätigkeit". Zunächst müsse nämlich herausgefunden werden, wo sich Bilder befinden. Das gehe durch Aufrufe an Sammler, aber auch persönliche Kontakte und die gute Vernetzung des Instituts. "In einem weiteren Schritt wollen wir auch ein Buch mit ausgesuchten Werken herausbringen", so Uwer. Vor alledem stehe aber die Recherche-Arbeit. Deshalb appelliere die Stiftung an Eigentümer von Bernstein-Werken, diese für die Aufnahme ins Werkverzeichnis zur Verfügung zu stellen. Zudem soll eine Wanderausstellung mit 25 Werken durch Lothringen, Luxemburg und verschiedene Landkreise die Stiftungsarbeit bekannter machen. Los geht es am Freitag, 9. Oktober, in Petite Rosselle. Zur Wanderausstellung ist ein Katalog in einer Auflage von 3500 Exemplaren erschienen.

Im Bernsteinjahr 2016 sind mehrere Aktivitäten, unter anderem ein Malcamp auf der Sommeralm, geplant. Der 115. Geburtstag Bernsteins am 17. Juni wird mit einem Festakt zur Eröffnung einer mehrwöchigen Ausstellung im Zechenhaus Reden gefeiert. Dann soll auch der erste Walter-Bernstein-Kunstpreis verliehen werden. Die Schirmherrschaft für die Ausstellung hat Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer übernommen.

Eigentümer von Bernstein-Werken werden gebeten, sich mit Ingeborg Besch, Telefon (0172) 7 26 98 66, oder der Stiftung Walter Bernstein, Telefon (0 68 24) 167 4, E-Mail: foerderstiftung@walter-

bernstein.de, in Verbindung zu setzen.

walter-bernstein.de

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