Alles begann als Pferderaststätte

Stennweiler. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf Stennweiler 1347 unter dem Namen Steinwenden. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts tauchte es auch als Steinweiler und Stennwiller in den Geschichtsbüchern auf. Spuren einer Pferderaststätte lassen aber darauf schließen, dass bereits vor 2000 Jahren eine Römerstraße durch das Gebiet führte

Stennweiler. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf Stennweiler 1347 unter dem Namen Steinwenden. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts tauchte es auch als Steinweiler und Stennwiller in den Geschichtsbüchern auf. Spuren einer Pferderaststätte lassen aber darauf schließen, dass bereits vor 2000 Jahren eine Römerstraße durch das Gebiet führte. Auch vermuten die Historiker, dass im Stennweiler Wald Steine für die Stadtmauer von Ottweiler gebrochen wurden. Reste von Lagerstätten der Arbeiter lassen diesen Schluss zu. Seit 2004 befasst sich die Arbeitsgemeinschaft "Geschichte und Geschichten Stennweiler" mit der Historie des mit 2300 Einwohnern kleinsten Ortsteils der Gemeinde Schiffweiler. "Anlass zur Gründung unserer Arbeitsgemeinschaft war die damalige Initiative ,Unser Dorf hat Zukunft', die vom Umweltministerium ins Leben gerufen wurde. Wir wollten uns daran beteiligen und unsere AG besteht noch heute", erzählt Mitglied Willi Träm. "Wir sind kein Verein, sondern ein loser Zusammenschluss interessierter Bürger, die ehrenamtlich arbeiten und sich regelmäßig treffen. Bei uns kann jeder mitmachen. Auch jüngere Leute sind herzlich willkommen", fügt er hinzu. Insbesondere beschäftigt sich die AG mit den Geschichten und Erzählungen, an die sich die älteren Mitbürger noch erinnern. Bei Treffen kommen so Anekdoten zu Tage, die von der ersten Straßenlampe erzählen, vom Beginn der Wasserversorgung im Ort oder vom Einzug der Elektrizität. Die Mitglieder der AG halten diese dann fest und tragen sie bei Veranstaltungen vor. Oftmals rufen diese Geschichten bei den Zuhörern dann weitere Erinnerungen hervor. Viele der Anekdoten hat die AG in dem Buch "Schdennweller verzeelt" festgehalten, das sich über vierhundert Mal verkauft hat. "Die Auflage ist leider vergriffen, aber wir wollen diese Sammlung von Erzählungen gerne fortsetzen", sagt Gabi Stiehl-Schirra, Mitglied der AG. Dabei ist die Arbeitsgemeinschaft sehr stark auf die Unterstützung und Mithilfe der Stennweiler Bürger angewiesen. Egal ob alte Bilder, Dokumente, Prospekte oder Karten. Bilder schildern EntwicklungAll diese Materialien sind den Historikern bei ihrer Arbeit behilflich. "Wir sind immer froh darüber, wenn man uns solche Dinge zur Verfügung stellt. Sei es auch nur leihweise, damit wir uns Kopien anfertigen können. Anhand von alten Festschriften zu Sportereignissen kann man zum Beispiel gut erkennen, wie sich der Ort verändert hat", erklärt Historiker Bernhard Planz. So waren in Stennweiler um 1930 bei 1000 Einwohnern immerhin 26 Vereine aktiv. Darunter manch kurioser Name wie der "Hasenverein Edelpelz". Ihre Zukunftsidee sei es, erzählen die Mitglieder, eines Tages in Stennweiler über ein Heimatmuseum mit dazugehörigem Archiv zu verfügen. "Wir betreiben mit Engagement und Freude eine Arbeit, die allen Mitbürgern zu Gute kommt."

 Die Seilscheibe vor der Lindenhalle in Stennweiler. Im Hintergrund ist die Pfarrkirche des Ortes zu sehen. Foto: Engel
Die Seilscheibe vor der Lindenhalle in Stennweiler. Im Hintergrund ist die Pfarrkirche des Ortes zu sehen. Foto: Engel

Auf einen BlickWer mehr über die Arbeitsgemeinschaft Geschichte und Geschichten Stennweiler wissen oder sich anschließen möchte, kann gerne zu einem der Treffen kommen. Die Treffen finden in unregelmäßigen Abständen bei den Mitgliedern statt. Genaue Termine und Informationen sind bei Willi Träm erhältlich unter Telefon (0 68 24) 24 80. pra