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Akademische Ästhetik am Ortseingang

Akademische Ästhetik am Ortseingang

Studenten der Technischen Uni Kaiserslautern sollen dabei helfen, das Entree von Landsweiler-Reden zu verschönern.

Manuel Kitzmann geht durch die Kreisstraße in Landsweiler-Reden, schaut sich um, macht Notizen, und kommt schnell zu einem ersten Fazit. "Hier ist vieles sehr diffus. Die Straße hat keinen Ankerpunkt, an dem man sich aufhalten könnte. Und die Baustile sind sehr unterschiedlich. Ein vierstöckiges Haus mit Klinkerfassade steht neben einem eingeschossigen mit Spitzdach, daneben ein dreigeschössiges. Und das alles in einem Baublock neben einer großen Freifläche", sagt der 22-jährige Student der Raum- und Umweltplanung.

"Es gibt keine Einheitlichkeit. Zudem prägen viele Leerstände das Straßenbild", findet Janine Rose (23). Gemeinsam mit sechs Kommilitonen und zwei Professoren von der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern gingen sie am Dienstag durch die Kreisstraße, um sich ein Bild zu machen und Ideen zu sammeln, wie man den Ortseingang schöner gestalten könnte.

200 000 Besucher kommen pro Jahr nach Landsweiler-Reden, wollen die Alm oder Gondwana besichtigen, und fahren auf ihrem Weg durch die Kreisstraße. Und die mache "ästhetisch nicht den besten Eindruck", findet der stellvertretende Ortsvorsteher Detlef Reinhard (SPD). Er sieht eine große Chance darin, dies zu ändern, wenn der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) die Straße im kommenden Jahr wieder auf Vordermann bringt. "Aber wir stellen uns mehr vor, als eine neue Fahrbahndecke und Verkehrsberuhigung", erklärt Reinhard.

"Wenn der LfS die Straße neu plant, ist das unsere Chance, da reinzustoßen und etwas zu verändern", ist sich Reinhard sicher, der daher seine Kontakte zur TU nutzte und Professor Kai Tobias darauf ansprach, ob er sich vorstellen könne, mit Studenten Ideen zur Neugestaltung zu entwickeln. "Wir versuchen immer, unsere Studenten in solche Projekte einzubeziehen und mit den Gemeinden zusammenzuarbeiten. Das ist praxisnah und besser, als Ideen zu entwickeln, die dann in der Schublade landen", sagt Kai Tobias.

Am Ende würden die Studenten zwei bis drei Konzepte vorlegen, mit denen die Gemeinde etwas anfangen könne. "Wobei es natürlich auch sein kann, dass eine tolle Idee doch nicht umgesetzt werden kann", stellt er klar. Für beide Seiten sei dies eine klassische "Win-win-Situation", findet Detlef Reinhard: "Die Studenten haben etwas davon und für die Gemeinde fallen keine Kosten an." Sein Wunsch sei es, dass durch die Kooperation ein Leitfaden für die kommenden 20 Jahre entsteht. "Sollte etwa ein Gebäude verändert werden, haben wir bereits eine Idee, was damit passieren könnte", sagt Reinhard, der selbst viele Jahre in der Landesplanung tätig war. Hubert Dürk, Leiter des Bau- und Umweltamtes der Gemeinde, hat vor 35 Jahren an der TU Kaiserslautern seinen Abschluss in dem Studienfach gemacht. Er weiß, auf was die Studenten achten müssen: "Sicherlich dürfen sie auch ein wenig rumspinnen, aber am Ende müssen die Ideen an der Realität orientiert und machbar sein." Bis Juli haben die Studenten noch Zeit, ihre Konzepte zu entwickeln. Dann werden sie an der Uni, später in Landsweiler vorgestellt.