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Markus Fuchs ist 60 Jahre alt
Der Blick über den Tellerrand hat ihn geprägt

Seit 2010 ist Markus Fuchs Bürgermeister von Schiffweiler. Jetzt wird er 60. Bei den Wahlen im nächsten Jahr möchte er noch einmal antreten.
Seit 2010 ist Markus Fuchs Bürgermeister von Schiffweiler. Jetzt wird er 60. Bei den Wahlen im nächsten Jahr möchte er noch einmal antreten. FOTO: Gemeinde Schiffweiler / Isabel Sand
Schiffweiler. Am 17. Dezember wird Schiffweilers Bürgermeister Markus Fuchs 60 Jahre alt. Ein runder Geburtstag, das er ganz gelassen annimmt. Von Heike Jungmann

„Ich kann’s nicht ändern, ich werde 60.“ Nicht, dass Markus Fuchs einen besonders geknickten Eindruck machen würde in Erwartung des neuen Lebensjahrzehnts. Der Bürgermeister von Schiffweiler ist eher der pragmatische Typ. Keiner, der dicke Arme macht oder öffentlich gern Wellen schlägt. „Ich mache meine Arbeit, gut ist.“ Im Dienste der Bürgerinnen und Bürger von Schiffweiler, seinem Heimatort.


In die Schlagzeilen zu kommen, daran zeigt der Sozialdemokrat kein gesteigertes Interesse. Dass die Gemeinde Schiffweiler vor über acht Jahren sogar bundesweit in die Schlagzeilen geriet, darüber möchte er am liebsten heute gar nicht mehr sprechen.

Aber was damals geschah, sollte den beruflichen Werdegang des Kriminalbeamten entscheidend beeinflussen. Denn die Abwahl des zu diesem Zeitpunkt suspendierten Bürgermeisters Wolfgang Stengel am 28. März 2010 machte Neuwahlen notwendig. Der Erste Beigeordnete Markus Fuchs hatte bereits zwei Jahre und neun Monate die Amtsgeschäfte geführt – kommissarisch und neben seinem Job beim Kriminaldienst in St. Ingbert. Folgerichtig fragten ihn seine Parteifreunde schließlich, ob er als Bürgermeister-Kandidat der SPD zur Verfügung stehen würde, und er wagte den Schritt.



Als Markus Fuchs dann am 19. September 2010 mit 57,8 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister der Gemeinde Schiffweiler gewählt wird, ist Ehefrau Steffi die erste Gratulantin.

Das „Schiffwilla Mäde“ hatte der Grenzschutzpolizist aus Stennweiler 1980 geheiratet; in dem Jahr, in dem er zur legendären Spezialeinheit GSG 9 wechselte. Die sechs Jahre bei der Spezialeinheit der deutschen Bundespolizei zur Bekämpfung von Schwerst- und Gewaltkriminalität sowie Terrorismus bezeichnet Markus Fuchs heute als „die schönste Zeit“.

Der Standort der Kaserne der GSG 9 ist St. Augustin/Hangelar, aber „ich bin viel rumgekommen, habe viel gelernt fürs Leben.“ In Nordirland etwa oder Norwegen, aber auch vier Wochen in Los Angeles, als er abgeordnet ist für die Lufthansa bei den Olympischen Spielen.

Für vier Monate geht es sogar nach Peru, ebenfalls für die Lufthansa, da dürfen Ehefrau Steffi und die vier Monate alte Tochter mit. „Es war nicht immer leicht für meine Frau“, weiß Fuchs, er habe sie und die beiden Kinder oft allein lassen müssen. Umso dankbarer sei er, dass sie ihm stets den Rücken freigehalten hat. „Die Zeit hat mich geprägt“, sagt Markus Fuchs heute.

Auch die Arbeit beim Kriminaldienst in der Polizeiinspektion St. Ingbert von 1986 bis 2010. Dem Jahr, in dem der Ortsvorsteher von Stennweiler und Erste Beigeordnete zum Bürgermeister der Gemeinde Schiffweiler gewählt wurde.

Dass er einmal der erste Mann seiner Heimatgemeinde werden würde, hätte sich Fuchs nie träumen lassen. Die erste ehrenamtliche Tätigkeit sei übrigens im Vorschulausschuss des Kindergartens der Tochter gewesen.

„Dann ging alles rasend schnell“, erinnert sich der Sozialdemokrat. Die Arbeit als Ortsvorsteher habe ihm Spaß gemacht, aber Bürgermeister? „Ich hatte doch einen vernünftigen Job.“ Bis heute hält Fuchs Kontakt zu seinen ehemaligen Kollegen bei der PI in St. Ingbert. „Ich denke gern an die Zeit bei der Polizei zurück“, sagt er.

Aber bereut habe er den Wechsel nie. „Wir können trotz der Sparzwänge einiges auf den Weg bringen für die Bürger.“ Deshalb will er sich mit 60 am 26. Mai 2019 noch einmal zur Wahl stellen, auch wenn der Verwaltungschef die zehn Jahre Amtszeit nicht mehr voll machen kann. Die Ärmel hochkrempeln, noch etwas bewegen. „Amtsmüde bin ich ganz sicher nicht.“