Schiffweiler ist nicht zu beneiden

Schiffweiler ist nicht zu beneiden

Für Schiffweiler ist es diese Woche ganz dicke gekommen: Erst am Mittwoch die Nachricht, dass der Gondwana-Investor- und Betreiber Matthias Michael Kuhl den Urzeit-Park zum Monatsende schließen will, dann am Donnerstag die Einleitung des Abwahlverfahrens gegen Bürgermeister Wolfgang Stengel

Für Schiffweiler ist es diese Woche ganz dicke gekommen: Erst am Mittwoch die Nachricht, dass der Gondwana-Investor- und Betreiber Matthias Michael Kuhl den Urzeit-Park zum Monatsende schließen will, dann am Donnerstag die Einleitung des Abwahlverfahrens gegen Bürgermeister Wolfgang Stengel. Bekanntlich ist dieser erstinstanzlich wegen des Besitzes von Kinderpornos verurteilt und wird seit zwei Jahren vom Beigeordneten Markus Fuchs vertreten. Noch nie sollte im Saarland ein Bürgermeister auf diese peinliche Art aus dem Amt entfernt werden.Aber Schiffweiler will kämpfen: Geschlossen stehen alle Ratsfraktionen hinter dem Gondwana-Projekt, auch wenn dabei die SPD und die Linke von der Kuhl- und Gondwana-kritischen Haltung, die ihre Parteien auf Landesebene einnehmen, abweichen. Für Schiffweiler ist es aber eher unerheblich, wie Gondwana und der ganze Zukunftsort "Garten Reden" finanziert wurden. Sollte das ganze Projekt scheitern, bleibt nämlich das kleine Schiffweiler auf der Riesen-Brache sitzen, während die große Politik sich längst wieder anderen Beschäftigungsfeldern zuwendet. Bei einem Bürgerentscheid über die Abwahl des früher so beliebten Stengel ist der Ausgang durchaus offen. Immerhin müssen 30 Prozent der Wahlberechtigten (nicht derjenigen, die überhaupt wählen gehen) für den Rausschmiss des Sozialdemokraten stimmen. Schiffweiler bleibt also im Fokus.

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