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Sarah Müller vom TuS Neunkirchen ist erneut Saarlandmeisterin im Tennis

Saar-Tennis : Klare Siege und kritische Töne

Bei den Tennis-Saarlandmeisterschaften der Aktiven hat sich am Wochenende bei den Frauen die 16-jährige Sarah Müller vom gastgebenden TuS Neunkirchen erwartungsgemäß durchgesetzt. Die geringe Teilnehmerzahl allerdings trieb Simon Junk, dem Sieger bei den Herren, Sorgenfalten auf die Stirn.

Die alte Saarlandmeisterin im Tennis ist auch die neue. Eine große Überraschung war das bei den Titelkämpfen am vergangenen Wochenende nicht. Denn Sarah Müller, die absolute Nummer eins des Turniers vom gastgebenden TuS 1860 Neunkirchen, läuft ihren saarländischen Mitstreiterinnen schon seit geraumer Zeit auf und davon. Obwohl erst 16 Jahre alt, ist sie derzeit in der deutschen Damenrangliste bereits als Nummer 70 gelistet und war bei den Landesmeisterschaften, die am vergangenen Wochenende auf der Anlage am Neunkircher Biedersberg ausgetragen wurden, in keinem Spiel ernsthaft in Gefahr.

Zum ersten Mal etwas Druck spürte Müller im Halbfinale gegen ihre Mannschaftskameradin Aiva Schmitz. Mit einem 6:3 und 6:3-Sieg zog Müller dennoch souverän ins Finale ein. Ihre Gegnerin im Endspiel war dann Stella Schmitz, die jüngere Schwester vor Aiva (ebenfalls TuS Neunkirchen). Diese hatte sich zuvor gegen Aaliyah Hohmann (TV St. Wendel) mit einem 7:5 und 6:2-Sieg fürs Finale qualifiziert.

Im Endspiel konnte Schmitz ihre Teamkameradin Müller zumindest im ersten Satz ärgern, zwang die topgesetzte Spielerin in die Verlängerung. Dennoch ging Durchgang eins schließlich mit 7:5 an Müller. Die dann im zweiten Satz rasch für klare Verhältnisse sorgte. Mit 6:1 ging auch der zweite Durchgang an die saarländische Ausnahmespielerin.

Die Augen immer auf den Ball: Die Seriensiegerin der Saarlandmeisterschaften, die 16-jährige Sarah Müller vom TuS Neunkirchen, ließ auch in diesem Jahr nichts anbrennen und sicherte sich den Titel ohne Satzverlust. Foto: Peter Franz

Auch wenn Müllers erneuter Triumph keine allzu große Überraschung war, dürfte er die 16-Jährige zumindest ein wenig über ihr frühes Ausscheiden bei den deutschen Meisterschaften kurz zuvor in Ludwigshafen getröstet haben. An Nummer eins gesetzt war Müller ohne Satzverlust bis ins Viertelfinale vorgestoßen, unterlag dort aber der späteren Siegerin und Kollegin aus dem Porsche-Junior-Team, Tea Lukic (Gifhorn), mit 5:7 und 6:7

Ein Wermutstropfen bei den saarländischen Titelkämpfen war, dass die Damenkonkurrenz von einer äußerst geringen Teilnehmerzahl geprägt war. Lediglich 13 Spielerinnen, davon allein acht vom ausrichtenden TuS Neunkirchen, nahmen teil. Dazu fanden sich auf der Meldeliste fast ausschließlich Spielerinnen die eigentlich noch dem Jugendbereich angehören.

Bei den Herren krönte sich Simon Junk von der SG WMA Nordsaar zum neuen Saarlandmeister. Er gewann das Endspiel gegen seinen langjährigen Trainingsgefährten Lars Johann vom TZ Sulzbachtal. Bereits vier Mal in diesem Jahr hatten sich Johann und Junk in spannenden und hochklassigen Finalen mit unterschiedlichen Siegern gegenübergestanden. Doch diesmal fand das Match ein jähes Ende. Bereits nach kurzer Zeit hatte Junk den ersten Satz mit 6:2 für sich entschieden. Es kam noch zum Auftaktspiel des zweiten Satzes. Als dieses auch zugunsten von Junk ausging, gab Johann auf.

„Lars fühlte sich schon in der Woche nicht so gut. Er hat wenig mit uns trainiert und hoffte einfach, dass es im Turnier gut funktionieren würde“, berichtete Junk. Das war augenscheinlich zunächst auch der Fall. Im Halbfinale hatte Johann nämlich gegen Thomas Burgemeister noch eine beeindruckende Vorstellung abgeliefert und dem Gegner mit 6:0 und 6:0 die Höchststrafe im Tennis verpasst.

Im zweiten Halbfinale war Junk auf Henrik Albrecht (TZ Sulzbachtal) getroffen und hatte sich dort mit 6:4 und 6:2 durchgesetzt.

Auch wenn Junk nach seinem Triumph ein wenig traurig darüber war, dass das Finale so abrupt enden musste, war er doch stolz auf den Titel. „Ich kann gar nicht sagen, wie viele Saarlandmeisterschaften ich schon gewonnen habe, vielleicht sechs oder acht, das müsste ich mal nachschlagen. Aber alles waren hervorragende Erlebnisse“, jubelte der Sieger, der daneben aber auch kritische Töne fand. Denn auch bei den Herren war die Teilnehmerzahl überschaubar. „Es ist zwar durch Corona in diesem Jahr einiges anderes, aber trotzdem sind schon Trends zu erkennen. Es nehmen immer weniger Spieler, vor allem des entsprechenden Alters an der Saarlandmeisterschaft teil. Qualifizierungsturniere wie die Regionalmeisterschaften sind besser besetzt als die Saarlandmeisterschaften selbst. Dafür muss es Gründe geben. Die müssen wir finden und abstellen, ansonsten sehe ich für die Saarlandmeisterschaften in ihrer jetzigen Form keine rosige Zukunft“, klagte Junk.