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Saarstahl plant Abriss von Gasometer Neunkirchen für Ende Juni

Kostenpflichtiger Inhalt: Boden für Globus wird bereitet : Der Gasometer ist jetzt gasfrei

Saarstahl plant den Abriss des Neunkircher Wahrzeichens für Ende Juni. Auch die über Flur liegende Gasleitung wird zurückgebaut.

Es tut sich was in Sachen Globus in Neunkirchen. Nicht nur für die Planer auf Seiten des Einzelhandelsunternehmens und der Stadtverwaltung. Sondern auch nun sichtbar für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Bereits im Februar hat Globus in Teilbereichen seines Grundstücks im Hüttenpark Baumfäll- und Rückschnittarbeiten vorgenommen. Die Rodungsarbeiten sind nach Auskunft der Neunkircher Stadtverwaltung vom Grundstückseigentümer Globus in Abstimmung mit dem LUA (Landesamt für Umweltschutz und Arbeitssicherheit) durchgeführt worden. „Insbesondere im Bereich der Böschung hin zur Königsbahnstraße wurde gearbeitet“, teilte Andreas Bohlen auf SZ-Anfrage mit. Bohlen ist Regionalleiter Standortplanung bei Globus. Wie berichtet soll der Markt auf dem Areal des Neunkircher Hüttenparks, zwischen Gebläsehalle, Saarbrücker Straße und Königsbahnstraße gebaut werden. Auf 7800 Quadratmetern Verkaufsfläche will das Unternehmen Waren anbieten, überwiegend Lebensmittel, zu einem großen Teil aus eigener Produktion.

Nach Angaben der Stadtverwaltung ist dieser Tage der Bauantrag von Globus bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde eingegangen. Die Bauarbeiten können erst nach Genehmigung des Antrages beginnen. Der genaue Zeitpunkt lasse sich im Moment noch nicht bestimmen. Die Offenlegung der Pläne wurde wie vom Stadtrat im Januar beschlossen im Februar durchgeführt. Gut zu wissen: Die Wege zur Gebläsehalle werden auch während der gesamten Bauphase offen bleiben, heißt es aus dem Neunkircher Rathaus.

Die oberirdische Gasleitung wird seit Montag im Bereich Spitzbunker bis zur Werksstraße des Neunkircher Saarstahl-Werks über eine Länge von rund 150 Meter zurückgebaut. Foto: Heike Jungmann

An der Stelle, wo sich noch der Gasometer befindet, plant Globus eine Tankstelle mit Wasch- und Saugplätzen. Bis zur vergangenen Woche war die Industrieanlage von 1969 noch im Betrieb. Saarstahl nutzte den Gasometer mit einem Volumen von 80 000 Kubikmetern zur Speicherung von Erdgas für das eigene Werk in der früheren Hüttenstadt. Jetzt hat der Niederdruckgasbehälter endgültig ausgedient. In der 14. Kalenderwoche wurde der Nutzinhalt des Gasometers geordnet reduziert; das im Gasometer zwischengespeicherte Erdgas wurde den Erwärmungsöfen bestimmungsgemäß zugeführt und dort verbraucht, teilt das Unternehmen Saarstahl auf SZ-Anfrage mit.

Danach wurde mit der sogenannten Inertisierung begonnen. Das heißt, es wurde mittels kontrolliertem Zuführen von Stickstoff der Resterdgasinhalt im Gasometer und den zugehörigen Rohrleitungen ausgeblasen, bis die notwendige technische Gasfreiheit erreicht wurde. Die Inertisierung wurde am vergangenen Wochenende abgeschlossen. Der Abriss des Gasometers ist nach Angaben des Unternehmens für Ende Juni geplant. Bis dahin werden vorbereitende Rückbaumaßnahmen durchgeführt. Der Gasometer wurde vom Rohrleitungssystem getrennt. Die Leitung aus recyclingfähigem Stahl hat einen Durchmesser von 800 Millimetern. Die über Flur liegende Gasleitung wird derzeit im Bereich Spitzbunker bis zur Werksstraße über eine Länge von rund 150 Meter zurückgebaut. Am Montagmorgen konnten Passanten den Rückbau beobachten, der aus Sicherheitsgründen im Beisein der Freiwilligen Feuerwehr vonstatten ging.

Saarstahl nutzt die Gelegenheit, die Energieversorgung des Neunkircher Werks zu modernisieren und für etwa acht Millionen Euro auf neue Füße zu stellen. Wie bisher auch wird Erdgas für die Erwärmungsöfen genutzt werden. Die Vorbereitungen für den Bau eines modernen Druckgasspeichers auf dem Gelände von Saarstahl laufen auf Hochtouren, informierte ein Sprecher von Saarstahl abschließend.