„Projekt Nachhaltigkeit 2019“ : „Regionalmarke“ gewinnt Nachhaltigkeits-Preis

„Projekt Nachhaltigkeit 2019“ : „Regionalmarke“ gewinnt Nachhaltigkeits-Preis

Bisher 17 Betriebe aus dem Landkreis Neunkirchen haben sich zusammengeschlossen, um nachhaltige Produkte zu fördern.

Aus über 500 Bewerbungen deutschlandweit hat es das Projekt „Die Regionalmarke – Wertvolles aus der Willkommensregion“ des Landkreises Neunkirchen als einziges saarländisches Projekt unter die zehn Gewinner der Region West des „Projekts Nachhaltigkeit 2019“ geschafft.

Ausgelobt wird der Preis von den vier Regionalen Netzstellen für Nachhaltigkeitsstrategien (Renn) in Kooperation mit dem RNE (Rat für Nachhaltige Entwicklung). Mit je 1000 Euro prämiert werden Initiativen und Projekte, die sich für eine nachhaltige Entwicklung in der gesamten Breite der Gesellschaft einsetzen. Verliehen wurde die Auszeichnung Anfang des Monats bei der Jahrestagung von Renn.west in Ingelheim bei Mainz.

Mit dem Projekt „Die Regionalmarke“ hat sich der Landkreis Neunkirchen laut Website „das Ziel gesetzt, lokalen Produzenten und Verarbeitern langfristig eine Plattform zu bieten, um gemeinschaftlich als starkes Netzwerk am Markt und in der Öffentlichkeit agieren zu können“. Im Klartext: Die Initiative möchte Unternehmer aus der Region bekannter machen. Diese sorgen nicht nur für Arbeitsplätze: Durch die kurzen Lieferwege werden weniger Schad­stoffe ausgestoßen, was wiederum gut für Klima und Umwelt ist.

Das sei ein Argument, das immer mehr Menschen überzeuge, berichtet Eike Zender, der das Projekt am Umweltcampus Birkenfeld leitet. „Mit der öffentlichen Diskussion um den Klimawandel wurde wohl jedem noch mal bewusster, welche Auswirkungen unser Konsum hat – dass wir damit beispielsweise auch mit einem Fuß im Regenwald stehen,“ sagte Zender. Als 2015 die ersten Ideen zu dem Projekt entstanden, war das Thema zwar unter Experten, aber in der breiten Öffentlichkeit noch längst nicht so präsent. Damals startete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft das Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“, mit dem ausgewählte Landkreise in strukturschwachen Regionen unterstützt werden sollen. Die Förderung des Neunkircher Projekts ließ sich das Ministerium 200 000 Euro kosten, die größtenteils in die Gestaltung der Website und Marketing investiert wurden.

Seitdem wächst die Zahl der teilnehmenden Betriebe stetig. Waren es zu Beginn erst sechs, sind es ein­einhalb Jahre später schon 17. Zender hofft, dass dieses Jahr noch die Zahl 20 erreicht wird. Für die Betriebe bringe das Projekt eigentlich nur Vorteile: Sie werden auf der Website der Regionalmarke vorgestellt, können sich beraten lassen, vernetzen sich mit anderen Betrieben aus der Region und profitieren von deren Know-How. Einziges Teilnahme-Kriterium: Wenigstens ein Produktionsschritt muss im Landkreis Neunkirchen erfolgen. Höhere Hürden wollte man gerade zu Beginn den Betrieben nicht zumuten, erklärt der Projektleiter. Im kleinen Landkreis Neunkirchen (der flächenmäßig zweitkleinste in ganz Deutschland), der nicht sehr ländlich geprägt ist, könne es sonst leicht passieren, dass nur ein oder zwei Betriebe die Anforderungen erfüllen. Prüf- und Zertifizierungsverfahren seien zudem sehr teuer. „Wir beraten die Betriebe bezüglich des Nachhaltigkeit-Aspekts. Wir können sie nicht zwingen, das umzusetzen, aber wir wollen zumindest Impulse setzen,“ betont Zender.

Und die Vorteile für die Verbraucher? Man wisse genau, wo die Produkte herkommen, könne sogar „einfach mol gugge gehen“, wie der Betrieb wirtschaftet und müsse sich nicht auf zweifelhafte Gütesiegel verlassen, zählt Zender auf. Viele wüssten gar nicht, was ihr Landkreis alles zu bieten hat. So gibt es neben Käse- und Wurstwaren auch eine Seifen-Manufaktur, Möbel und mit Piranja-Cola ein Erfrischungsgetränk, dessen Image den Vergleich mit großen Marken nicht scheuen muss.

Die Betriebe berichten Zender, dass die Umsätze seit Beginn des Projekts gestiegen seien. Genaue Zahlen dazu gibt es aber nicht, weil die Regionalmarke die Produkte selbst nicht vertreibt. Jedenfalls bisher: Seit Ende August kann über die Website die „Regionalwarenkiste“ bestellt werden. Diese ist in drei verschiedenen Größen erhältlich (von 25 bis 45 Euro), enthält mit Mehl, Nudeln, Schokolade und Bier eine Auswahl der Erzeugnisse der Partnerbetriebe – und ist selbst nachhaltig: Das Holz stammt von ausgedienten Transportpaletten, die so einen neuem Zweck zugeführt werden.

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