Premiere für Viertelfest Neunkirchen auf Oberem Markt ein Riesenerfolg

Alle begeistert vom Viertelfest : „Menschen wirklich begegnen“

Erstmals luden Ehrenamtler und Stadtteilmanagement auf den Neuen Markt – zu einem Viertelfest vom Feinsten.

Meteorologen sind auch nur Menschen – zum Glück. So erwies sich die Mies-Wetter-Prognose für Sonntag als hinfällig, das Viertelfest war gerettet. Und entpuppte sich bei der Premiere auf dem Neuen Markt prompt als besonders gelungenes Exemplar. „Es ist so angenehm“, schwärmte Thomas Mörsdorf, Leiter der Neunkircher Tafel. „Ein hämeliges Fest – im Gegensatz zum Stadtfest. Hier kann man Menschen wirklich begegnen, aus so vielen Kulturen.“ Ein Großteil der Tafel-Klientel habe er schon ausgemacht. Dank kleiner Preise und vieler kostenloser Angebote sei das Viertelfest attraktiv, „gerade auch für kinderreiche Familien“.

Es war aber auch für jeden was dabei: Für die Gern- und Leckeresser gab es internationale Kost, für alle ein buntes Bühnenprogramm, wo die Schülerband vom Steinwald genauso präsent war wie das Trio Bihevra mit orientalischen Klängen, die Folkloretänzerinnen der Gruppe Souvenir oder der Seniorenchor. Wer was Hübsches mitnehmen wollte, wurde an den Ständen der Neuen Arbeit Saar und der Kita Talstraße bei genähten Trostspendern, Marmelade &. Co fündig. Hedi Schuler stellte Bleistiftzeichnungen mit Motiven des historischen Neunkirchens aus, darunter die Synagoge, der Wieham und die Straßenbahn von 1909. „Ich wollte noch mal zeigen, wie es damals war.“

Extra viel geboten bekamen die Kids. Sie konnten unter anderem, ordnungsgemäß behelmt, dank Kinderkrippe des FNZ hohe Karton-Türme bauen, beim Team des Jugend-Cafés Paracord-Armbänder knoten, beim Zeichenwettbewerb die viel begehrten Spielkonsolen gewinnen oder mal so richtig schön – hämmern. Wie Yara (14) und Sham (10). Die Schwestern nagelten am Stand der Bürgerinitiative, wo man sich mit laafigem Raclette-Käse-Brot und Erdbeerbowle stärken konnte, forsch ein Insektenhotel zusammen. „Das kommt bei uns in den Garten.“ Schützenhilfe leisteten die patenten Herren des Reparaturcafés, die schon beim Aufbau morgens reihum mit Werkzeug ausgeholfen hatten und später bei einem defekten Ventilator und einer Küchenwaage Hand anlegten.

Ebenfalls das erste Mal dabei war das WZB: „Hier haben wir mehr Platz für unseren Flammkuchen-Ofen“, argumentierte Leiterin Nicole Heinz. Und auch eine gemütliche Shisha-Ecke gab’s noch nie. Wasserpfeifen auf einem Familien- und Nachbarschaftsfest? Passt, befand Melanie Franz, Sozialarbeiterin beim Diakonischen Werk: „Wir wollten die orientalische Kultur aufgreifen“ und zugleich etwas für die jüngere Generation anbieten.

Für einen Mini Stimmungsdämpfer sorgten die Greenpeace-Leute mit ihrem Fragebogen zum individuellen Ökologischen Fußabdruck. „Manche waren sehr erschrocken über ihre Klimabilanz“, verriet Franz Ecker, selbst barfuß unterwegs.

Für Insekten setzt sich aktuell die Bürgerinitiative Stadtmitte ein – in dem sie zwei Wildblumenwiesen im Stadtgebiet anlegte und hier eingesäte Tonschalen für zuhause ausgab. Zusammen mit dem Verein Horizont und dem Stadtteilmanagement obliegt den Ehrenamtlern der Löwenanteil der Festorganisation. „Super, rundum gelungen“, resümierte die neue Vorsitzende Eva Schneider. Durch den Verzicht auf kommerzielle Stände habe sich das Gefühl des Zusammengehörens noch verstärkt.

Reihum gelobt wurde der neue Standort – ein Glücksgriff. Durch die zentral angeordneten Tische und Bänke stellte sich automatisch ein Wir-Gefühl ein: „Jeder ist mit einbezogen, es gibt keine besten Plätze“, lobte Susanne Daniels. Ihre Markt Apotheke gehörte zu den Fotomotiven eines Projektes, welches die Medienwerkstatt des Diakonischen Werkes mit jugendlichen Langzeitarbeitslosen startete, um den Oberen Markt stärker in den Fokus zu rücken. Wozu auch das Viertelfest beiträgt, so die Apothekerin: „Das könnte ruhig dreimal im Jahr stattfinden.“

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