Premiere des Neunkircher Musical-Projektes mit "Meine Herren und Damen: Marie": Begeistertes Publikum in der Gebläsehalle.

Musical : Prominente Gäste und nicht endender Applaus

Zur Premiere des Neunkircher Musical-Projektes am Freitag war die Neunkircher Gebläsehalle rappelvoll.

So hochkarätig war das Musical-Projekt Neunkirchen anlässlich einer Premiere selten besucht. Ministerpräsident Tobias Hans hatte ebenso wie seine Stellvertreterin und saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger in der ersten Reihe Platz genommen. Doch nicht nur das: Bekanntermaßen handelt es sich ja um eine Auftragswerk der Arbeiterwohlfahrt anlässlich deren 100-jährigen Bestehens. Und so hatte es sich selbst der Präsidumsvorsitzende des Bundesverbandes der Awo, Wilhelm Schmidt, nicht nehmen lassen, in die Neunkircher Gebläsehalle zu kommen. Direkt aus Salzgitter war er angereist, so verriet er der SZ im Vorfeld, und schon „sehr gespannt, wie man das Leben der Awo-Gründerin mit dem Medium Musical umsetzt“. Geschichten, selbst Gedichte kenne man ja schon, als Musical, das sei neu und überaus spannend. Mit den nötigen Vorinformationen, sprich den SZ-Vorberichten, hatte ihn der Landesvorsitzende Marcel Dubois bereits versorgt. Seine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Und die des übrigen Premierenpublikums in der ausverkauften Halle offenbar auch nicht, waren doch die stehenden Ovationen und nicht endenwollender Applaus (der gefühlt länger dauerte als die recht kurze zweite Hälfte des Stücks) Beweis dafür.

So hatten die Verantwortlichen dann auch jeden Grund, im Anschluss gut gelaunt lecker Schnittchen und Getränke beim Fachsimpeln zu genießen. Doch vors Genießen hat der Musical-Stab die Reden gesetzt. Allen voran der noch amtierende Oberbürgermeister und einer der drei Väter des Projektes, Jürgen Fried. Der ließ es sich nicht nehmen, in seinem letzten Jahr als OB noch einmal einen kleinen Rückblick zu halten auf 17 Projekt-Jahre, bat Mit-Vater, ehemaligen Produzenten und jetzigen Leiter der Neunkircher Kulturgesellschaft, Markus Müller, dann auf die kleine Bühne.

Bevor allerdings die Mitglieder des Musical-Stabes ihr Lob an die Teilnehmer loswerden konnten, war die Reihe an Marcel Dubois. „Es war einfach toll, was man hier in Sachen Team gesehen hat“, setzte der vorweg und gestand ein, dass er auch „heute wieder Gänsehaut gehabt hat, und das wird auch so bleiben bei den nächsten Veranstaltungen“. Er sei froh, dass die Idee umgesetzt worden sei. „Danke, dass ihr der Arbeitwohlfahrt, die man sonst nur als Altenpflege-Institution in der Öffentlichkeit wahrnimmt, zu einem neuen Ansehen verholfen habt. Wir Saarländer sind toll.“

Da war es ein leichtes für die Verantwortlichen, mit ihrem Lob anzuknüpfen. Die künstlerische Leiterin Ellen Kärcher machte den Anfang, hatte eine ganz besondere Portion davon für Hauptdarstellerin Nina Sepeur, die zum ersten Mal auf der Bühne gestanden habe, dabei. Regisseur Matthias Stockinger wollte dann doch lieber die Lorbeeren aufs ganze Team verteilt haben (ohne Sepeurs Leistung zu schmälern). Die Komponisten Francesco Cottone und Amby Schillo nutzten wie alle Jahre die Gelegenheit vor allem, um die Band nochmal im Einzelnen vorzustellen. Autor Holger Hauer, dem vor der Aufführung eine gewisse Aufregung nicht abzusprechen war, wirkte locker und entspannt und plauderte gerne mal aus dem Nähkästchen beim Rückblick auf die Auftragsvergabe an ihn: „Sollten sie geschieden sein, ein paar Jahre später wieder ihre Ex treffen, dann nehmen Sie sich Zeit und es kann so schön sein wie bei Ellen und mir.“ Küsschen, Küsschen, das ein oder andere kleine Geschenk – zusätzlich zu den Riesen-Blumenstrauß, den die Stabmitglieder bereits auf der Bühne bekommen hatten – und dem Feiern stand nichts mehr im Wege.

Und auch ja: Nicolas Schneider, Nachfolger im städtischen Produzenten-Amt von Markus Müller, war dann im hektischen Vorbeihuschen noch rauszulocken: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit und nach bisherigem Stand der Dinge, wird ,Meine Herren und Damen: Marie!’ auch 2020 zu sehen sein.“

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