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Platanenalle beschäftigt Stadtrat von Neunkirchen

Stadtrat Neunkirchen : Wie kostbar sind Bäume für ein Stadtbild?

Um 113 Platanen ging es unter anderem in der jüngsten Sitzung des Neunkircher Stadtrates. Und um 18 Fichten und eine Eiche.

Die Platanenallee entlang der Landstraße L 115, Bliesstraße/Süduferstarße,  war Thema in der jüngsten Sitzung des Neunkircher Stadtrates. 113 Platanen mit einem geschätzten Alter zwischen 80 und 110 Jahren stehen dort, deren Pflege Geld kostet. Kosten, die sich die Stadt Neunkirchen und das Landesamt für Straßenwesen (LfS) teilen. In den Jahren 2017 und 2018 haben Kontrolle und Pflege mit 42 000 Euro zu Buche geschlagen. Das LfS sieht sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr in der Lage, die aufwendigen Pflegemaßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht mit zu tragen. Das bedeutet, dass der Erhalt der Platanen nach 2020 nur durch die Übernahme aller Kosten durch die Kreisstadt gesichert werden kann.

Man hätte in den zuständigen Ausschüssen lange beraten, ob die Platanenallee für das Stadtbild so wichtig sei, um den Erhalt zu sichern und somit auch zu finanzieren, erklärte Oberbürgermeister Jörg Aumann, und sei zu dem Schluss gekommen, dass dies der Fall ist. Dem stimmte der Stadtrat einmütig zu: Die Platanen bleiben.

Um Bäume ging es auch in einer Anfrage von Tina Schöpfer, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Und zwar um Bäume, die im Bereich des Waldweges Im Fichtenwald  in Kohlhof gefällt wurden. Schöpfer wollte wissen, wie viele und welche Art von Bäumen dort gefällt wurden und warum. Außerdem fragte sie, ob es Planungen für Lärmschutzmaßnahmen im Bereich Fichtenwald gebe.

Insgesamt seien dort 18 vertrocknete Fichten, genau genommen Käferfichten, sowie eine Eiche gefällt worden, so die Antwort des Oberbürgermeisters. Perspektivisch sei dort eine maßvolle Durchforstung des Baumbestandes sowie das Fällen weiterer Trockenfichten erforderlich. „Insgesamt stellen tote Fichten und solche mit bereits abgefallener Rinde bezüglich der Ausbreitung von Borkenkäfern keine Gefahr mehr für den restlichen Bestand dar und können, solange die Standsicherheit gewährleistet ist und keine Verkehrsgefährdung besteht, stehen bleiben, da eine Vermehrung der Käfer nur an lebenden Bäumen möglich ist“, so Aumann weiter.

Was den Lärmschutz betrifft, sei an besagter Stelle auch im Rahmen der geplanten Erneuerung der A 8 kein weiteres Lärmschutzbauwerk vorgesehen. „Dies dürfte darin begründet sein, dass das Gebiet Fichtenwald etwa 400 Meter von der Autobahn entfernt ist und unterhalb der maßgebenden Schwelle zur erheblichen Lärmbelastung liegt“, so Aumann.

Entlastet wurde der Oberbürgermeister von allen Stadträten für den Jahresabschluss 2018. Dieser wurde vom Rechnungsprüfungsamt geprüft. Die Ergebnisrechnung 2018 weist einen Jahresfehlbetrag von rund 67 500 Euro aus und verringert somit die Allgemeine Rücklage um diesen Betrag. Das Eigenkapital und folglich die Rücklage werden um diesen Betrag gemindert. Somit verbleibt noch Eigenkapital in Höhe von 102 704 284,78 Euro in der städtischen Vermögensrechnung.