Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier

Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier : Das sind die Eckpfeiler für Erfolg

Laien und Hauptamtliche sollen die Pfarreien der Zukunft gemeinsam leiten. Eine Herausforderung. Infos zu ehrenamtlicher Mitarbeit gibt es am 20. September in Illingen.

Die „Pfarreien der Zukunft“ im Bistum Trier stellen sich auf. Erste Ergebnisse eines Anhörungsverfahrens zur Organisation der Großpfarreien hat Trier jetzt vorgestellt. So gebe es „Zustimmung“, Laien in die Leitungsgremien einzubinden. Wie kann das praktisch funktionieren?

„Dass Ehrenamtliche durch einen Sitz im Leitungsteam an allen zentralen Entscheidungsprozessen der Pfarrei der Zukunft unmittelbar beteiligt sein werden, ist bisher beispiellos innerhalb der deutschen Bistümer“, stellt Michaela Tholl, Leiterin Bereich Ehrenamtsentwicklung, in einem Interview im „Paulinus“ fest. Neben den Mitwirkungsmöglichkeiten in den Gremien bedeute diese Rolle eine weitere Entwicklungsstufe zu einer beteiligungsorientierten Kirche.

Im August und September informieren drei Veranstaltungen in den drei Visitationsbezirken des Bistums über die Mitarbeit im Leitungsteam und im Rat der Pfarrei (siehe Info). So am Freitag, 20. September, 15 bis 21 Uhr, in der Illipse Illingen. Anmeldeschluss ist der 6. September. Infos gibt es im Internet unter www.ehrenamt.bistum-trier.de.

Wie viele Menschen sind im Bistum überhaupt ehrenamtlich an der Kirchenbasis engagiert? „Aufgrund einer Erhebung vor einigen Jahren gehen wir von mehr als 80 000 ehrenamtlich engagierten Menschen in den verschiedenen seelsorglichen und karitativen Bereichen oder etwa den Gremien und Räten aus“, erklärt auf Anfrage Bistums-Pressesprecherin Judith Rupp.

Bei einer Bistums-Veranstaltung in Illingen im April war es um die Leitungsteams gegangen (wir berichteten). Diskutiert wurde da auch die gemeinsame Verantwortung von Haupt- und Ehrenamtlichen bei doch ungleichen Voraussetzungen. Tholl hält die gleichberechtigte gemeinsame Leitung für möglich: „Es bedarf dazu klarer Regeln und verabredeter Arbeitsweisen, zum Beispiel wie das Leitungsteam zu Entscheidungen kommt.“ Das Team müsse Rücksicht nehmen auf die zeitlichen Ressourcen der Ehrenamtlichen, und zugleich müssten die hauptberuflichen Mitglieder gut arbeiten können. „Ich will die Herausforderung, die in gemeinsamer Leitung steckt, gar nicht kleinreden“, so Tholl weiter. „Es wird ein miteinander Lernen sein.“ Eine gleichberechtigte Mitarbeit im Leitungsteam hänge deshalb auch zu einem gewissen Teil von den konkret Beteiligten ab. Die Führungs- und Leitungskompetenz werde sich schon in der Zusammenarbeit im Team zeigen. „Deshalb wird die Begleitung der Leitungsteams am Anfang sehr wichtig sein.“

Erfolg einer gemeinsamen Leitung liege auch an der Arbeitsorganisation. „Eine angemessene Aufgabenverteilung, verlässliche Absprachen, guter Kommunikationsfluss und ein Zeitmanagement, mit dem gewährleistet wird, dass die notwendigen Vereinbarungen gemeinsam getroffen werden können, sind wichtige Eckpfeiler“, erklärt Tholl. Die Begleitung, Ausstattung und Unterstützung der Ehrenamtlichen sei dabei wichtig: „Sie brauchen einen Zugang zum Pfarrbüro und zu allen pfarrlichen Einrichtungen. Sie müssen auch mit der notwendigen Technik ausgestattet sein.“

Die letzte Vollversammlung der Trierer Synode am 28. April 2016. Von der Synode gingen die laufenden Reformen im Bistum Trier aus. Foto: dpa/Harald Tittel

Eine Kernaussage der Illinger Veranstaltung im April war auch: Ehrenamtliche wollen nicht abgehängt sein. Was kann Trier für sie tun? Tholl hat auch dieses Thema aufgegriffen. „Gemeinsam mit dem Arbeitsbereich Personalentwicklung werden wir verschiedene Module zur Qualifizierung entwickeln.“ Themen solcher Module seien zum Beispiel: Wie gelingt der Prozess der Teamfindung gemeinsam mit den Hauptberuflichen? Welche Hilfen zur Arbeitszeitorganisation braucht es? Neben den begleitenden Fortbildungen seien Supervision und Coaching selbstverständlich.