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Unsere Woche
Per Ehrenamt zur Normalität

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Michael Beer

Ehrenamtlicher Begräbnisdienst in der katholischen Kirche - klingt gewöhnungsbedürftig. Der letzte Weg im irdischen Dasein gehört sicherlich zu den Dingen, bei denen sich ein Katholik eine fundierte Begleitung wünscht. Das wird zunehmend schwer, weil die Hauptamtlichen an ihre Grenzen stoßen. Von außen betrachtet scheint dies nicht allzu verwunderlich. Die Zahl der Männer, die sich zu einem bedingungslosen Dienst für den Nächsten berufen fühlen in der Nachfolge Jesu, sie wird kleiner. Sie verzichten auf Familie, sie verzichten auf Sexualität - das will gut überlegt sein. Die Kirche als Institution hält damit tapfer an uralten Regeln fest - und schließt ganz nebenbei Frauen aus. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wenn künftig Ehrenamtler, Männer und Frauen, den letzten Weg begleiten, dann ist das unterm Strich ein klammheimliches Anerkennen, dass es mit dem althergebrachten Pastorenmodell nicht mehr weitergeht. Es wird sicher noch einige Zeit beanspruchen, bis Frauen in der katholischen Seelsorge gleichberechtigt sind und das Zölibat eines Tages fällt, aber Schritte wie der Begräbnisdienst sollten all denen Hoffnung geben, die sich eine moderne katholische Kirche wünschen.