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Platz für Störche: Zwei flaumige Babys lassen sich bestaunen

Platz für Störche : Zwei flaumige Babys lassen sich bestaunen

Hoch hinaus ging es in Ottweiler, um den Storchennachwuchs im Nest zu sehen. Zoodirektor Norbert Fritsch hat beringt.

(red) Früher war der Meister Adebar oft zu sehen. In Sagen und Fabeln spielte er schon immer eine Rolle. Zudem sollte der Klapperstorch die Kinder bringen, wie es hieß. Dann verschwand er aus dem Blickfeld. Die Erinnerung an ihn blieb. Seit einigen Jahren bemühen sich verschiedene Verbände, Einrichtungen und Leute im Ehrenamt, um seine Rückkehr. Daran erinnert die Pressestelle der Stadt Ottweiler.

„Etwa 50 Weißstörche umfasst inzwischen die Population im Raum des Saarlandes. Ein Paar ließ sich vor einigen Wochen in einem Horst zum Zweck der Fortpflanzung nieder. Der genutzte Horst befindet sich in der Bliesaue, Richtung St. Wendel gelegen“, freute sich Norbert Fritsch, Geschäftsführer des Neunkircher Zoos, Pate der Störche und zuständig für die Beringung des stolzen Federviehs. „Einen weiteren Landeplatz für den Storch richtete die Stadt Ottweiler in Mainzweiler ein, der noch nicht entsprechend angenommen wird“, erklärte ihm Klaus Jochem vom Bauhof der Stadt Ottweiler, der den Ortstermin zwischen den Ottweiler Störchen und dem Zoodirektor in der Aue abgestimmt hatte. Für Mainzweiler bestätigte der Naturschutzbeauftragte Edgar Butz auf telefonische Anfrage den vorübergehenden Aufenthalt eines einzelnen Vertreters seiner Art. Er hofft auf mehr Erfolg fürs nächste Jahr.

Erfolg gab es inzwischen in Ottweiler: Zwei Babystörche schlüpften aus den weißen Eierschalen. Sie entwickeln sich prächtig und brauchen ständig Futter, wofür das Elternpaar sorgt. Die Feuchtgebiete in der halboffenen Landschaft bieten Nahrungsquellen. Gevatter Langbein und seine Brut zeigen sich dabei nicht wählerisch. Ihnen schmeckt fast alles – Würmer, Insekten, Amphibien oder kleine Fische. Ein Bild für die Götter ist am Horst zu sehen. Leicht und mühelos ziehen die stolzen Vögel im Segelflug ihre lange Bahn und tragen neben Futter auch Zweige und Äste im Schnabel, um das Nest weiter auszubauen. Der Nachwuchs kauert derweil erwartungsvoll im Horst.

Norbert Fritsch sah sich diesen aus der Nähe an - sozusagen auf luftiger Augenhöhe. Wigand Schneider von der Firma Baumaschinen Schneider stellte dafür, wie so oft, einen Hubsteiger zur Verfügung. Der Lautenbacher Bürger sagte: „Ich unterstütze Norbert Fritsch gern.“ Aktuell nutzte Fritsch die Gelegenheit zur Beringung der beiden Jungvögel. Mit den ringförmigen „Pässen“ soll später einmal das Flugverhalten nachvollzogen werden. Routen und Distanzen von Nord- oder Osteuropa bis nach Afrika stellen dabei keine Ausnahme dar. Im Gegenteil. Mancher bevorzugt inzwischen allerdings die Überwinterung auf der Iberischen Halbinsel oder in Nordafrika. Am Rande von Städten dienen Müllhalden als Nahrungsreservoir.