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Immer wieder schön
Mit alten Ansichtskarten auf Zeitreise gehen

Der Ottweiler Schlossplatz auf einer historischen Postkarte.
Der Ottweiler Schlossplatz auf einer historischen Postkarte. FOTO: Ingo Klein
Ottweiler. Der Verein für das Stadtgeschichtliche Museum zeigt eine Ausstellung historischer Postkarten und Souvenirs aus Ottweiler. red

Über 140 Postkarten aus alter Zeit, aber auch andere Souvenirs aus Ottweiler zogen die Blicke gebannt auf sich. Der Verein für das Stadtgeschichtliche Museum Ottweiler hatte eine gelungene Ausstellung vorbereitet, so die Stadtpressestelle. Auf ein ausgesprochen reges Interesse traf die Eröffnung der aktuellen Ausstellung im Ottweiler Stadtmuseum. Der Vorsitzende Hans-Heinrich Rödle, Bürgermeister a. D., und die Freunde des Vereins für das Stadtgeschichtlichen Museum Ottweiler hießen dazu über 70 Gäste willkommen. Für die Schirmherrschaft konnten Gabriele und Hans Paul gewonnen werden. Ihnen, den Leihgebern Ludwig Müller (Optik Müller), Pia und Dietmar Weber (Foto Klotz) und Professor Horst Schiffler sowie den Ausstellungsmitarbeitern hat Hans-Heinrich Rödle herzlich gedankt. Bürgermeister Holger Schäfer, Kreisbeigeordneter Gerd-Rainer Weber und Ortsvorsteher Michael Schmidt, Mitglieder des Stadt- und des Ortrats lobten übereinstimmend den Eifer und den Fleiß, der für die Zusammenstellung der Dokumentation aufgebracht wurde. Ergänzend lief fortwährend eine Powerpoint-Präsentation, sodass 70 verschiedene Motiven im Großformat betrachtet werden konnten. Für Ansichtskartensammler sind acht verschiedene Motive als Reprint erhältlich, die der Michael Verlag fertigte.


Hans-Heinrich Rödle hob in seiner Rede hervor: „Die Idee für eine solche Ausstellung ist schon ein paar Jahre alt. Jetzt haben wir sie realisiert. Eine eigens dafür gebildete Projektgruppe hat beste Arbeit geleistet. Dafür danke ich allen Beteiligten, namentlich: Ingo Klein, Joachim Bär, Armin Bettinger, Dieter Bettinger, Robert Gerhard, Rose Hoffmann, Ralf Hoffmann, Rolf Rischar, Horst Schiffler und Hartmuth Thömmes.“

Von Hans-Heinrich Rödle war auch zu erfahren, dass die klassische Postkarte 1861 patentiert wurde. Amtlich kam die Postkarte erst 1869 nach Europa. In Deutschland wurde ihre Einführung zunächst abgelehnt, dies aus sittlichen Gründen wegen der offenen Lesbarkeit. Aber 1870 war es dann auch bei uns soweit. Die ersten Postkarten gingen auf Reise. Während des deutsch-französischen Krieges gab es die erste Massennutzung der neuen Postkarten. Die deutschen Soldaten mussten kein Porto zahlen. So wurden während des Krieges rund Millionen Feldpostkarten von der Front in die Heimat verschickt. Mit Gründung des Weltpostvereins im Jahre 1875 wurde der Postkartenversand auch weltweit möglich. Bis in die 1920er Jahre hinein waren Postkarten auch ein beliebtes Sammelobjekt, was eine ganze Zubehörindustrie hervorbrachte.



Erst im 20. Jahrhundert erfreute sich die Postkarte dann auch einer dauerhaften Beliebtheit, vor allem, um Urlaubsgrüße oder Glückwünsche zu Weihnachten oder zu Geburtstagen zu versenden. Mit Beginn des neuen Jahrtausends gingen Kauf und Versand von Postkarten aber rapide zurück.

Öffnungszeiten: jeden Sonntag ab 14 Uhr ( außer 23. Dezember) bis Ende Januar und nach Vereinbarung, Tel. (0 68 24) 77 68.